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A preppy wearing short shorts and boat shoes is like a needle of goodness in a haystack of awful grunge turds wearing cargo shorts with eight-hole Doc Martens with daisies painted on the toe.
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Es heisst, das Cleversein deinen akademischen Erfolg, die beruflichen Leistungen und deinen sozioökonomi-schen Aufstieg begünstigen kann und noch dazu zu besserer Gesundheit und einem längeren Leben beiträgt. Leider ist Cleverness keine Frage des Habens oder Nicht-Habens, sondern eher der Definition. Wenn man die Molekülstruktur von Sodiumnitrat darstellen kann, ist das sicher eine tolle Vorraus-setzung für deine Chemieabschlussprüfung, aber ganz sicher wird es dir nicht helfen, in näherer Zukunft auf sexueller Ebene zu punkten. Und im Laden an der Ecke ein paar Süßigkeiten abzuzocken, verschafft dir sicher keinen Job bei der NASA. Um das Ganze näher zu untersuchen, haben wir einen eigenen Thinktank über die Relativität des Intellekts ins Leben gerufen. Unsere zwei Spezialisten sind Florian, ein 13 Jahre altes Genie, der gerade sein Abitur gemacht hat und bereits von drei Top-Unis in Großbritannien Angebote, Physik zu studieren erhalten hat und der 12 Jahre alte Alex, ein Minderbemittelter mit erheblichen Lernproblemen—der Held seiner örtlichen Realschule, der die Ferien damit verbracht hat, Mädchen nachzujagen und sich auf das neue Schuljahr vorzubereiten, das er zum zweiten Mal wiederholen wird. Trotz der offensichtlichen Kluft zwischen ihren jeweiligen Fähigkeiten scheinen sich unsere Kandidaten von Anfang an bestens zu verstehen.

Und so ist es gelaufen:




KURZE VORSTELLUNG
Florian, 13, Mainz

ERFOLGE: „Nach einer Weile hab ich angefangen, mich in der Schule viehisch zu langweilen. Die Lehrer erklärten alles immer hundert Mal und ich war frustriert, weil ich mich unterfordert gefühlt habe, also haben sie mich in die nächsthöhere Klasse versetzt. Es hat nicht lange gedauert, bis dasselbe wieder passierte, also bin ich auf eine Schule gewechselt, wo es Klassen für besonders begabte Schüler gibt. Jetzt habe ich mit 13 mein Abi mit 1,4 gemacht. Es ist nicht die beste Note, aber ich habe trotzdem Angebote von Schulen in Großbritannien und in den USA bekommen. Ich hab an der Schule viele Preise gekriegt und außerdem ein paar nationale Wissenschaftspreise. Letztes Jahr konnte ich nach Amerika fahren und bei einem Debattierwettstreit teilnehmen. Unser Team wurde Zweiter.“

MISSERFOLGE: „Schuljahre zu überspringen, ist toll, weil man sehr schnell sehr viel lernt. Das einzige Blöde daran ist, dass man immer der Jüngste ist. Mit den Jungs ist das nicht so ein Problem, weil ich sehr reif für mein Alter bin, aber es macht es schwer, eine Freundin zu finden. Die Mädchen interessieren sich nur für Jungs in ihrem Alter. Obwohl ich mich momentan aufs Lernen konzentriere und nicht viel Zeit für Mädchen habe, werde ich nicht so tun, als würde mich das überhaupt nicht stören. Mein Sozialleben ist die Katastrophe, weil ich irgendwie ein Freak bin.“
Alex, 12, Baden-Baden

ERFOLGE: „Letztes Jahr hatte ich diesen Trick, um ein bisschen extra Taschengeld zu verdienen. Ich bin jeden Tag vor der Schule in diesen Laden bei uns in der Nähe gegangen. Die Dame, die da verkauft, ist ungefähr 100 und total blind. Sie hat es nie mitgekriegt, wenn ich mir Chipstüten in die Schultasche gepackt habe. Ich hab dann immer noch Kaugummi oder so was gekauft, damit es alles normal aussieht. Mittags hab ich die Chipspackungen dann den anderen in der Schule verkauft. Ich konnte mir von dem Geld, was ich so verdient habe, ein paar Turnschuhe kaufen.“

MISSERFOLGE: „Ich bin der schlechteste Schüler an meiner Realschule. Am Anfang fand ich es nicht so schwer, aber nach 'ner Weile hab ich einfach abgeschaltet, wenn ich was nicht verstanden habe. Ich bin einigermaßen durchgekommen, weil ich immer neben diesem Mädchen saß, die mich abschreiben lassen hat. Manchmal hat sie sogar meine Hausaufgaben gemacht. Ich musste einfach nur sagen, dass sie meine Freundin ist. Dann bin ich bei den Leistungskontrollen durchgefallen und die Lehrer haben ständig bei meinen Eltern angerufen. Sie haben gesagt, dass ich Lernprobleme habe. Sie denken, dass ich ein bisschen minderbemittelt bin.“


Florian: Und, wie ist es so in deinem Dorf?

Alex:
Langweilig. Es gibt nichts zu tun, außer Fußball zu spielen und im Park rumzuhängen. Wenn ich älter bin, will ich in eine große Stadt wie Mannheim oder so ziehen. Ich bin der größte Mannheim Adlers Fan der Welt. Ich habe drei T-Shirts.

Wer sind die?

Sie sind das beste Eishockeyteam der Welt. Wenn ich älter bin, werd ich mal für die spielen. Magst du Eishockey?

Ähh... nicht wirklich. Ich mag Sport, aber ich bin total schlecht. Ich kuck es lieber im Fernsehen. Besonders Fußball. Das ist pure Strategie und Wahrscheinlichkeitsberechnung.

Ja, Fußball ist toll. Wenn ich in der Sekundarschule anfange, werde ich für deren Fußballteam spielen. Dann kann ich später einen Ver-trag bei einem der großen Klubs wie Bremen oder Stuttgart krie-gen. Was willst du mal machen, wenn du erwachsen bist?

Ich bin gerade dabei mir zu überlegen, an welcher Uni ich im Oktober anfangen will. Ich will in England Physik studieren, damit ich mein Englisch verbessern kann. Freunde von meinen Eltern haben ein Haus in London und da zieh ich wahrscheinlich mit ein. Ich will nicht wirklich auf dem Campus wohnen. Obwohl ich sehr weit für mein Alter bin, glaube ich, es würde da sehr viel schwerer für mich sein, mich einzugewöhnen.

Wow. Meine Eltern würden mich umbringen, wenn ich von zu Hause weglaufen würde. Ich hab mal bei meinem Freund Lars übernachtet, ohne ihnen Bescheid zu sagen und sie haben die Polizei gerufen, weil sie dachten, ich bin tot. Als ich am nächs-ten Tag nach Hause kam, hat mich mein Vater stundenlang zusammengeschissen. Ich durfte die ganze Woche nicht mehr mit meinen Freunden spielen.

Na ja, ich renn ja nicht wirklich weg. Meine Eltern unterstützen mich voll mit der Entscheidung, im Ausland zu studieren. Es ist eine tolle Erfahrung, die Kultur eines anderen Landes zu erleben und ich werde ja bei Leuten wohnen, die ich kenne. Mein älte-rer Bruder studiert zur Zeit in Amerika und es gefällt ihm total gut. Er hat in der Schule auch ein paar Jahre übersprungen.

Ich hasse die Schule. Die Lehrer können mich auch nicht leiden. Mein Mathelehrer beschuldigt mich jedes Mal, wenn irgendwas ist, sogar wenn es jemand anderes gemacht hat. Dann denk ich mir, ich kann auch Scheiße bauen, weil ich eh Zoff kriege, egal, was ich mache. Es ist voll unfair.

Klingt hart. Warum sagst du ihnen nicht, wer es in Wirklichkeit war?

Nee, das macht man nicht. Es gibt bestimmte Regeln. Jemanden zu verpetzen, ist das Schlimmste, was du machen kannst. Ich übernehme lieber die Schuld, als dass ich zur Petze werde.

Verstehe. Na, vielleicht kannst du ja im Unterricht mehr Aufmerksamkeit zeigen, damit die Lehrer merken, dass du lernen willst und nicht nur da bist, um Ärger zu machen.

Hmm... vielleicht. Kannst du mir noch andere Tipps geben, wie ich schlauer werden kann?

Na, ich denke, der beste Rat ist, einfach hart zu arbeiten. Und immer nachzufragen, wenn du was nicht verstehst. Zeiteinteilung ist auch wichtig. Wenn man nicht gut organisiert ist, verliert man schnell den Überblick, wo man gerade ist. Das wirkt sich dann wieder negativ auf die neuen Dinge aus, die man jeden Tag lernt. Wenn man einmal hinterher hängt, ist es sehr schwer, wieder aufzuholen.

Cool, danke. Ich würde dir gerne auch meine Hilfe anbieten, aber du weißt wahrscheinlich schon alles, oder?

Nee, überhaupt nicht. Ich kenn mich gut in Physik und den Naturwissenschaften aus, aber ich bin trotzdem ein normaler Junge und natürlich gibt es Dinge, die ich überhaupt nicht verstehe.

Was zum Beispiel?

Na, zum Beispiel Mädchen.

Mädchen sind total einfach zu verstehen. Sei einfach du selbst, zeig Selbstbewusstsein. Das kommt immer gut. Und sei witzig. Wenn du sie zum Lachen bringst, werden sie dich garantiert mögen. Ich albere einfach rum. Wenn sie nicht lachen, suchst du dir welche, die es tun.

Klingst gut. Das probier ich mal aus.

Und wie ist es so, ein Genie zu sein?

Na ja, ich würde mich nicht als Genie bezeichnen. Ich arbeite einfach viel und es fällt mir leichter, neue Konzepte zu verstehen. Meine Organisation und Zeitplanung sind gut und deshalb lerne ich viel schneller als andere Kinder in meinem Alter. Ich glaube, um ein Genie zu sein, braucht es noch einiges mehr.

OK, aber warum bist du so clever?

Das ist eine gute Frage. Vermutlich hab ich das meinen Eltern zu verdanken. Sie sind auf zwei Ebenen dafür verantwortlich. Zum einen wird allgemein angenommen, dass intellektuelle Fähigkeit-en von Eltern an ihre Kinder genetisch vererbt werden. Meine Mutti und mein Vati arbeiten beide als Dozenten an der Uni und haben einen überdurchschnittlichen IQ. Und Erziehung spielt natürlich auch eine große Rolle. Es ist die alte Frage von Veranlagung vs. Erziehung.

Was heißt das?

Da geht es um die Frage, ob die Art, wie man sich als Individuum entwickelt, vor allem in der Kindheit, mehr genetisch vorbestimmt ist und von den Persönlichkeitsmerkmalen abhängt, die man von seinen Eltern erbt, oder ob es mehr auf die Dinge ankommt, die man erlebt, während man aufwächst. Was denkst du?

Keine Ahnung. Meine Eltern sind einfach normal. Mein Vater arbeitet als Fernfahrer. Er fährt auf der ganzen Welt rum und liefert Sachen aus. Meine Mutter arbeitet im Dorf in der Bäckerei. Sicher werde ich auch so wie sie, wenn ich erwachsen bin.

Aber was denkst du, was einen clever macht?

Ich glaube, manche Leute werden einfach schlauer geboren, mit ‘nem größeren Gehirn als die anderen. An der Schule gibt es ein paar schlaue Kids, aber das sind alles Streber. Sie schleimen sich ständig bei den Lehrern ein und reden die ganze Zeit über die Arbeit. Wenn alle so wären, wäre es echt langweilig.

Da hast du sicher recht.

KOORDINATION: MAX REICHNERT