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DOS & DON'TS

















GUTEN ABEND
Hey Vice,

Ich halte euer Magazin jetzt zum ersten Mal in den Händen und musste beim Lesen der CD-Kritiken fast auf dieses schön glänzende, nach Fabrik duftende Heft kotzen. Dass ihr euch das traut, über eine CD in einer Review-Rubrik nach dem Hören der ersten fünf Lieder (siehe Boysetsfire: The Misery Index: Notes From The Plague Years) oder nach den Namen der Titel (Arctic Monkeys: Whatever People Say I Am...) zu urteilen, warscheinlich ohne diese vorher überhaupt gehört zu haben, denn über die Musik wird gar nicht erst geschrieben. Also, lasst besser mal die Finger von Sachen, von denen ihr anscheinend kein bisschen Ahnung habt. Danke und Shit.

PHILIPP SCHWAB
per E-Mail

Sorry, wir haben nur die ersten zwei Zeilen deines Briefes gelesen. Was wolltest du nochmal wissen?


LEBER BESCHLAGNAHMT
Hallo Vice,

am Silvestermorgen 2005 wurde meine Nachbarstadt San Anselmo von einer Flut getroffen, die das ganze Kaff vier Fuß unter Wasser setzte und die ganzen Shops ruinierte, inklusive meinem Lieblingsladen. Der Laden war eigentlich Schrott, aber da gab es Vice. Da der Ladenbesitzer seitdem keinen Finger krumm gemacht hat, bin ich jetzt Vice-los. Statt um euer Mitleid zu betteln und nach einem Abo zu fragen, wollte ich euch bloß bitten, mir ein paar Orte in San Francisco oder dem schönen Marin zu nennen, wo ich das Heft kriegen kann, denn ohne fühle ich mich echt traurig. Außerdem wollte ich euch sagen, dass mir im August die Leber rausgenommen wurde. Ich habe gefragt, ob ich sie behalten darf, das wäre doch geil für das Glas des Grauens gewesen, aber ich durfte nicht, weil die Ärzte sie in Scheiben geschnitten haben wie Brot, um sie drei Wochen lang zu untersuchen. Danach wurde sie verbrannt. Ich hab ein Bild mitgeschickt. Sie wog sechseinhalb Pfund und roch übelst scheiße.

DEMI
Fairfax, CA

Deine Stadt überflutet—dumm gelaufen. Aber das mit der Leber ist was anderes. Du hättest sie aus dem Krankenhaus schmuggeln sollen, wie die Typen in dieser Ausgabe, die einen Mutterkuchen verspeist haben. Immerhin gehörte sie mal dir. Könntest du dir vorstellen, deine eigene Leber zu braten und zu essen? Du wärst unser Held gewesen (ungefähr einen Tag lang, bis irgendjemand irgendwas anderes gemacht hätte).


RAISING THE BAR
Vice,

das ist irgendwie witzig.

MICHELLE
per E-Mail

Classico Domingo. Vergesst nicht, eure Betrunkenen-Jenga- Fotos für unsere „passed out“-Sammlung einzuschicken.


BABY SPIKE
Hi Vice,

ich war in North London in der Oriental City-Mall, ein toller Ort, um was zu essen, und da kaufte ich diese süße Spritze, inklusive Nadel! In Oslo wäre das Ding der Hit! Norwegische Junkies lieben so einen Kram. Wie auch immer, viel Spaß damit.

EIVIND MOLVŒR
per E-Mail

Das ist wie das My-First-Work-Kit von Hasbro. Wenn ich so was mit fünf schon gekriegt hätte, dann hätte ich den ganzen Junkie-Reha-Kreislauf schon viel früher hinter mich bringen können.


DAVID STERN
Hallo Vice,

hat in diesem Falle nix mit Juden zu tun. Das „Bierbrauerzeichen“ ahmt das Symbol der Alchimisten nach, die ebenso wie die Bierbrauer versuchten, aus einem „unedlen“ Stoff (Blei, bzw. Quecksilber/ Wasser) einen „edlen“ (Gold/Bier) herzustellen. Zu dieser Zeit war auch nicht der Davidstern das Symbol fürs Judentum sondern zwei Löwen. Außerdem wird das Zeichen der Bierbrauer—wie auf dem Foto—oft falsch dargestellt: Ein Winkel müsste geöffnet sein. Nix für ungut!

GRAF VON PORNO
via viceland.com


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