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![]() The Radical Screen of Miron Zownir Virus Films Miron Zownir ist ein Poet der Extreme, der Witkin der Lebenden. Seine Arbeiten, seien es nun die Filme, Texte oder Bilder (seht euch mal Radical Eye: The Photography of Miron Zownir an), führen uns in die tiefsten Niederungen des Menschseins, sie zeigen uns die Schönheit der Erniedrigung und der Verdorbenheit. Aber Zownir enthält sich eines Urteils über seine Subjekte und das Leben, das sie führen. Er lässt ihnen den Raum, sich durch die Linse seiner Kamera auszudrücken. So ist ihr Blick das, was den Bildern ihr wesentliches Gepräge gibt. The Radical Screen of Miron Zownir versammelt drei Kurzfilme, die mit düsterstem poetischen Realismus, dem film noir und dem cinéma vérité flirten, um sich dann in einer derart rohen, ehrlich empfundenen Traurigkeit aufzulösen, dass man es wie einen dumpfen Schlag in die Fresse empfindet. Von diesem Werk geht eine ungeheure Faszination aus. Es ist mehr als nur ein voyeuristischer Blick auf das Bizarre: Es geht um unerschrockene Menschheitsporträts. THOR MÜLLER ![]() TV Carnage Seit den Anfängen der Zeit schaut die Welt schon TV Carnage. Der historische Beweis dafür, dass es schon immer existiert hat, findet sich in Geschichtsbüchern, die seit jeher Zeugnis von den Gedanken und Taten der Menschen ablegen. Sobald TV Carnage in ein digitales Videoabspielgerät (DVD) eingelegt wird, sendet es pulsierende Licht- und Tonsignale aus, die über die Trommelfelle und Netzhäute in den Blutkreislauf absorbiert werden. Wenn es erst einmal in den Körper eingedrungen ist, bewirkt es, dass man sich seiner Umwelt gegenüber anders verhält, sowohl im Fernsehen als auch in der Realität. In diesem veränderten Zustand wirst du wahrscheinlich durch Sachen hindurchsehen können, durch Mauern zum Beispiel, oder Kleidung, oder den Bullshit, den die Leute so erzählen. Das wirst du jetzt zum ersten Mal beherrschen, oder aber 65% schneller und genauer als das letzte Mal, als du es probiert hast. DERRICK BECKLES ![]() Hateland Bernard O’Mahoney Future Books Zu den schlechtesten Büchern, die es gibt, zählen jene, in denen „ehemalige“ Gangster oder Hooligans über ihre verkackten Leben schreiben. Meistens werden solche Machwerke von Ghostwritern verfasst, die sich im Hauptberuf als angestellte Reporter irgendeines Boulevardblattes verdingen. Trotzdem reicht es für den angeblichen Urheber oft gerade noch für eine Erwähnung in einem dieser Soft-Porn-Magazine für 13-Jährige, FHM, GQ und Konsorten. Aber eines lasst euch gesagt sein: Hütet euch, wegen dieser ganzen sensationsgeilen Ausbeuterscheiße da draußen, dieses großartige Buch hier links liegen zu lassen. Es wurde von einem Türsteher geschrieben, der in dem Club gearbeitet hat, in dem Leah Betts (erinnert sich an die noch jemand?) gestorben ist. Erzählt wird die Geschichte eines unglaublich brutalen Ex-Nazi-Skinheads und Hooligans, der irgendwann einen radikalen Wechsel vollzieht. Fortan widmet er als eine Art Einzelkämpfer sein Leben dem Zweck, die Idiotie der Gruppen offenzulegen, deren Mitglieder er früher als „Brüder“ bezeichnete. Zu diesen Gruppierungen zählen neben der National Front auch die British National Party, die Fans des Fußballvereins Millwall, sowie rassistische südafrikanische Türsteher. In Birmingham schnüffelt er beim britischen Zweig des Ku-Klux-Klans herum. Sich als blondes Mädchen namens Patsy ausgebend, startet er dann einen Briefwechsel mit dem Londoner Nagel-Bomber David Copeland. Dessen krankhafte, unbeholfene Antwortschreiben entlarven, wie absolut unkultiviert und geistlos es hinter den Frontlinien der modernen britischen Neo-Nazis zugeht. Mit den muslimischen Terroristen teilen sie den Wunsch, Leute wie uns mit Bombengewalt zur Hölle zu jagen. Dabei sind ihnen die Muslime allerdings so haushoch überlegen, dass es fast schon wieder erschreckend ist. JACK STEEL |
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