Etwas über ein Jahr ist es her, dass in unserer amerikanischen Ausgabe ein Artikel erschien, in dem wir einen unserer Freunde gegen ein paar Kakerlaken antreten ließen (es endete damit, dass er mehreren den Kopf mit den Zähnen abriss). Um daraus irgendwie einen fairen Kampf zu machen, hatten wir ein paar von diesen riesigen fauchenden Biestern aus Madagaskar bestellt, die sich wie gigantische Zecken an deinen Händen festbeißen, wenn du sie aufheben willst. Die Kakerlaken, die nicht am Kampf teilnahmen, zogen in ein rechteckiges Aquarium auf den Schreibtisch der Praktikanten, um diese ständig an ihre Position in der Firma zu erinnern und damit sie mal lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Dummerweise ist unser Büro nicht Madagaskar und trotz ständiger Nachschübe an Futter, Wasser und fauch-auslösenden Stößen, begannen sich unsere kleinen Freunde ab Oktober nach und nach einzurollen und auf den Rücken zu legen. Mitte Februar waren nur noch zwei übrig und ihre sich dahin schleppenden Bewegungen und die Angewohnheit sich immer unter die Schatztruhe im Aquarium zu verdrücken, verhießen nichts Gutes für die Zukunft. Schließlich entschieden wir uns, so hart es auch war, den Praktikanten zu stecken, dass ihre geliebten Haustiere demnächst für ein Date mit dem Glas des Grauens verabredet waren. Es war schließlich das Beste für die beiden, einen schnellen, ehrenvollen Tod zu sterben, als ewig vor unseren Augen dahin zu vegetieren—ihr wisst schon, wie in dem Song von diesem Pearl-Jam-Typen.

An dem Tag, den wir uns für das letzte Fauchen unserer kleinen Freunde ausgesucht hatten, brachte der Assistent des Editors eine kleine Tupperware-Schüssel mit, in der die schon schwarz angelaufenen, schleimigen Augen einer Kuh und zwei glitschige, rosafarbene Hoden-Häute in einer dickflüssigen Aspikschicht mit Augensaft eingelegt waren. Er sagte, die wären gerade mal einige Stunden aus dem Kühlschrank raus, aber nur mal kurz den Deckel ein paar Zentimeter angehoben, um reinzugucken, füllte sofort den ganzen Raum mit dem übelsten beißenden Gestank, den wir jemals ertragen mussten—so ungefähr, als wenn du Wein selber machen würdest, dir die Weintrauben ausgegangen sind und du statt dessen uralte Eier benutzt. Das ist der einzige, von uns jemals wahrgenommene Gestank, der es wirklich mit dem Glas des Grauens aufnehmen kann.

Weil wir so rücksichtsvolle Menschen sind, dachten wir, das Kuh-Gebräu wäre ein passendes und herzhaftes letztes Mahl für die Kakerlaken. Also verlagerten wir die ganze Operation in den besser durchlüfteten Flur, schaufelten die beiden Verurteilten aus ihrer Wohnung, legten sie in ihr letztes Festmahl und den Deckel drauf, um den beiden etwas Privatsphäre zu gönnen und uns die Möglichkeit, mit dem Würgen aufzuhören. Nach gut einer Stunde hatte ihr letztes Stündlein geschlagen und zwei vom Vice Staff nahmen die Schüssel mit aufs Dach, ließen den Deckel abspringen, würgten ein paar Minuten, überwanden sich und gingen an die Arbeit. Der Neuzugang Hefe hatte sich seit seiner Ankunft letzten Monat akklimatisiert und ausgebreitet und verdrängte damit ungefähr ein Viertel der anwesenden Flüssigkeit. Die gesamte Oberfläche überzog er mit einer klebrigen gelben Schicht, welche nach all den Wochen und entgegen jeder Logik immer noch nicht ausgetrocknet war.

Obwohl das Glas in einer kleinen Nische in der Wand auf der anderen Seite des Daches lebt, wo nie auch nur das kleinste Lüftchen weht, war der Deckel des Glases mysteriöserweise so sauber, als wäre das normal. Freaky Shit.

Nach anfänglichem Zögern ließ Kakerlake Nr. 1 los, rutschte auf dem Hinterleib in den Schlamm und schwamm für ungefähr 30 Sekunden fröhlich darauf herum, bevor sie unterging.

Als nächstes folgten die Hoden-Häute, die dahin trieben wie ein Paar fleischiger Seerosenblätter, bevor sie von den anfliegenden Augäpfeln versenkt wurden. Ein Auge tauchte rechtzeitig als kleines Floß für Kakerlake Nr. 2 wieder auf, die sich in einer umwerfenden Demonstration mutiger Entschlossenheit mit einem 10- Zentimeter-Sprung rückwärts aus der Hand des Vice-Mitarbeiters ins Glas fallen ließ. Als das Auge langsam unter die Wasseroberfläche zu sinken begann, streckte Kakerlake Nr. 2 ein Beinchen aus dem Wasser und winkte uns sanft zu, bis auch sie völlig in der üblen braunen Brühe verschwunden war. Ein düsterer und ergreifender Abgang für zwei alte, treue Freunde.

VICE STAFF


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Subject: chemical analysis
Date: Mar 31 2006 10:36:09 AM
Author: roaches

when will a sample be sent to the lab for testing ? CDC ??



Subject: mackle?
Date: Mar 30 2006 08:52:35 PM
Author: helltown

is that mackle from tbay?
the aerobic fermentation thing is a sound guess though
did you really kick/kill that dog? thats wild



Subject: feed the world
Date: Mar 29 2006 05:01:32 PM
Author: j

those starving rwandans would kill for that shit



Subject: Gross Jar
Date: Mar 29 2006 06:36:19 AM
Author: me so lonely

god i love that little jar!



Subject: lazy
Date: Mar 28 2006 08:32:16 PM
Author: matt

i don't want to read it. what's going in there that's not a roach?



Subject: yeast
Date: Mar 28 2006 04:05:43 PM
Author: mAckle

so make fun of me all you want but i am a biologist and I can't resist... the yeast in the jar as you have described are surviving thus far and as such they are producing carbon dioxide as a by-product from the 'digestion' of their food sources (carbohydrates of various kinds)- thats why they are used to make bread rise etc.. anyway, the yeast must have produced enough CO2 to blow the top off of that sucker clear to the other side of the roof. mystery solved.



Subject: jar
Date: Mar 28 2006 10:42:47 AM
Author: me

Beautiful..........



Subject: poo
Date: Mar 27 2006 11:38:22 PM
Author: derek

That eye ball looks like the Drinky Crow eye.



Subject: kinda gross, i guess
Date: Mar 27 2006 04:37:40 PM
Author: hatesryan

ryan is a fag. where do you get cow scrotum



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