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DOS & DON'TS









Hier seht ihr Sophea, wie sie Reiswein in ihrem Café serviert. Diese Sorte enthält eingelegten Hirschpenis und ein ganzes Äffchen (Inset von AP). Hier kann man gerade noch seinen verrottenden Kopf erkennen. Fotos von Heng Sinith






Die druckerpressen anhalten! „Das kam gerade rein: Komische Scheiße in Asien gegessen!”, schreit der Chefredakteur als Reaktion auf neu eintreffende Berichte über den Verzehr von Vogelspinnen. Wir sind im Büro von The Cambodia Daily, einem ehemaligen Freudenhaus, das später dem Verfall und der Insektenplage überlassen wurde. Die Story ist ein Dauerbrenner—fettige Spinnen in Vorort von Phnom Penh verspeist, mehr News aus dem Provinzkönigreich.

Grillen-Esser, Schlangen-Esser, Frosch-Esser, Affen-Esser, der gelegentliche, betrunkene Kannibale—auch 25 Jahre nachdem sie von Pol Pots Kollegen gedemütigt und gequält wurden, sind viele Kambodschaner noch hungrig. Heute führt Premierminister Hun Sen die Tradition der erschreckend dämlich-aggresiven Herrschaft weiter.

Hun Sen, ein Zyklop, dem als Soldat der Roten Khmer ein Auge rausgeschossen wurde, regiert das Land zusammen mit korrupten Speichelleckern wie Kep Chuktema, dem Gouverneur von Pnom Penh, der die Probleme Hundescheiße und Armut in der Hauptstadt anpackte, indem er die Armen dazu aufforderte, mehr Hunde zu essen.

„Kommt schon, Hundefleisch ist doch köstlich“, erzählte Chuktema 2003 einem Reporter des Daily. „Arme Menschen haben keinen Wein, aber für sie gibt es Hundefleisch und vergorenen Orangensaft.“

In ihrem Straßencafé hebt Sophea den Deckel eines großen Topfes und präsentiert einen winzigen Elchdarm, der in einer grünen Brühe schwimmt. Dampfschwaden und ein unverkennbarer Geruch liegen in der Luft.

Im Topf befindet sich Pi Pia, das, obwohl der dort ansässige Kuy-Stamm es schon weit länger zubereitet, seit 1998 ein offizielles Gericht des Dorfes Phnom Dek ist. In jenem Jahr war Sopheas Ehemann auf einer Reise in Laos, wo ebenfalls Mitglieder des Kuy-Stammes leben, und berichtete von einer septischen Suppe, mit der sich gutes Geld verdienen ließe.

Sophea begann, das Gericht zu servieren und es gewann unter den Dorfbewohnern mehr und mehr an Beliebtheit. Vor allem Bauern schätzten Pi Pia wegen seiner belebenden Wirkung.

Aber die zunehmende Knappheit von Wildtieren bedeutet, dass Pi Pia nicht täglich angeboten werden kann. Jäger müssen die Tiere weit außerhalb beschaffen. Wenn es mehr als einen Tagesmarsch entfernt ist, nehmen sie ihre Beute noch vor Ort aus, um den Fäulnisprozess zu verlangsamen und opfern somit die Zutaten für die Suppe.

Obwohl Sophea den Familienbetrieb darauf aufgebaut hat, kann ihr Ehemann Pi Pia nichts abgewinnen. „Es stinkt nach Scheiße“, sagt Vunheng, „aber die Leute mögen es.“

Ihr wisst jetzt genug über das Leben in Kambodscha.

BOO CALHOUN