|
|
DOS & DON'TS
|
||||
![]() ![]()
Zeit: 15 Minuten Vorbereitung, 1 1/2 Stunden im Ofen OK, um eins gleich klarzustellen: es ist illegal, Hunde zu töten, zu kochen und zu servierensogar in Hongkong, der Welthauptstadt der „exotischen“ Küche. Kürzlich wurde in Kalifornien sogar ein Gesetz verabschiedet, dass die Zubereitung und den Verkauf von Gänseleber verbietet, dem Herzstück der französischen Küche. Aber wenn man sich immer so streng an die Regeln hielte, dann würde man auch viele tolle Dinge im Leben verpassen. Wie geschmorten Welpen zum Beispiel. Fall erledigt. Also, wie findet man einen Hund für dieses Gericht? Mach’s wie die Kantonesen es seit Jahrhunderten tun: Kauf einen von einem armen Bauern oder schnapp dir einen Streuner von der Straße. Nur denk dran: Du weißt von nichts. Und beachte, dass du keinen grantigen alten Köter willstes sei denn, du bist richtig hart draufdenn deren Fleisch ist zu zäh und faserig. Was wir suchen, ist ein schöner, glücklicher und dicker Welpe. Aber bitte: keine Chihuahuas, keinen Cockerspaniel und bloß keinen Designerpudel. Wir sprechen hier von rustikaler, bodenständiger Hausmannskost. Danach richten sich auch die Zutaten. Noch eine Warnung: Dies ist eines der am intensivsten duftendsten Gerichte der kantonesischen Küche. Wenn du dieses Rezept probieren willst und in einem Wohngebiet lebst, wo andere Mieter in der Nähe sind, ist es verpflichtend alle Küchentüren und -fenster zu schließen. Am besten du versiegelst auch die Ritzen unter der Tür und an den Fenstern mit nassen Handtüchern, damit nichts von dem wundervoll appetitlichen Aroma nach außen weichen kann. Andernfalls wird dein neugieriger tierrechtsfanatischer Nachbar die Fährte wittern und dich verpfeifen.
2 Pfund Hundefleisch, in ca. 5-7 cm lange Stücke geschnitten (die Stücke von den Vorder- wie auch den Hinterbeinen sind wundervoll) 1/2 Kopf Eisbergsalat 1/2 Pfund Chinakohl 1/2 Pfund Spinat 1/2 Pfund essbare Chrysanthemen-Blätter (tong oh), optional 1-2 cm breite Scheibe Ingwer, zerdrückt 4 Scheibchen Knoblauch 3 Esslöffel pflanzliches Öl 3 Becher Hühnerbrühe Salz 2 Frühlingszwiebeln, diagonal zerschnitten in 5 cm-Stücke Korianderstängel Für die Soße: 2 Esslöffel Ground-Bean-Sauce (Sojasoße mit Stückchen) 2 Esslöffel roten Bohnenquark (nom yu) 1 Esslöffel Austernsoße 1 Esslöffel leichte Sojasoße 2 Esslöffel Shao-Hsing-Wein 3 Knollen Knoblauch, zerdrückt 5 cm getrocknete Mandarinenschalenstreifen, 10 Minuten in warmem Wasser eingeweicht 4 Stücke Sternanis 1 Esslöffel Zucker 8 Umdrehungen frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer Soßenbinder: 1 Esslöffel Maismehl 2 Esslöffel Wasser VORBEREITUNG Die Salatblätter lösen und in der Mitte durchbrechen. Waschen, abtropfen lassen, trocknen. Das gleiche mit dem Chinakohl. Spinat zurecht schneiden und mehrfach waschen, abtropfen lassen, trocknen. Die Blüten und harten Endstücke von den Chrysanthemen entfernen, gründlich waschen und durchspülen, dann trocken tupfen. Alle Zutaten für die Soße vermischen und beiseite stellen. KOCHEN In einem 4-Liter-Topf etwa zwei Liter kaltes Wasser bei starker Hitze zum Kochen bringen. Die Hundefleisch-stücke dazugeben und warten, bis es wieder kocht. Fünf Minuten kochen lassen, dann das Fleisch in einem Sieb abtropfen lassen, unter kaltem Wasser abwaschen und trocken tupfen. Einen großen Wok mit flacher Unterseite, oder eine Bratpfanne, erhitzen, bis er sehr heiß ist aber noch nicht qualmt. Das Hundefleisch dazugeben und ohne Öl unter Rühren drei Minuten anbraten, bis es braun wird und das Fleisch am Wok haftet. Das Fleisch aus dem Wok nehmen. Zwei Esslöffel Öl in den Wok geben, dann den Ingwer dazu. Das Fleisch wieder in den Wok geben, Soße darüber träufeln und unter Rühren eine Minute braten. Das ganze in einen 4-Liter-Lehmtopf schütten, die Hühnerbrühe dazukippen und bei starker Hitze zum Kochen bringen. Abdecken, die Herdplatte auf eine niedrige Stufe stellen und etwa anderthalb Stunden kochen lassen, je nach Zustand des Fleisches. Mit einem Zahnstocher kann man testen, ob das Fleisch durch ist: Wenn der Zahnstocher problemlos hindurchgeht, ist es gut. Das Maismehl mit dem Wasser mischen und unterrühren, um die Soße zu binden. Währenddessen den Wok nochmal erhitzen, bis er heiß ist aber nicht qualmt. Einen Teelöffel Pflanzenöl und ein Stück Knoblauch in den Wok geben und zehn Sekunden anbraten. Den Salat dazupacken und eine weitere Minute braten. Eine Prise Salz hinzufügen und weitere zehn Sekunden braten, oder einfach bis der Salat schlaff wird. Alles herausnehmen und die gleiche Prozedur mit dem Chinakohl, dem Spinat und den Chrysanthemen-Blättern wiederholen. Das Gemüse um das Fleisch herum auf einem Teller anrichten, mit Frühlingszwiebeln und Koriander dekorieren und sofort servieren. PAUL SINN Rezept aus 30 Years in the Kitchen von Chan Wing. Im Ernst. Wirklich.
|