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DOS & DON'TS









Jim Greco beim Shredden auf der aktuellen Baker Skateboards DVD.






Skateboarding ist gerade dabei, zu einem reinen X-Box Spiel zu verkommen. Ellbogen- und Knieschoner und ein Helm mit vielen Sponsoren-Stickern drauf? Supercool!

Wir danken Gott für Steve Berra und Jim Greco, zwei Pro-Skater und Vorreiter auf dem Gebiet des urbanen Befreiungskampfes. Skateboardings führende Guerillakrieger, bewaffnet nur mit Board und dem Manifest des Hardcore-Streetskatings. Jim und Steve streunen durch die heruntergekommenen Hinterhöfe von North Hollywood, Sherman Oaks und Van Nuys, immer auf der Suche nach den härtesten und brutalsten Spots. Diese Outlaws sind mit einer solchen Leidenschaft dabei, dass sie auch schon mal stundenlang auf die Wachablösung der Security Guards warten, um fünf Minuten ein Schild vor einem Versicherungsgebäude zu skaten. Und weil Jim und Steve selten Lust haben, einen Fotografen anzurufen, bleiben diese roughen Sessions meist undokumentiert. Das sind die Puristen des Skateboardings, die der Tony Hawk-Version des Sports, wo der „Street Course“ nur aus vorgefertigten Rampen mit perfekter Anfahrt, kleinen Treppen und niedrigen Rails besteht, ihren Mittelfinger mitten ins Gesicht strecken. Tatsächlich hatten Greco und Berra nie besonders viel mit Tony Hawk zu tun, seit Jahren haben sie alle Sponsoring- und Werbeverträge des berühmten Birdman abgelehnt. Statt fette Schecks einzulösen und sich einen Agenten für Vertragsverhandlungen zu suchen, nutzen die beiden ihre Zeit lieber mit dem Kampf gegen die miesen Bodenverhältnisse und kaputten Ledges des urbanen Dschungels.

Beide Pros haben kürzlich Videoparts veröffentlicht, die zeigen, wie sie solche Spots meistern, und lass dir gesagt sein, wenn du das Glück hast, diese Juwelen des Underground zu entdecken (ich spreche von den Videos, versuch gar nicht erst, die Spots zu finden), dann werden alle deine Zweifel ausgeräumt sein. Spots und Skating sind nicht von dieser Welt. Ich kackte mir fast in die Hosen, als ich Steve mit seinem charakteristisch lässigen Style einen smoothen Manual machen sah, während man um ihn herum eine Wolke aus Kies und Staub aufsteigen sieht. Und glaub bloß nicht, dass Jim sich an dreckigen Spots weniger wohl fühlen würde. Bei einer back-to-back Line, bei der er über eine Behindertenauffahrt ein Flatrail attackiert, blieb mir schon auf Grund der reinen Überwindungskraft, die es kosten muss, auf so ein Rail draufzugehen, das Herz stehen. Wie zur Hölle hat er diesen Spot gefunden, und wie kann man so wahnsinnig sein, diesen Trick zu machen? Und welcher Filmer hatte ausreichend dicke Eier, um da mit hinzugehen und das zu filmen? Unglaublich.

CLYDE BONNIE