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DOS & DON'TS
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Zum Leidwesen aller Tierfreunde ist Chester nur eine von vielen depressiven Katzen. In ganz Europa leiden Hauskatzen unter dem sogenannten Feline Reactionary Misanthrope Syndrom (FRMS). Nach einer neuen Studie von Wales’ führender Tierpsychologin Dr. Morgan Edwards ist die Hauptursache von FRMS im zunehmenden Hausgebrauch von tragbaren internetfähigen Endgeräten wie BlackBerrys und drahtlosen Computern zu suchen. „Der typische Besitzer einer Katze, die FRMS-gefährdet ist, ist Mittzwanziger, Computer-erfahren und arbeitet selbständig von zu Hause aus“, so Dr. Birkenhead, ein ganzheitlich praktizierender Tierchirurg aus Swansea. „Bevor drahtlose Geräte das Wohnzimmer eroberten, entwickelte sich ein liebevolles Verhältnis von Katze und Mensch durch offene Kommunikation in hohen Tonlagen, das traditionelle Spiel mit der Maus am Faden, sowie die Nachahmung von Mausgeräuschen mit einer Zeitung. Wenn Katzen heute überhaupt noch Mausgeräusche hören, so ist das in der Regel das Klicken der Computermaus und das lustlose Rumgetippe auf iBooks.“ Der Katzenpsychologe Michael Judge vertritt die Meinung, die Depression werde von einer schädlichen Strahlung der drahtlosen Endgeräte verursacht, der die Katzen schutzlos ausgesetzt sind. Birkenheads Erklärung ist einfacher, aber furchterregend. „Je mehr Zeit wir mit drahtlosen Endgeräten verbringen, um beispielsweise im Internet zu surfen, desto weniger Zeit bleibt uns, echte Beziehungen mit den uns umgebenden Lebewesen aufzubauen. Katzen sind äußerst sensible Tiere und leiden dementsprechend am meisten darunter“, so Birkenhead. „Noch deutlicher sagte es der Schweizer Tierpsychologe Ziegfeld in seiner existentialistischen Studie von 1938, Lait de Sipping d’une Cuvette Vide. Sobald eine Katze merkt, dass ihre Besitzer sich nicht voll und ganz auf sie einlassen und beispielsweise echte Zuneigung und ausgiebige Streicheleinheiten durch Small Talk und halbherzige Berührungen ersetzen, wird sie unwiderruflich misanthropisch und depressiv. Man kann auch sagen, selbstmordgefährdet.“ Die Allgegenwärtigkeit der digitalen Kommunikation und die Unbekümmertheit der Menschen, die die Zuneigung ihrer Katzen als selbstverständlich voraussetzen, erscheinen wie ein todesbringender Fluch. Am Anfang der Zivilisation verehrten die alten Ägypter die Katzen noch als Götter. Diese magische Beziehung zwischen Katze und Mensch ist offenbar gebrochen. ANITA CRAPPER |