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DOS & DON'TS
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Mein Interesse an der muslimischen Welt begann in der Highschool, als ich die Biographie von Malcolm X las. Ich war beeindruckt von dem Bild tausender Pilger, die sich vor dem Kaaba in demütiger, maskuliner Reinheit verneigten. Im College praktizierte ich Buddhismus und Falun Gong, aber der Islam, mit seinem Verzicht auf das eigene Selbst vor dem größten der Götter, war stärker. Nach meinem Studium zog ich in die Stadt und begann, regelmäßig eine kleine Moschee zu besuchen, wo ich den Sadiq kennen lernte. Er ist der Führer unserer Gruppe. Der Sadiq sah, dass ich in den Exzessen des Kapitalismus geboren wurdedie Versklavung unserer Brüder, das Fest der Sünden, die Drogen, das Glücksspiel, die Lust nach weiblichem Fleisch. Nachdem er mir eine Einführung in das Studium des Korans gegeben hatte, erhielt ich meine erste Nachricht von Al-Jabbar. Al-Jabbar ist nicht der dicke Typ aus Star Wars. Es ist der zehnte Name von Gott. Es bedeutet Gott der Antreiber, Gott der Unterdrücker. Ich bekam Al-Jabbars Mail-Adresse von dem Sadiq und jetzt schickt mir Al-Jabbar etwa einmal in der Woche eine verschlüsselte Nachricht mit einem neuen Auftrag. Mein erster Auftrag war, eine Stange Marlboros und ein paar Rollen weiches Toilettenpapier zu kaufen und in der Lobby eines Wohnheims zu hinterlegen, wo einige unserer Brüder unter ständiger Überwachung stehen und es nicht riskieren können, das Haus zu verlassen. Mein zweiter Auftrag war schon etwas wichtiger. Ich musste mein Auto vor dem Chrysler Building auf der Lexington Avenue parken, aussteigen und warten, wie lange es dauerte, bis der Abschleppwagen erschien (28 Minuten). Diese Woche nahm ich den A-Train von der Canal Street und beobachtete einen „Fremden“ an der Penn Station beim Aussteigen. Es dauerte bis zur 116. Strasse, bis der Polizei die sperrige Sporttasche auffiel, die er im Zug hatte stehen lassen. All das berichtete ich detailliert dem übermächtigen Al-Jabbar. Natürlich lebe ich kein Lotterleben. Ich habe den westlichen Verlockungen, wie Popmusik und Fernsehen, für immer abgeschworen. Es ist schon witzigam meisten vermisse ich meine Playstation 2. Ich denke, einige der Leute, mit denen ich zusammenarbeite, haben auch eine natürliche Neugier nach diesen Dingen. Ich meine zum Beispiel diese 25-jährigen „Niggaz”, wie sie sich nennen. Kürzlich hat einer meiner Kontakte, Sabbalah, mich in einer E-Mail gefragt, ob ich „Britt-anus [sic!] Spears“ und ihre Musik kennen würde. Ich lachte erst herzlich aber schämte mich gleich darauf. Ja, ich weiß, dass meine Arbeit vielleicht zum Tod von amerikanischen Zivilisten führen wird. Aber ich würde mich deshalb keinen Terroristen nennen, genau wie die Gründungsväter Amerikas sich nicht Neger nennen würden. Ich finde keinen Gefallen am Tod von unschuldigen Menschen, aber ich bin bereit, Mord als letzte Maßnahme zu akzeptieren. Geschichte wird mit den Körpern Unschuldiger geschrieben. Der Glaube, wir würden dies tun, weil wir denken, uns erwartet im Jenseits ein Harem mit 99 Jungfrauen, ist eines der lächerlichsten Gerüchte, das die westliche Presse verbreitet hat und es ist immer noch in den Köpfen vieler Menschen, obwohl es von Jack Kelly, dem größten Schandmaul der USA Today verfasst wurde. Die Leute sind zu egozentrisch, um zu glauben, dass jemand etwas ohne eine solch höhere Belohnung tun könnte. Ihr lebt ohne Sinn und habt doch zuviel Angst vor dem Tod, als dass ihr euch vorstellen könnt, euch zu opfern. Falls es aber tatsächlich so viele Jungfrauen im Jenseits gibt, ich werde sie nicht von meiner Wolke stoßen… Es mag sorglos erscheinen, dass ich mich hier an die Öffentlichkeit wende, aber selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass ich entdeckt werde, wird unsere Arbeit weitergehen. Der Sadiq und ich sind nur zwei von vielen wütenden, streng gläubigen Moslems, die für unsere Kultur kämpfenich bezweifle, dass wir dem FBI etwas über Al Qaida oder Bin Laden sagen könnten, was sie nicht ohnehin schon wissen. Und ich bin nicht so naiv zu glauben, dass meine alten Schulfreunde diesen Artikel lesen und ihren Lebensstil ändern werden. Aber ich weiß, dass Osama die dekadente, westliche Presse beobachtet. Wenn er das hier liest, weiß er, dass er nicht alleine kämpft. Lang lebe der glorreiche Kampf und lasst ihn uns weiterführen, bis wir triumphieren im Namen von Allah, dem höchsten Gott und für alle Menschen, deren Herzen für immer gegen die Ungläubigen vereint sind! JOHN SKYWALKER LINDENBERG |