7.000 Dollar für die Niere, 1.000 für einen Hinund Rückflug nach Kapstadt, wo ich ganz legal operiert werden konnte, 1.200 um den brasilianischen Fliesenleger, dessen Niere jetzt in meinem Körper steckt, aus São Paulo einzufliegen. Oh, und 1.422 Vollpension für mein Hotel und 732 für seins. Kleinkram wie Taxi und kleine Snacks lasse ich mal außen vor. Warte mal, jetzt kurz das Taschenrechner-Widget checken (Kennst du diese Widgets? Machen echt süchtig.) … 11.345 um mein Leben zu retten und meiner Frau und Tochter ein unbeschreibliches Elend zu ersparen. Scheint mir ein faires Geschäft zu sein.
Im August 2003 erlitt ich ein akutes Nierenversagen. Ich musste erfahren, dass auf der Warteliste für eine Spenderniere in etwa 3.000 Personen standen. Dann fand ich heraus, dass auf der Warteliste für eine Spenderniere, die zu meiner Blutgruppe passte, etwa 6.000 Leute standen. Eine Dialyse hätte mich zwar mühsam am Leben halten können, aber zu dem Preis, für den Rest meines Lebens an einer ganzen Reihe von Maschinen angeschlossen zu sein. Was übrigens auch nicht gerade billig gekommen wäre.
Auf der Suche nach Alternativen googelte ich durchs Internet und fand schließlich einen Arzt in Kapstadt, der auf Nierentransplantationen für reiche Ausländer spezialisiert ist (er erzählte, die meisten Kunden kämen aus Mauritius). Er gab mir die Nummer eines Brasilianers, der einen so genannten „bezahlten Spenderservice“ unterhält. Dieser Typ brauchte ungefähr vier Minuten, um mir den Namen eines Spenders zu nennen. Kein Witz. Mein Doktor hier leitete meine Akten zum Krankenhaus nach Südafrika weiter, dort machten sie einen Verträglichkeitstest, um sicherzugehen, dass mein Körper die Niere nicht wieder auskotzen würde und fünf Tage später saß ich im Flieger Richtung Kapstadt. Im Krankenhaus verpasste man mir einen Einlauf und ein Beruhigungsmittel, dann rollten sie mich in den OP, wo ich beobachten konnte, wie der Doktor meine neue Niere aus einem Glas holte, während sie anfingen mich aufzuschnippeln. Jetzt, wo das Gesundheitssystem kaputter denn je ist, wäre es wohl an der Zeit, den hippokratischen Eid selbst umzusetzen. „Hilfe, ich bin am Verrecken!“, rief ich meinen Ärzten in den Staaten zu. „Leck unseren feuchten Arsch!“, schrieen sie zurück. Also flog ich nach Südafrika, schloss die Augen und wartete darauf, gerettet zu werden. Nach der Operation bekam ich einen heftigen trockenen Würgereiz und verlor das Bewusstsein. Das kam daher, dass die Betäubung nachließ, während die Wirkung des Cyclosporins, das eine Abstoßung der Niere verhindert, einsetzte. Als ich aber wieder zu mir kam, fühlte sich mein Körper an, als wäre er wieder 20 Jahre jung. Und all das für den Preis eines Kleinwagens.
TOBY ANDREWS