|
|
||||||||
|
![]() Der Winter ist da und unser einstiger Ratten-mangel wuchert so übermäßig wie ein verlauster Strauch Rhododendron. Abgesehen von der Sandwich-Tüte voller Futter-Ratten, die eine Woche zu spät geliefert wurde und dankenswerterweise in Decken statt in Trockeneis verpackt war, ist unser Büro von einer ganzen Truppe umherirrender Nagetiere in Katzengröße gesegnet. Im Glas des Grauens versuchte unsere erste Ratte ihre neuen Freunde zu beeindrucken, indem sie sich von den Genitalien bis zum Kinn aufspaltete und ihre Organe in die orangene Flüssigkeit herunterbaumeln ließ, während die übrig gebliebene Haut und das Skelett obenauf schwammen. Während sich alle Mädels im Büro angesichts dieser knuddeligen Vorführung in Ohnmacht begaben, fiel es uns wie Schuppen von den Augen: Wie könnte man diese dufte Spende besser feiern als mit der Zugabe frischen menschlichen Menstruationsschleimes? Angesichts der Tatsache, dass dieses Magazin monatlich erscheint, sollte man denken, dass es ziemlich einfach wäre, rechtzeitig vor Redaktionsschluss frische Uterus-Ausscheidungen zu bekommen. Leider stimmte keine der regelmäßigen Blutungen unserer Büro-Mädels mit der Deadline überein. Der Job musste also an die superhilfsbereite Freundin einer unserer Kollegen übergeben werden. Nach einer Nacht brutalster Gefahr einem Giftschock zu erliegen, brachte uns unsere Ersatz-Menstruistin eine Plastiktüte vorbei. Der Inhalt konnte nur durch wenige Millimeter weißer Schnur, die von dem ziegelsteinroten Schleim seltsamerweise undurchsickert blieb, als Tampon identifiziert werden. Unser Kollege nahm den blutigen Stöpsel seiner Freundin aus der Tüte und in einer beeindruckend flüssigen Bewegung drehte er den Deckel vom Glas, rammte den Tampon in die zarte Hülle Resthaut der Ratte bis er komplett in die Flüssigkeit eingetaucht war und verschloss das Glas in aller Eile. „Ich zögerte eine Sekunde als ich das Glas geöffnet hatte“, sagte er keuchend, nachdem er zurück ins Büro gehetzt war, „aber dann stieg mir der Gestank in die Nase, obwohl ich nicht mal atmete. Ich könnte immer noch kotzen.“ Als wir Näheres über den Geruch erfahren wollten, antwortete er mit unterdrücktem Würgen und murmelte vereinzelt Worte wie „Tod“ und „verwesende Leichen“. Der Tampon stieg sofort nach der Aktion an die Oberfläche des Glases und schwimmt dort seit nunmehr vier Tagen. Mittlerweile lösen sich kleine rote Klumpen davon ab, die das Wasser in ein schickes Purpur färben. VICE STAFF |
|||||||
|
Comments:
|
||||||||
|
|
||||||||
|
© 2005-2009, Vice Magazine Germany
|
| Site Design: Solid Sender |