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Wenn du zu den Typen gehörst, die das Geld, das sie nicht haben für unglaublich coole und teure Psychedelic-Disco-Platten ausgeben, die vier- oder fünfmal gespielt werden, bevor sie in der Sammlung verschwinden, dann könnte das New Yorker Label Whatever We Want dein neues Lieblingslabel werden. Carlos, ein Mann mit guten Beziehungen, managt den Laden. Whatever We Want ist quasi das inoffizielle Headquarter der internationalen „Bier und Bärte“-Disco-Clique, die ihre Klauen langsam aber sicher um die „qualitativ hochwertige“ Tanzmusik schlingt. Letztes Jahr wurde bereits die großartige Map Of Africa-Platte veröffentlichtMap Of Africa ist das Kitsch-Rock-Projekt von DJ Harvey (in gewissen Kreisen auch als Gott bekannt) und Thomas von ARE Weapons und, wie ich glaube, Rub’N’Tug „Fame“. Kürzlich kamen noch einige neue Singles heraus, die man einfach lieben muss, besonders wenn man gerade 12 Euro für eine 7-Inch und 15 Euro für eine 12-Inch mit zwei Tracks rausgehauen hat. Angeblich sind die so teuer, weil sie aus New York importiert werden, aber selbst dann sind die Preise noch recht happig. Nichtsdestotrotz gibt’s da draußen genug Freaks, die die Dinger in wenigen Tagen wegschnappen und das bedeutet, dass die neueste Platte vom Quiet Village Project, „Drax“/„Too High To Move“ längst ausverkauft sein könnte, wenn die neue Vice-Ausgabe gedruckt ist. Und das wäre wahrlich eine Tragödie, denn je mehr Leute diese beiden unglaublich langsamen und tiefbewegenden Balearischen Orchesterstücke hören („Too High To Move“ klingt wie Barry White auf Ketamin), umso besser. Quiet Village, das sind Zeus & Maxxi, zwei Jungs aus Brighton. Hinter Maxxi versteckt sich Matt Edwards, der unter dem Namen Rekid Musik macht und mal zu Radio Slave gehörte (oder noch immer gehört, was weiß ich). Zeus, im normalen Leben Joel Martin, verkauft immer mal wieder Platten und weiß wohl mehr über Disco als jeder andere Mensch auf Erden. Als DJ tendiert Zeus dazu, seine lächerlich obskuren und seltenen Vinylplatten auf CD zu brennen, so dass niemand sieht, was er auflegt. Nicht dass er paranoid wäre oder so was... andererseits sind die Clubs, in denen er auflegt, zum größten Teil von Typen bevölkert, die ums Pult herumschwirren, sobald eine Platte läuft, die sie noch nicht kennen. Eine Whatever-We-Want-Single, die einem folgenden Gedanken ins Hirn ruft: „Himmel, halten die den Scheiß wirklich für gut?“, ist Otterman Empires zahme Neuveröffentlichung vom schwülstigen The Doors-Song „The Wasp (Texas Radio And The Big Beat)“ und „Private Investigations“ von den Dire Straits. Umbenannt in „Private Land“ wird es erst dann gut, wenn man schon einige Lines gezogen und das Gefühl hat, zu etwas Epischem und leicht Melancholischem in die Luft zu boxen. Aber der Track von den Doors wird nie gut oder auch nur besser, so wie alle anderen bombastischen Stücke Jim Morrison. Glücklicherweise klingt Bobbie Maries wundervolle „Rodeo“/„Stay Away“ 7-Inch-Blues-Explosion wie Suicide in ihren besten Zeiten: spöttisch, treibend und atemberaubend. Schaut euch am besten die Website des Labels an (whateverwewantrecords.com). Psychedelische Wonne in Form einer pinkfarbenen 12-Inch bringt auch die limitierte Ausgabe von Beyond The Wizards Sleeve (sic) auf dem neuen Label 3rd Mynd. BTWA ist niemand geringerer als Erol Alkan, Trash-Oberboss, bekannter Mixmaster und Remixer, sowie Richard Norris (früher bei The Grid, die mit dem „Swamp Thing“-Song vor zehn Jahren). Hier haben sie fünf, unbeachtet gebliebene Beatpop-Goldstückchen verbessert, ausgebaut und insgesamt ein paar trickreiche Sounds eingefügt. Das bekannteste davon ist wohl „Dig It“ von den Monkees, dem berühmten Film der Band, Head, entnommen, auch „Aglarsa Anam Aglar“ der türkischen Band Three Hurel (Ende der Sechziger) ist ein wahrer Leckerbissen ist. Verglichen mit Ricardo Villalobos neuestem Angebot Achso, einem ausfaltbaren Doppelpack für Lucianos Cadenza Label und seine erste große Veröffentlichung seit 12 Monaten, ist das aber alles ein Kinderspiel. Achso plätschert und stolpert geschmeidig über alle vier Seiten, mal heftig schlagend, mal sanft und entzückend funky wie sonst nichtsoder vielleicht eine klare Weiterführung des Weges, auf dem Can an ihrem Höhepunkt abbogen. Es scheint irreführend, ja grausam, die Länge der Tracks anzugeben (jeder endet nach circa 12 Minuten), da die Zeit in Villalobos’ Händen oft in die Länge gezogen erscheint, auf gelassene Weise verzerrt und verstümmelt. Da wir gerade von ihm sprechen: Der Chilene machte auf einer der letzten Fabric Afterpartys einen derart erfrischten Eindruck, dass er am Anfang seines Sets eine CD auf den Turntable legte und einige Zeit brauchte, bis er merkte, warum nichts vernünftig funktionierte. Eine richtig gute Nacht kurz vor Weihnachten war Vitalics Live-Zerstörung der winzigen Nag Nag Nag Schwitzbude in London, wo Pascal Arbez sein gutes Jahr mit einem ganz neuen Set krönte, dass auch einige unveröffentlichte Tracks beinhaltete. Einer davon, „Voyage“, war derart emotional, dass sogar Boy George zu schluchzen schien. Als Zugabe spielte er die MP3 eines Demos eines neuen Linda Lamb/Mount Sims-Songs, was dazu führte, dass alle ihre Köpfe schüttelten und Worte mitsangen, die sie nicht einmal kannten. In dieser Nacht gab man uns Debaser, das Debütalbum von John Lord Fonda, auf Vitalics Citizen Label erschienen. Ein französischer Kollege, JLF, hat einen ähnlichen Sound und Stil wie Vitalic: unnachgiebige und doch anmutige Melodien. Tracks wie „Erase My Anger“ und „So Far Away“ haben diese fröhlichen „Poney“-artigen, champagnersprudelnden Momente. Auf die Gefahr, wie das Q-Magazine zu klingen: Wenn du OK Cowboy magst, wirst du Debaser lieben. PIERS MARTIN |
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Comments:
Subject: the hypist, harvey, tomas.... SF Date: Feb 17 2006 03:57:08 PM Author: jeniluv tomas, harvey, the hypist of "protection"...SF has had a lot to offer coming from electronic music backgrounds but the hypist has been hip since 95'. a really rare & interesting artist. Subject: Beer Beard Date: Feb 12 2006 03:02:10 PM Author: Moby man, 'the new Ninja Tune wankjazz' has been around longer than your grans apple-catchers. It's called Space Disco and people have been nerding on it for about 30 years. Subject: Disco Date: Jan 24 2006 03:01:42 PM Author: Beer Beard This psychdelic/cosmic disco thing is quickly becoming the new Ninjatune wankjazz. Made and bought by nerds who look like Moby. Subject: Eh? Date: Jan 23 2006 01:13:57 PM Author: Sorry No that's Uncut. Sorry. Subject: Eh? Date: Jan 22 2006 03:33:29 PM Author: hmmm But don't you fuckin write for Q sometimes? |
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