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Eines der Highlights der Region ist das Landhaus Deuber in Modschiedl, es bietet alles, was das Party-Herz begehrt. An den Wochenenden ist in dem dazugehörigen Tanzcenter der Teufel los. Hier wird nicht nur der übliche Disco-Scheiß gebotendie besten Coverbands der Gegend kann man hier bewundern und auch eine ungarische Combo schaut schonmal vorbei und tut so als wären sie KISS. Wer gern zu harter Musik feiert, ist bei Deuber also an der richtigen Stelle, nix für Weicheier. Außerdem kommt man hier wunderbar mit der Jugend der Region in Kontakt und kann diese beim Vertilgen riesiger Alkoholmengen unterstützen. Besonders beliebt: Gaasn’seidla, von Jürgen dem Postboten, der die ganze Zeit an der Bar steht, nur „der schleichende Tod“ genanntBier plus Cola plus Asbach, ein heftiger Angriff auf jeden schwächlichen Städterorganismus. Wer es nicht so nihilistisch mag und den des öfteren vorkommenden Schlägereien ausweichen möchte (warum eigentlich?), der kann in den etwas kleineren Tanzsaal gehen. Hier treten die besten Alleinunterhalter der Gegend auf, hier tanzen die Alten am Wochenende abends und nachmittags zum Tanzteekeine Angst, auch wenn du etwas jünger sein solltest, kannst du kräftig mitschwofen. Aber Vorsicht: strengstes Pogo- und Headbanging-Verbot. Doch wieder zurück zur Jugend. Eine Sache, die man sich hier unbedingt geben sollte: Nageln, sehr beliebt in der südlichen Provinz. Völlig straff stehen ein paar Jungs um einen Holzblock herum und versuchen Nägel mit der spitzen Seite eines Hammers da reinzukloppen. Und weil im Gasthaus Deuber auch die Mädels ihren Spaß haben, solltet ihr die Sache dringend auschecken. Ein verständnisvoller Security-Mann versucht für den reibungslosen Ablauf der Vergnügungen zu sorgen und ab und zu zeigt sich auch die alte Frau Deuber hinter der Bar. Sie scheint die Fäden in der Hand zu haben und ist definitiv die Patin des Ortes, also seid recht nett zu ihr, sonst wird es euch schlecht ergehen. Was man in Franken natürlich besuchen muss, ist eine der fünf Milliarden Brauereien, die es hier gibt. Fast jedes Dorf hat ein Gasthaus, das sein Bier selber braut, und natürlich ist es in fast jedem Dorf das beste der Welt. Der Vice-Guide empfiehlt euch zwei. Da wäre zum einen die Brauerei Kathi-Bräu in Heckendorf, einem Teil von Aufsess, der Ort, der es in das Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat, mit der höchsten Brauereiendichte pro Kopf, eine auf 375 Einwohner. Bei Kathi-Bräu gibt es ein süffiges, dunkles Bier, natürlich nach deutschem Reinheitsgebot, selbst gebrannte Schnäpse und einen Braumeister, der Josef Schmitt heißt. Zum besten Bier der Welt, welches hier natürlich ausgeschenkt wird, trifft sich in der kleinen holzgetäfelten Wirtsstube der angeblich berühmteste Stammtisch der Gegend, wenn nicht sogar ganz Frankens, die „Bumbara“. Und das schon seit fast dreißig Jahren. (Übrigens ist Kathi-Bräu eine der vier Brauereien, die man auf dem „Brauereien-Weg“ besuchen kanndreizehn Kilometer zu Fuß, vier Gasthäuser mit selbst erstelltem Bier, Wanderpass in jeder Brauerei abstempeln lassen und mordsstraff eine Urkunde für das Geleistete erhalten.) Und noch ein Tipp: Fahrt auf jeden Fall im Sommer mal mit eurer Harley in Heckendorf vorbei, da ist bei Kathi-Bräu ein Bikertreff. Bis zu 1000 Kradfahrer stehen dann bereit, dir bei einer blöden Anmache die Scheiße aus dem Leib zu prügeln. Dienstag ist Ruhetag. Huppendorf, ebenfalls ein extrem kleines Kaff, beherbergt die zweite Brauerei unseres Guides, die Brauerei Grasser, mit ihrem Chef Johannes Grasser, der von allen Hännes genannt wird. Das Gasthaus ist wesentlich größer als das in Heckendorf und selbst an Wochentagen richtig voll. Auch hier gibt es das beste Bier der Welt, dazu eine furchterregende Auswahl an selbst gebrannten Obstschnäpsen. Der Stammtisch heißt „Hörnerklang“. An der Wand hängen Schädel mit kleinen Geweihen von selbst geschossenen Tieren aus dem Wald und an dem Tisch sitzen eine Menge schweigsamer Männer älteren Kalibers und chillen. Aber es gibt noch andere interessante Gäste kennenzulernen, z. B. ein junger Mann mit Rastalocken, der sehr auffällt, aber scheinbar vollkommen in die dörfliche Gemeinschaft integriert ist, und ein anderer Typ, der mit EAV (Erste Allgemeine Verunsicherung) als Bühnentechniker auf Tour war. Ansonsten empfiehlt sich noch ein Blick in die umfangreiche Speisekarte, u.a. mit Fleisch und Wurst aus eigener Schlachtung (D.I.Y. und Multi-Tasking werden hier nämlich ganz groß geschrieben). Auch das fette Merchandise-Angebot darf nicht unerwähnt bleiben und ist ein absolutes Muss zum Mitbringen für die Lieben zu Hause, ein Poster mit allen fränkischen Bierdeckeln für 9,95. Wer nun glaubt, dass das bisherige Party-Programm zu sehr auf dörflichen Stumpfsinn hinausläuft und wer außerdem noch einen avantgardistischen Musikgeschmack sein Eigen nennt, der sollte dringend im PJ’s in Pödeldorf vorbeischauen, einer Metal- und Rock-Kneipe. Der Chef bedient hier selbst und hat einen Stift hinters Ohr geklemmt, was natürlich eine Menge Eindruck schindet. Er heißt Jürgen Pförtsch, darumdie Schlauen haben es sicher längst erkanntheißt der Laden auch PJ’s! (Warum eigentlich nicht JP’s, was man vielleicht mit Jagdgewehr-Penetration oder Jauche-Puff auflösen könnte und was natürlich viel lustiger wäre? Egal.) Jürgen, der so wirkt, als wäre er früher mal ein relativ beliebter Unteroffizier bei den Panzergrenadieren gewesen, betreibt den Laden schon seit zwölf Jahren, vorher war es eine Kneipe für die bei Bamberg stationierten GI’s. Im PJ’s gibt es Dartautomaten und einen Billardtisch, an den Wänden hängen, dem Sound entsprechend, Poster und Schals von Saxon, AC/DC oder Nazareth. An Wochenenden kann hier schonmal richtig viel los sein, in der Woche richtig wenig. Dienstags ist Country-Abend, an dem man sicher auch den Typen antreffen kann, der in Nürnberg beim Garth Brooks Konzert war. Auch im PJ’s gibt es Konzerte. Dann werden die Dartautomaten und der Billardtisch beiseite geräumt und das Haus gerockt, mit diversen lokalen und internationalen Acts, natürlich eine Nummer kleiner als AC/DC. Und dann steht auch ein Security-Mann an der Tür, der die Polizei und die Unter-18-jährigen abwimmelt. Ab und zu gibt es Stress mit den Nachbarn, die denken, dass es in ihrem Vorgarten genauso leise sein muss wie in ihrem Haus auf dem Klo. Ansonsten wäre noch zu erwähnen, dass Jürgen Ende der 80er in Berlin David Bowie, Eurythmics und Genesis vor dem Rechstag live spielen gesehen hat, was uns aber musikalisch eher verwirrtder schleichende Tod der Subkultur. Zum Abschluss geht es nach Ebermannstadt, zum Gasthaus Zur Post, das auf jeden Fall der Geheimtipp für die nötige After-Hour nach einer Party-Tour ist. Hier versorgt euch morgens um acht oder neun eine drei Meter große, dicke Wirtin mit Bier und Frühstück und ihr könnt euch währenddessen ankucken, wie sich ein paar äußerst schweigsame Männer ihr Bier reinpfeifen und dem Radiosender Bayern Drei lauschen, der vielleicht mal wieder von seinen Hörern wissen will, in welchem bayerischen Ort das Christkind eine Poststation hat. Also die Angst vorm Culture-Clash kann nur eine bescheuerte Ausrede sein, die dörflichen Vergnügungstempel nicht zu besuchenin irgendeiner stinkenden Hütte in der Karibik, vollgepumpt mit Rum würdet ihr euch doch auch wohl fühlen. Also hin und schaut euch an, was Franken zu bieten hat. Falls ihr euch fragt, wie man auf dem Land total straff nach Hause kommt, wenn man nicht unbedingt dreißig Kilometer laufen will, dann hört auf einen kundigen Gast aus der Brauerei Grasser in Huppendorf, der meinte, dass einen die Mädels nach Hause fahren können. Frauen müssen es also besoffen mit dem Auto selbst schaffen und sollten auf jeden Fall die Nähe zur Autobahn meiden.
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Comments:
Selim, on Nov 27 2008 03:42:29 PM wrote: Heckenhof, ihr Vollpfosten.... Date: May 12 2007 02:44:02 PM Author: Herr schwarz das ganze ist genius Subject: schoen war es Date: Jun 23 2006 04:15:50 PM Author: phallus dei bass jo jo - das Bier ist schon sehr lecker - man koennte saufen bis einem die Birne platzt... Subject: schoen war es Date: Jun 23 2006 04:15:50 PM Author: phallus dei bass jo jo - das Bier ist schon sehr lecker - man koennte saufen bis einem die Birne platzt... |
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