Schmieriger Punk ’n’ Roll war schon öfter tot. Viele hatten den Glauben verloren, dass junge rotzige Sounds noch aufregend sein könnten. Jetzt kommen Battletorn. Trash-Punk Riffs, so schnell wie finnischer Crust der alten Schule. Angeführt von einem wild kreischenden, comic-artigen Riot-Grrl. Kein Bass. Anhand der Menge von alten Van-Halen-, AC/DC-, Priest-, Metallica- und, ähem, Black-Lace-Shirts, mit denen Battletorn im Booklet der Evil Chains CD zu sehen sind, kann man davon ausgehen, dass es sich bei ihrer Musik nicht um einen glücklichen Zufall handelt. Sie kennen ihre Referenzen. Sie haben hart gearbeitet, um respektlos und stupide zu erscheinen.
AVI PITCHON
PHOTO VON WALTER SASSARD
Battletorn’s neues Album Evil Chains ist auf Troubleman Unlimited erschienen.
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MARY'S-CLUB-T-SHIRT
William: Wir fuhren nach Portland und einer der ersten Orte, der uns auffiel, war Mary’s Club. Ein Schild versprach Gogo-Tänzerinnen und mexikanische Küche. Das klang gut, denn wir ernährten uns seit Tagen von Tankstellenfraß und hatten länger keine Titten mehr gesehen. Mary’s war der erste Topless-Club in Portland, also trage ich hier ein kleines Stück Geschichte mit mir herum.
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JETHRO-TULL-ANHÄNGER
Wir hatten mal wieder zu viel Zeit vor einer Show, ich glaube in Columbus und fanden einen Gebrauchtwarenladen, der ziemlich gut war. Omid machte mich auf eine Kiste mit Schmuck aufmerksam. Er zeigte auf eine Fleetwood-Mac-Schlüsselkette, die er einem Freund mitbringen wollte. Daneben eine von Jethro Tull, ein kleines Medaillon an einer silbernen Kette mit einem Schlüssel-ring. Als Kind spielte ich Flöte und so hatte ich schon immer eine Schwäche für Ian Anderson. Ich befestigte das Medaillon an meiner Halskette. Darauf sprechen mich immer nur seltsame alte Leute an, aber so wie ich das sehe, ist es keine Schande, ein kleiner Tull-Fan zu sein.
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MEDAILLON
Beverly: Ich sammle Medaillons und Amulette aller Art. Mein erstes war ein großes Kreuz, ein Geschenk von meinem Boss. Schnell wurde daraus eine Obsession. Auf der „Evil Chains“ Release-Party hatte ich einen tollen, diamantbesetzten Gothic-Kruzifix dabei, aber das billige Teil ist nach der Hälfte unseres Sets auseinander gefallen. Es war aber nicht so schlimm. Ich meine, ein Kreuz zerstören? Mehr Metal geht nicht! Einen meiner Favoriten habe ich auf Tour gefunden. Wir hatten einen Tag frei und ich streunte gelangweilt durch die Antiquariate in Berkeley, als ich darauf stieß.
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TRASH-METAL-ATTACK-II-PLATTE
Vor einer Show in Milwaukee hatte wir noch etwas Zeit totzuschlagen, also gingen wir zu einem Plattenladen in Downtown. Ich schaute durch die Regale, das meiste war überteuerter Müll, aber dann sprang mir ein Titel ins Auge: „Trash Metal Attack II“ Es war eine alte Compilation von New Renaissance Records aus dem Jahre 1988. Darauf waren unter anderem Emetic Leprosy, Severe Warning, Angkor Watt, Gammacide und Battalion. Unter den Bands, denen für ihre Beteiligung gedankt wurde, die es aber letzten Endes nicht auf die Platte geschafft haben, waren überraschenderweise Ripping Corpse und Sadus.
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SAFE-SEX-PAKET
Omid: Dieses Safe-Sex-Paket fand ich in einem Coffeeshop in Milwaukee, der Heimatstadt des Serienkillers Jeffrey Dahmer, der Menschen verspeiste und in Säurefässern auflöste! „No Condom? No Way!“ Im Paket enthalten war sogar Gleitcreme und eine ausführliche Anleitung! “Roll it on. Lube it up. Toss it out.” Nützlich für die Auswärtsspiele auf Tour. Kein Sport ohne Schutzausrüstung!
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