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DOS & DON'TS











Chris ist der beste Schlagzeuger, den wir kennen. Er spielt mit Leuten wie Thurston Moore, Six Organs of Admittance und Jandes, aber mit seinen Combos Flaherty/Corsano und Vampire Belt geht er auch viel weiter.

DAS KIT
Ein totales Frankenstein-Modell. Die Bass-Trommel war ein Floor Tom (mein Bruder hat es umgebaut), ich sägte die Enden des Ständer—und Bodentoms ab [nicht im Bild], damit das ganze Kit auch ins Flugzeug passt. Die Idee, Notenständer als Becken-ständer zu benutzen, habe ich von einem Drummer gestohlen, den ich mal bei Daniel Carter spielen sehen habe. Ich weiß seinen Namen nicht, so dass ich ihm leider seinen Anteil nicht geben kann. Auf jeden Fall sind Notenständer superleicht und scheißebillig und sie fallen auch nicht annähernd so oft um wie meine alten Beckenständer, das soll mal einer verstehen.
TOPFDECKELDING
Ich fand das, zusammen mit seinem Zwillingsbruder, letzten September auf einem Flohmarkt in Jersey. Das waren so Wachsauffangteller an zwei meterhohen Mammut-Prunk-Kerzenständern. Ich habe schon viel Kohle für wahllos auf Flohmärkten, bei der Heilsarmee, Wohltätigkeits-veranstaltungen und Schrottläden gefundenes Metall-Zeug verschwendet. Das meiste hört sich zu Hause dann ziemlich dünn an und wird wieder weggeschmissen, aber bei denen hier hatte ich Glück. Sie hören sich an wie die verstörten Stiefkinder von Gamelan-Instrumenten. Das erste Mal, das ich balinesische Gamelanmusik auf der Platte Golden Rain hörte, bin ich fast nicht mehr klargekommen. (Danke, Bill Nace.)

GUMMISTÖCKE
Das sind Gummigriffe für Drahtbürsten, aus denen der Draht herausgezogen ist. Das hört sich an, als ob man mit bloßen Händen spielt, aber du kannst so fest zuhauen wie du willst, ohne befürchten zu müssen, deine Finger am Metallrahmen der Trommel zu brechen.




BUTTERMESSER
Gummihammer hören sich sanfter an als die normalen Drumsticks aus Holz, genauso ist es mit dem stumpfen Ende von Buttermessern. Sie sind auch ein alberner Tribut an Sean Meehan, der meiner Ansicht nach der größte und innovativste Schlagzeuger ist, den es gibt. Er spielt mit Gabeln auf seiner Snare und macht damit unglaubliche Feedback-Sounds. Das ist krank. Also Gabeln und Messer. Stell noch einen Löffelspieler dazu und du hast eine Gruppe, die mit den Smothers Brothers tou-ren könnte. Leben die noch?

GUSSEISERNE TOPFDECKEL
Ich habe die hier aus einem Haufen auf einem Flohmarkt herausgefischt und die Henkel abgebrochen. Ich lege sie eigentlich auf die Trommelfelle und schlage sie mit einem Gummihammer oder ziehe einen Violinenbogen am Deckelrand entlang, so dass sie ein konstant klingendes Geräusch von sich geben.
SAXOPHON-MUNDSTÜCK MIT GUMMISCHLAUCH/KLEBEBAND
Das ist nur ein in einen Gummischlauch geram-mtes Baritonsaxophon-Mundstück, das deine Ba-dewanne in eine Dusche verwandelt. Es macht ein rumpelndes/gurgelndes/verdorbener-Magen-Geräusch, das in das Geräusch einer blökenden Ziege/Feedback-Tremolo-Sound wechselt, je nach-dem, wie viel Luft du hinein bläst. Sehr charmant! Ich übernahm diese Idee schamlos von Borbeto-magus, nachdem ich sie vor einigen Jahren live gesehen habe, mit dem Unterschied, dass sie das Ende wieder an ihren Saxophonkörper anschließen und es hört sich an als ob Gott Bass bei Sunn O))) spielt. Meins hört sich mehr an wie ein Nutztier mit pfeifendem Atem und Lebensmittelvergiftung. Klebeband bringt einen ähnlichen Sound (Feedback und/oder Gurgeln), wenn du das Tape oben an den Floor Tom klebst, ungefähr einen Meter abrollst, und dann mit dem Finger über das Klebeband streichst, während du es ganz straff hältst.

HALBE FLUMMIS AUF BAMBUS-SHISH-KEBAB- SPIESSEN
Wen man einen Flummi auf das Stockende spießt und es über das Trommelfell der Floor Tom zieht und gleichzeitig herunterdrückt, gibt das Etwas, das sich anhört wie elektronischer Krach. Oder wie eine New-Age-Walgesangskassette. Oder beides. Wenn man den Flummi halbiert, funktioniert es aus irgendeinem Grund noch besser.