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Slidell ist einer dieser am See gelegenen Vororte, in dem inzwischen der einzige offene Laden im Umkreis von 10 km eine Bar ist. „Ich muss es leider so sagen”, vertraute mir hier ein Wirt eines Nachts an, „aber es war wirklich eine großartige Säuberung für New Orleans. Jetzt können Leute wie Mr. Ingraham und ich dort wieder einsteigen und Immobilien kaufen...” „Ja, eine Säuberung”, fügte Mr. Ingraham hinzu, ein weißhaariger Mann mit Sonnenbrille, der seiner minderjährig aussehenden Begleitung halbherzig das Knie tätschelte. Mr. Ingraham, so stellte sich heraus, war der distinguierte Gentleman, der die örtlichen Behörden „überredet” hatte, das nach Katrina verhängte Alkoholverbot wieder aufzuheben. So konnte seine Bar schon unglaubliche vier Tage nachdem der Sturm verzogen war wieder aufmachen. „Katrina hat eines bewirkt: Es hat den Untergang von New Orleans beschleunigt...” „Und wenn du es hier nachliest, hier im Vers 13 der Offenbarung von Johannes”, verkündete krächzend ein Prediger, dessen Litanei ich am nächsten Morgen auf meiner Fahrt von Slidell nach Baton Rouge im Autoradio verfolgte, „die Erde wird gesäubert von allem Bösen, von allen Sünden, und aller Versuchung. Die Rechtschaffenen werden in den Himmel aufsteigen. Im Umkreis von Meilen wird es keine Menschenseele mehr geben! Und was macht der Teufel? Was macht der Teufel, meine Damen und Herren? Was macht er?” „Der Teufel macht Urlaub!” Ah, aber der wird nicht lange währen. „Ich war in meinem Leben nur vier Monate lang clean”, erzählte mir der 51jährige Moe, den ich vor dem Auffanglager traf. Er hatte weißes Haar und Zähne, die wie abgeschnittene Fußnägel aussahen. Nicht mitgezählt die 11 Lebensjahre, die bereits vergangen waren, als ein Junkie ihm auf dem Spielplatz die erste Nadel in den Hals steckte. Und auch nicht die vier Tage, die er ohne Drogen auskommen musste, als die Wände seines Hauses von Katrina durchgeschüttelt wurden. „Ja, ich war auf Entzug”, erzählte er von der Heroinflaute nach dem Hurricane. Gerne hätte ich mehr davon berichtet, die Szene nachgestellt, lebensecht und grauenhaft, so dass der Leser dieser Zeilen hätte nachfühlen können, wie das sein muss, wenn man sich sich windend, kotzend, von kalten Fieberschüben geplagt inmitten einer Welt wieder findet, die nicht aufhören will, sich zu drehen. Wenn man dann feststellt, dass die Welt jetzt auch im wörtlichen Sinne begonnen hat, sich zu drehen. Wenn aus allen Richtungen Wasser auf dich ausgespuckt wird, eine solche Riesenmenge an Wasser, dass es dich jederzeit hinwegspülen könnte. Dich, deinen Hund, und deine mit Scheiße gefüllte Toilette. Aber Moe war nicht in der Stimmung, sich in solchen Details an die Ereignisse zu erinnern. „Es war echt unheimlich”, sagte er langsam, und dann, wie zur Erklärung, „Ich habe mir gerade vor eineinhalb Stunden einen Schuss gesetzt.” Moe war die erste Person, die ich im River Center Auffanglager des Roten Kreuzes traf. Ich fand schon bemerkenswert, dass er meinen Vornamen trug. Für einen viel größeren Zufall hielt ich aber, dass Moe ein Junkie war, und ich nach Louisiana gekommen war, um dort die Problematik des Drogenmissbrauchs zu erforschen. Ich sollte allerdings bald herausfinden, dass in Louisiana ungefähr so viele Junkies rumlaufen wie ComicSammler auf einer ComicbuchBörse. Ich will damit sagen: Louisiana ist kein normaler Staat. Hier geht es nicht, wie in den meisten Staaten, darum, dass große Armut mit einer niedrigen Alphabetisierungsrate zusammentrifft. Hier werden Drogensüchtige nicht, wie in den Bible Belt Staaten, als Cretins angesehen, die Satan erlaubt haben, ihre Seele in Beschlag zu nehmen. Hier ist nicht lediglich eine überdurchschnittliche Zahl von Abhängigen zu verzeichnen. Nein, Louisiana, ist eine Kategorie für sich. Moe erzählte mir seine Lebensgeschichte, in der es im Wesentlichen um Autoverschiebereien für die Mafia, um 19 Verurteilungen wegen Einbruchsdiebstahls, und um seine wunderschöne cracksüchtige Freundin ging. Während er erzählte, blickte ich über die andere Straßenseite, über die DixieKlos und das Argosy Riverfront Casino hinweg in den pissgrauen Himmel über Baton Rouge, und versuchte zu ergründen, woran das lag. Es war schwer zu sagen, jetzt wo alles gesäubert worden war. Moe war draußen und machte irgendwas, als ich am nächsten Abend zum River Center zurückkehrte, um mich dort einzuchecken, und einer der 1400 „Kunden” des Lagers zu werden. Er war nicht überrascht, mich wiederzusehen, was wahrscheinlich daran lag, dass er high war. Als ich ihn das erste Mal getroffen hatte, hatte ich ein digitales Aufnahmegerät und einen StarbucksKaffee dabei. Jetzt hatte ich nur noch einen kaputten Regenschirm und einen Kopf voller nasser Haare. Ich war eines dieser dummen Kids, die während eines Hurricanes um Mitternacht mit ihrem Auto herumfahren. Dann musste ich überrascht feststellen, dass mein Mietwagen anfing, im Wasser zu treiben. Aufgrund dieses Ereignisses meinte ich, ein ganz normaler „Kunde” des Lagers zu sein, so wie jeder andere hier auch. So ganz würde das allerdings nicht der Wahrheit entsprechen, und Linda, die im Feldbett neben dem von Moe schlief, bestätigte mir das, sobald sie mich sah. „Linda, das ist Moe”, sagte Moe vorsichtig, so als ob das jedes bisschen Konzentration erfordere, derer er habhaft werden konnte. „Nein, ich meine, die andere Moe.” Linda trug eine Brille, und ein übergroßes weißes Sweatshirt über einem mit Blumen bedruckten Nachthemd. Sie war irgendwo zwischen 60 und 80 Jahren alt, und hatte eine Stimme, die andeutete, dass sie mindestens 50 bis 70 dieser Jahre eine starke Raucherin gewesen sein musste. Wie eine Prophetin oder eine Weise schien sie durch die Dinge hindurch sehen zu können. Durch die Decken, mit denen sich Liebespaare umwickelt hatten, durch die Türen der Klohäuser, und durch mich. „Oh, du bist eine Schriftstellerin, du bist wegen einer Story hier! Du stammst aus einer guten Familie, einer guten Familie, dass sehe ich. Du bist hier undercover! Du bist eine Schriftstellerin! Du wirst hier so einige Geschichten hören, dass kann ich dir versprechen! Geh nur mal ins Badezimmer, da wirst du ein paar Geschichten hören. Nicht dieses Bad, nicht dieses Bad, das andere Bad! Dieses hier ist komplett verdreckt. Du würdest nicht glauben, was du da zu sehen bekommst! Die ganzen Bakterien, du glaubst es nicht!” Ein Nationalgardist in Kampfstiefeln ging mit lauten Schritten vorbei. Er trug ein Gewehr, das größer als das kleine Kind war, das vor ihm herlief. Das Kind trug einen Pyjama und Füßlinge. Jetzt, wo ich daran denke: Eigentlich trug hier jeder einen Pyjama, bei den Kindern waren sie aus Fleece, mit Füßen unten dran, bei den Männern aus kariertem Flanell, und die Frauen hatten Nachthemden, die man am Hals festzurren konnte. Es wirkte ein bisschen wie eine große SchulPyjamaParty, nur halt in Anwesenheit der Militärpolizei. Aber nicht für Linda. Linda konnte man nichts vormachen. „Du stammst aus einer guten Familie, dass sehe ich!”, zischte Linda in die Dunkelheit. „Also hast du ein Auto. Wo hast Du es geparkt, auf dem Platz neben dem Casino? Dort haben sie keinen Sicherheitsdienst. Du solltest hören, was ich sage, und dein Auto besser nicht an diesem Casino parken! Weißt du, was auf diesem Parkplatz neulich passiert ist? Vor ein paar Tagen kamen zwei Männer hier ins Lager. Zwei fünf Jahre alte Mädchen, na ja, die haben sie einfach mitgenommen. Und weißt du, was sie mit ihnen gemacht haben? Sie haben sie mit zum Parkplatz genommen. Und nun rate mal, was sie dort mit ihnen gemacht haben! Los, rate, rate mal, was sie mit ihnen gemacht haben! Sie haben sie sich geschnappt. Geschnappt haben sie sie, und dann vergewaltigt!” Im Kongresszentrum war es stockdunkel, aber die Luft war erfüllt von Geräuschen. Knisternde Windeln, trampelnde Kampfstiefel, das Keuchen und Schnarchen von 1400 Menschen, die so taten, als ob sie schliefen. Zwei weitere Kinder in Pyjamas rannten vorbei, ein weiterer laut stampfender Nationalgardist. Alles mit einer solchen rhythmischen Regelmäßigkeit, dass ein normaler Mensch wahrscheinlich in den Schlaf gelullt worden wäre. Aber Linda war kein normaler Mensch. „Findest du es nicht laut hier drin? Hier gibt’s Leute, die alle möglichen verrückten Dinge tun. Sie haben Sex, nehmen Drogen, und Gott weiß, Gott weiß, was sie sonst noch alles so tun.”, sagte Linda. „Möchtest du ein paar Pillen? Ich kann dir ein paar Pillen geben, die dich sofort ausknocken”, sagte Moe, und war prompt wieder weg vom Fenster. „Ob ich das unangenehm finde, dass die Männer hier mit ihren großen Gewehren herumlaufen? Zur Hölle, nein, überhaupt nicht! Ich bin ein schwarzer Mann! Meinst du, ich habe noch nie Polizisten mit Gewehren gesehen?” Ein Mann in einer karierten Flanellhose und einem Texas Rodeo TShirt namens Reggie hatte sich zu uns gesellt. Reggie wollte, glaube ich, mit mir schlafen. Icho fragte ihn nach seinem Beruf. „Was ich gemacht habe? Ich bekomme einen Scheck, weißt du, von der Regierung. Eine Behindertenrente. Weißt du, was das ist? Na, du würdest dich irren. Behindertenrente heißt, dass sie mich für verrückt halten. Sie haben mich als paranoiden Schizophrenen diagnostiziert, also bekomme ich meinen VerrücktenScheck. Aber ich bin lieber verrückt, als dumm oder ein Idiot, denn hast du jemals etwas von einem DummenScheck gehört? Nee! Aber ich bekomme meinen VerrücktenScheck. Und ich werde dir sagen, wer noch einen VerrücktenScheck bekommen sollte! Ich spreche vom Präsidenten George W. Bush, und seiner Außenministerin Condoleezza Rice! Dafür, dass sie uns in einen Krieg gestürzt haben, der genauso verrückt ist wie Vietnam!” „Reggie!”, unterbrach Lina. „Erinnerst du dich? Erinnerst du dich? Erinnerst du dich, als sie noch diese Zelte da drüben hatten? Erinnerst du dich an die Zelte? Erinnerst du dich, was die Leute da so alles getrieben haben???” „Oh, na klar!”, erwiderte Reggie „als sie noch diese Zelte hatten, konnte man da reingehen, und da gingen Orgien ab, und die Leute haben Drogen genommen, Mann. Das waren noch Zeiten, haha!” Reggie war kein Junkie, obwohl er sagte, er hätte „alles schon mal gemacht”. Er war viel zu klar und sauber. Linda schien sich ihre Geisteskrankheit im Laufe des Monats, den sie im Lager verbracht hatte, zugezogen zu haben. Reggie hingegen war einer dieser Geisteskranken, die in diesem besonderen Umfeld seltsam gesund erschienen. Er war in seinem Element, die tragende Säule des River Centers. Ein Fels, dessen Geisteszustand nichts und niemand erschüttern konnte: Die Toten nicht, die schnarchenden Bettnachbarn nicht, und auch nicht die bewaffneten Gardisten und die Scientologen. Ein kleines, verletzlich aussehendes weißes Mädchen, blond und braungebrannt, angezogen mit in einem YMCATShirt und einer karierten Pyjamahose, schlich sich heran. Sie vergrub ihren Kopf in Reggies Armen. „Reggie, du musst mir einen Gefallen tun. Ich habe alles für eine richtig romantische Nacht vorbereitet, es geht nicht um ficken, oder so, nur kuscheln. Ich habe schöne frische Bettwäsche und ein paar extra Kissen. Ich brauche nur eine Sache von dir: Dein Radio.” „Mädchen, Mädchen. Jeder Mann hier würde sich glücklich schätzen, dich zu kriegen”, sagte Reggie. „Weise sie alle zurück, und du wirst als Königin aufwachen.” Das Mädchen begann zu weinen. „Ich will gar keinen Schwanz!”, schluchzte sie, „Ich möchte mir nur dein Raaaadio ausleihen! Bittteeee, Reggie!” „Ashley, jetzt reicht es aber!” erwiederte Reggie streng, „Ich habe keine Veranlassung, dir irgendetwas zu geben!” „Bittteeee, Reggie?” Weitere Tränen. Auf einmal fing Ashley an, herumzustolpern, als ob sie von einem Betäubungspfeil getroffen worden wäre. Sie wurde auf einen Schlag blass, und sah aus, als müsste sie sich jeden Moment übergeben. Sie fing an zu straucheln, und hielt einen Arm in die Luft, um sich zu balancieren. So schnell, wie sie erschienen war, eskortierte sie ein Nationalgardist wieder fort. „So, äh”, fragte ich endlich, als sie weg war, „Was macht ihr alle, wenn sie dieses Lager hier wieder auflösen?” „Wen meinst Du mit ihr alle?”, wollte Reggie wissen, „Ich kann nur für mich selbst sprechen, nicht für diese ganzen Loser hier! Ich kann nur für Reggie sprechen. Was werde ich dir wohl über den da, oder diesen da sagen können?” Er fing an mit dem Finger im Raum herumzuzeigen. „Wer bist du eigentlich, dass du mich fragst, was diese Leute hier so machen werden. Ich bin nicht einer von euch. Mit dir bin ich fertig, Moe!” Reggie stand auf, verließ mein Feldbett, und marschierte genau einen Meter auf die andere Seite des Gangs zu seiner eigenen Koje. Moe der erste erwachte gerade lange genug, um ein Gesicht zu machen, das zu sagen schien: „Ich würde ja erstaunt mit den Schultern zucken, wenn ich nicht gerade so verdammt breit wäre.” „Hier, nimm meine Decke,” sagte er endlich. Ich nahm sie, und brauchte nur ungefähr drei Stunden, bis ich endlich einschlief. Um 7 Uhr ging das Licht wieder an. Ashley stand über meinem Bett und war unruhig wie ein aufgeregter junger Hund. „Hey, ich bin Ashley, wer bist du? Wo kommst du her?” Ich drehte mich um. Ich hatte mir auf mein Sweatshirt gesabbert, und meine Haare klebten an meinem Gesicht. „Ähm, na ja”, sagte ich, während ich versuchte, mich aufzusetzen ohne das Bett umzuwerfen. „Ich bin, äh, nicht von hier, aber ich war bei dieser Familie in Slidell.” „Slidell! Da bin ich her! Komm du mal mit mir mit, ich wette, wir haben viel gemeinsam. Komm, wir gehen eine Zigarette rauchen! Hast Du Eyeliner dabei? Wie sieht’s mit Klamotten aus? Lass mich mal deine Klamotten sehen! Du würdest nicht glauben, was mir passiert ist! Sie haben mich in die Notaufnahme eingewiesen! Ich bin mit einem Tropf im Arm aufgewacht!” Sie zog ihre Ärmel hoch, um mir das Pflaster zu zeigen. „Komm schon! Hast du Zigaretten?” Ich hatte keine, aber Ashley war eine von der Sorte, die es schaffen, jemandem jederzeit mehrere Gramm Koks und eine CartierUhr abzuschwatzen, wenn sie es wollte. Zum Einen, weil sie süß war, und zum Anderen, weil man befürchtete, sie würde sonst einen armen Typen anhauen, der hoffte, mal rangelassen zu werden, wenn er ihr den Wünsch erfüllt. Man wollte nicht zugegen sein müssen, wenn sich diese Hoffnung als trügerisch herausstellte. Als wir zum Raucherbereich hinausgingen, hielten uns ungefähr sechs Jungs Zigaretten entgegen. Ashley rauchte Newports, und sie mochte schwarze Jungs: „Die haben einfach so viel Stil!” Ihrem Vater gefiel das nicht. Ein Grund mehr für sie, noch nicht nach Hause zu gehen... Der wahre Grund war aber, dass ihre beiden Eltern medikamentenabhängig waren. Der Rücken ihres Vaters hatte noch vor ihrer Geburt bei irgendeinem Job aufgegeben, und er hatte vier Ärzte, die ihn mit zehn verschiedenen Verschreibungen für Schmerzmittel versorgten. Sie konnte nicht zu Hause sein, ohne dass sie da irgendwie mit hineinzogen wurde. Also war sie hier, hing in einer hygienischen, vergleichsweise sauberen Umgebung mit schwarzen Jungs ab, und... „Ich hatte nur ungefähr drei Schmerztabletten und zwei PCP genommen”, erzählte Ashley dem Jungen, der ihr die Newports spendiert hatte, von dem Pillencocktail, wegen dem sie in der vorangegangenen Nacht in der Notaufnahme gelandet war. „Ich meine, tatsächlich habe ich wohl eher ungefähr fünf PCP geworfen”, kicherte sie. In Ashley schien eine kraftvolle Metapher über New Orleans und Louisiana verborgen zu sein, über Rasse und Laster, darüber, wie Probleme gelöst werden können, oder eben nicht. Auch sie war medikamentenabhängig. Sie war, obwohl sie erst 18 Jahre alt, schon 11mal im Knast gewesen. Sie erzählte mir, ihr Vater habe ihr, seit sie 14 ist, täglich zwei Vicodin verabreicht, um sie trotz ihrer Konzentrationsschwäche durch den Schultag zu bringen. Ich glaubte ihr. Sie war keine sehr gute Lügnerin. Schließlich ist sie von der Schule geflogen. Ihre Mutter hat auch Tabletten geschluckt, war aber eher eine Alkoholikerin. Ihr älterer Bruder war im Zusammenhang mit seiner Heroinsucht im Strafvollzug. In den letzten drei Wochen war sie aus einem katholischen Auffanglager geflogen, zweimal ins Gefängnis gewandert, und dreimal in die Notaufnahme eingewiesen worden: ein ziemlich hoffnungsloser Fall von Drogenabhängigkeit. Aber eins war sie nicht: Eine Rassistin. Das war so ziemlich das einzige, was sich im Laufe ihrer Familiengeschichte irgendwie zum Besseren gewendet hatte. Die Typen, die ich an der Bar getroffen hatte, die ständig von „Säuberung” faselten, legten schon den Verdacht nahe, dass solche bösen, rassistischen Arschlöcher für Louisiana ein echtes Problem darstellen könnten. Die Kinder in Ashleys Generation lassen sich von dieser Verweigerungshaltung aber nicht anstecken. Sie wissen genau, dass nur absolute Versager aus einer langen Familientradition von absoluten Versagern auf die Idee kommen könnten, direkt nach einer HurricaneKatastrophe den Bürgermeister zu beknien, endlich wieder die Kneipe aufzumachen, wo sie dann wieder wie gewohnt dahindämmern, und ihre ehemaligen Sklaven für ihre Probleme verantwortlich machen würden. (Ehe ich es vergesse: James hat mir auf dem Parkplatz des Centers einen Trick gezeigt. Er konnte mit seiner Zunge seinen Schwanz berühren.) Das Frühstück bestand aus zwei zerquetschten, mit Zuckerguss überzogenen Donuts, einer Plastikschüssel Honey Nut Cheerios, und einem Karton Kakao. Inzwischen war das Badezimmer voller Frauen, die sich im Waschbecken die Haare wuschen, mit dem Handtrockner föhnten, und mit einem Lockenstab hantierten. Zwei Frauen unterhielten sich wie folgt: „Sieh dir nur mal meine Jeans an. Weißt Du, was das für eine Größe ist? 910!” „Scheiße!” „Ich geh noch ein bei diesem Fraß.” „Ich habe auch schon abgenommen! Ich bin jetzt bei Größe 13!” „Die müssten hier einen reinholen, der mal ein ordentliches Gumbo kocht!” „Scheiße, die sollten mich mal für alle kochen lassen!” „Ja, Mann, genau!” Das Essen im Lager ist furchtbar. Da hilft es auch nicht, dass die RotkreuzHelfer dir auf Nachfrage erzählen, wie unglaublich köstlich das Haus gemachte Essen in ihrer Unterkunft ist. Auch für das Lunchbüffet im gegenüberliegenden Casino müssen RotkreuzAngehöriger nur $5,45 zahlen, normalsterbliche Evakuierte, die gezwungen sind, in diesem Scheißhaus zu darben, dagegen volle $10. Die Moral der „Truppe” wird auch dadurch nicht gerade gefördert, dass die Helfer, nachdem sie sich den Ranzen mit CalamariSalaten und Kokosnusscremetorten vollgeschlagen haben, zurückkommen, und sich beschweren, dass sie so wahnsinnig zunehmen würden. Wenn sie dann noch versuchen, Stimmung zu machen, indem sie die Menge animieren, einem Rotkreuzler, der gerade an dem Tag Geburtstag hat, ein Ständchen zu singen, dann ist das schon schwer zu ertragen. „Los jetzt alle mitsingen!”, hörte ich eine dunkeläugige Scientologin ins Mikrofon sagen, als ich hereinkam. „Du hast ein Haus in das du zurückgehen kannst, sing du doch!” kam die Antwort aus der Menge. Das merkwürdige aber ist, dass die meisten wirklich mitsangen. Ich weiß nicht genau, warum, aber die meisten Insassen wirkten ziemlich fröhlich. Vielleicht hatte sie das Aufkommen der RealityShows wie „The Surreal Life” darauf vorbereitet, sich in der Absurdität der Situation zu sonnen. Kinder lächelten, Mütter flochten ihnen die Zöpfe, und die Männer gingen zu den Versammlungen der Firmen wie AccuClean, die bezahlte Jobs bei der Säuberung und Wiederherstellung des zerstörten New Orleans anboten. Moe spielte Blackjack und gewann dabei 8 Dollar. Ich fragte ihn, ob er das FEMAGeld schon ausgegeben hätte. „Scheiße, nein!”, sagte er, „Ein Mann wie ich muss auch mal an seine Rente denken.” Er hatte sich sogar ein paar Telefonnummern von Entzugskliniken aufgeschrieben. Er hatte eine erstaunlich schöne Handschrift. Ashleys neuer Freund Shawn hatte eine Gefängnismarke, die er nutzte um sich zu identifizieren. Das brachte uns ins Gespräch. Er war eine Woche vor dem Hurricane aus der Haft entlassen worden. Mit 18 war er mit Heroin erwischt worden. Seine Mutter war ein Junkie. Shawn war inzwischen clean. Er wollte für AccuClean arbeiten. Darum gingen wir zusammen zum Waschsalon, damit er für seinen Arbeitsanfang am Montag seine Klamotten in Ordnung bringen konnte. Er wusste nicht, wo seine Mutter war, es scherte ihn auch nicht. Er verachtete sie. Er plante, seine eigene kleine Familie in Baton Rouge zu gründen. Er wollte mit Ashley einen Neuanfang wagen. Sie sollte auch auf Entzug gehen. Das wäre auch eine gute Idee gewesen, wenn Ashley nicht die bereits erwähnte Vorliebe für schwarze Jungs gehabt hätte (und nicht, wie ebenfalls bereits erwähnt, so hoffnungslos der Sucht verfallen gewesen wäre). „Mein Freund hat mal gesagt, wenn man mal mit einem Schwarzen zusammen war, ist man für alles andere verdorben”, sagte sie. „ Findest du ihn süß?” „Ja”, sagte ich. Er war süß, ein bisschen so ein Typ wie der BasketballStar Mike Bibby. Wenn man auf Weiße steht, die mit ihren superweiten Baggypants wie Schwarze aussehen, dann war er fast ein Volltreffer. „Außerdem hat er einen großen Schwanz. Shane hat einen großen Schwanz!” Unangenehmes Schweigen.... „Du weißt nicht mal, wie ich heiße”, brachte Shawn noch heraus, bevor er sich umdrehte und in den Waschsalon verschwand. Er tat mir leid, und Ashley tat er auch leid. „Wir kennen uns ja noch nicht mal zwei Tage”, sagte sie. Aber die Zeit läuft anders, wenn man sich erst einmal dazu entschlossen hat, alle Schadstoffe aus seinem Körper zu verbannen und clean zu werden. Ashley war nicht so weit. Shawn hatte gerade ein Brathuhn besorgt, als ein Mann namens Marcus auf dem Parkplatz auftauchte. Keiner hatte mitgekriegt, wie er dorthin gekommen war, denn er schien kaum in der Lage zu sein, aufrecht zu stehen. Auch wusste niemand, wo er hergekommen war. Er behauptete im Lager gewesen zu sein, aber die drei Nadeln, die an seiner Brust klebten, deuteten darauf hin, dass er an einem Tropf gehangen hatte. Jedenfalls holte er eine in eine Papiertüte eingewickelte Bierflasche heraus. Seine Haut war von einer verbranntorangen Farbe, so als ob man sie mit KoolAid getönt hätte. Auf seinem Gesicht und seiner Brust perlten dicke Schweißtropfen. Sein Haar war völlig durchnässt. Er behauptete, er sei als Teil einer Rettungsmannschaft in New Orleans gewesen. Er habe seine Mutter und seinen Rettungshund verloren. Er berichtete davon, als sei alles erst gestern passiert, obwohl die Ereignisse schon über einen Monat zurücklagen. Entsprechend hielten wir ihn zunächst für verrückt. „Chemikalien und Rauch, die Raffinerie, giftige Gase, ich hab’ alles abbekommen. Aber ich musste da durch, Mann. Das war mein verdammter Job. Search and rescue: Ich konnte die Leute da einfach nicht sterben lassen.”, erzählte er Ashley. „Eine Flutwelle hat uns erwischt, 30 Fuß hoch. Innerhalb von 30 Sekunden ist das passiert. Ich habe rausgeschaut, und das Scheißding gesehen. Da dachte ich nur noch: Oh mein Gott! Unsere Häuser sind explodiert, weil der Luftdruck so niedrig war, nur 0,5 Millibar. Der Gaszähler kam raus geknallt, und das Öl fing an auszutreten.” Später kam ein Mann raus. „Marcus, ich kann dich jetzt zurück ins Auffanglager bringen”, sagte er. Er kannte Marcus gerade mal 20 Minuten länger als wir, aber er war aus Metarie, einem Ort, der unweit von der Raffinerie lag, von der er gesprochen hatte. Es hatte alles Hand und Fuß, er halluzinierte nicht. Alles ist so passiert, wie er es geschildert hatte. Ganz genau werden wir es allerdings nie erfahren, denn es war wohl alles zu groß, zu furchtbar, und zu schnell, um es wirklich in Worte fassen zu können (obwohl ich gehört habe, dass demnächst ein Film dazu erscheint, mit Sean Penn in der Hauptrolle). „Ich glaube”, sagte der Mann über Marcus, „der bräuchte jetzt einfach nur ein Bier.” In der Suchtberatung bekommt man ständig eingetrichtert, dass man, um clean zu werden alles Mögliche ablegen und loswerden muss: Leute, Orte, und Dinge. Katrina hat das auf eine sehr effektive Art und Weise getan. Klar ist es nett, wen den Armen mal geholfen wird. Wenn mal ein bisschen am Status Quo gerüttelt wird. Wenn Jungs wie Shawn einen Job finden, und Typen wie Reggie ihre Weisheit mit der Welt teilen können. Wenn du an das Gute glaubst, wie der tugendhafte Noah, der seine Segel setzt. Wenn du an den sterbenden Christus glaubst, und den Auszug aus Ägypten. Wenn du glaubst, dass uns kolossale Opfer letztlich einem jubilierenden, wundervollen Ziel entgegenführen: Schön für dich. Schön für Amerika. Das nennt man Hoffnung. Wenn du aber glaubst, dass dich niemand auf seiner Liste von Leuten, Orten, und Dingen hat, die man endlich ablegen und loswerden müsste, dass niemand dich für einen Dämon hält, den man erst noch ins Auge zu sehen hat, dass niemand dich für seinen Feind oder seine Feindin, oder auch nur für die psychotische ExFreundin hält, von der man sich endlich lossagen müsste, wenn das so ist, dann lebst verdammt noch mal in einem Zustand des Leugnens. Das bringt mich zur Schlussfolgerung, dass es nämlich keine Schlussfolgerung gibt. Während ich dies schreibe, muss ich mich an einen anderen Typen erinnern, den ich getroffen habe. Eine Figur, die ich nicht vorgestellt habe, weil sie für das, was ich mit dieser „Erzählung” rüberbringen wollte, nicht relevant erschien. Er hieß Dwight. Dwight konnte kaum lesen und schreiben, er hatte ernste gesundheitliche Probleme mit seinem Herzen. Aus irgendeinem Grundich hatte da so meine Theorie, die auf seinen tiefrot geränderten Augen basiertefühlte er sich gut. „Ich finde es schrecklich, wenn sich diese Leute beklagen, dass sie nichts haben, oder dass sie alles verloren haben, weißt du?”, sagte er zu mir „Sag das doch mal der Frau, die ertrunken ist, und dem Mann, der tot auf der Straße liegt. Es ist eine Lüge! Du bist immer noch hier, oder?” Moe übrigens, für den, den es interessiert, ist mit seinem Freund Joe schließlich verhaftet worden. So berichteten es zumindest Reggie und Linda. Der Beamte der Gefängnisbehörde von Baton Rouge meinte aber, ein Mann namens Maurice Downey sei dort nicht eingewiesen worden. Ashley verschwand wieder. Shawn hat seine Arbeitsstelle tatsächlich angetreten. Niemand hat aus der KatrinaKatastrophe eine große Lehre gezogen, einige wenige vielleicht. Der große Rest wird höchstens eine Sache behalten haben: Wie wichtig es nämlich ist, reichlich Handdesinfizierungsmittel zu benutzen, wenn man zusammen mit 1400 anderen potentiellen Drecksäcken in einem Kongresszentrum haust. MOE TKACIK ![]() Inside the River Center shelter in Baton Rouge
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Comments:
Subject: youre over-thinking Date: Jan 10 2006 12:42:34 PM Author: demosthenes lol man all these people are sayin theres no point to the article and saying its a fucking happy little zoo trip for moe. the point of journalism is to inform the readers of situations they wouldnt normally have information on. vice takes it further by actually immersing themselves in the story instead of being lazy fucks like the majority of journalism. now you go to new orleans for a week and tell me its a fucking zoo trip. Subject: DWI Date: Jan 09 2006 06:05:37 AM Author: 5-0 Drink drivers are all killers, and DWI should be punishable by life in prison, whether you hit someone or not... Subject: Good article Date: Jan 02 2006 10:06:02 PM Author: Hayden There were parts that I had to read twice because its wording was not as lucid as it could have been, but on the whole i really enjoyed the article. I think Moe should be proud of writing it, quite simply for the fact he took the time out of his life to provide us with something stimulating to read and think about. The hopelessness of the characters reminded me a lot of the book Vernon God Little. Thanks Moe Subject: brilliant. Date: Dec 22 2005 05:16:42 PM Author: Marlboro man simply brilliant. Subject: huh Date: Dec 22 2005 10:28:31 AM Author: -- .. Most of the article was pretty unreadable and somehow I know you're proud of it Moe. Subject: moe's article Date: Dec 11 2005 03:21:18 AM Author: guy_from_peacecore_who doesn\'t know shi Well yeah, it was ... how it was. no need to think and search for a deeper meaning. the message I got was to keep coverin my own ass and stop wonderin just how much human trash there is around. and one day if you get a real chance to do something right for you or somebody else, then you can think about it again, whether you want to die and say 'life sucked and even if I didn't the best I could, there's still somethin I got right' like for example bustin a cap in some pedophiles ass. or getting a job in city cleaning. however you might still want to die and say 'you can kiss my ass now, suckers' but hey, in my experience the the only person who said that before dying was bender, the bending robot. ps: moe is a lady ;)), very attractive one, and she has to be damn smart too considering her career, to -> james, traceyand, ATLyen besides that, she at least got out and wrote a report on what's going on there, so that people on other continents know too, because your idiotic national news don't show shit about it. and that's a world more than you did, bunch of criticising assholes-with no input at all. Subject: brett is that you...?? Date: Dec 08 2005 05:02:30 PM Author: wordsmith brett is that you in the picture above sitting on the curb.......the flood put a damper on all that soliciting you had to do eh? Subject: kenny when brett's done teabagging you.. Date: Dec 08 2005 05:00:50 PM Author: wordsmith qouting n.w.a??? wow, that's pretty profound.....and you've been fucked by the system??? now kenny you know you live the suburban life and don't know shit about the "system". of course you believe linda because we all know people don't lie and exagerate ,now don't we. but atleast you have brett, he sounds like the kind ogf guy your looking for. as far as the lawsuit, i think i'll pass....the only legal action that would be appropriate would be a restraining order to keep you from sandwiching the youth. come to the atl. and we'll show you when to fold 'em fag boy. Subject: Like in a movie Date: Dec 08 2005 10:17:31 AM Author: Brett Scieszka I hope Kenny Rogers and Wordsmith kiss and fall in love at the end of this argument. Subject: 9-11 is a joke y'all Date: Dec 08 2005 03:34:40 AM Author: kenny rogers "but then again you believe linda(??)" you know what wordy? i'm glad we "talked" about this, because you're getting me fired up here YES I BELIEVE LINDA you know what? fuck the press, fuck the rescue crews, and in the immortal words of N.W.A. FUCK THA POLICE! this isn't the new york times classified, this is Vice man i'm on Linda's side, and everyone else like her who's been bent over and fucked by the system wordsmith, how about you and i file suit against the casino who owns the parking lot where this alleged incident occurred? then we can talk about evidence... Subject: kenny's still dumb.......... Date: Dec 07 2005 06:12:03 PM Author: wordsmith oh...i don't know, documented as in police reports or actual hospital records indicating assaults had occured.(evidence kits etc....) but then again you believe linda(??) reinforcing the fact you'll believe whatever you read.listen douschebag, i realize your pedophile disease overrides common sense but cocksuckers like you need to be put to sleep. by the way shouldn't you be registering on the county offender website instead of making retarded posts??? stay away from the kids, kenny. Subject: Australia is on the arse end... Date: Dec 07 2005 05:38:40 PM Author: Mule This is the best article I think I have ever read in VICE. I only knew how fucked up New Orleans was after Katrina because of some shitty hellicopter footage and a couple of newspaper articles. As much as I hate to admit it, the full effect Katrina had on the people of New Orleans was something I really have not thought about – not because I don't care – because every bit of media coverage was so de-humanised, it's almost as if no-body lived there at all. I am so ashamed that I got suckered in by the whole 'gloss-over' thing. I glossed too. This article was the first thing I have read that made me seriously think about Katrina and that is a really sad thing. Thanks Moe Subject: NOLA Date: Dec 07 2005 03:24:02 AM Author: Bill from the West Bank The Cane only brought the terrible state of our city to national news. It has always been a terrible city. People here are still racist and still do copious amounts of drugs. New Orleans is only so well loved because it has an unabashed philosophy: "People suck, life sucks, so let's get fucked up and fuck." That's the way life is. The only diffence is that in New Orleans, people realize that, and don't just don't care. Subject: wordsmith Date: Dec 06 2005 03:11:09 PM Author: kenny rogers wordsmith i hope you are right, i hope nothing happened to those 5 year old's i hope Linda had become delusional enduring the extreme stresses of the environment, and was making up stories to impress Moe but i have to ask, why did she say that then? how do you "document," something like that? either it happened or it didn't, we can agree on that one of the reasons i read vice is that i expect them to print things other paper's wouldn't that's the whole reason Moe went in and did what he did while other reporters are staying in hotels and cowering in their vans, he went right in there with the people who were suffering just to tell their story why shouldn't i believe Linda? so she doesn't have photographs, frequency charts, and taped confessions, does that automatically make her a liar? your response sounds like denial, which is really the easiest way to deal with sex crimes Subject: gonzo Date: Dec 06 2005 03:08:16 PM Author: alger once again vice flirts with real journalism, leaving us all impressed and confused Subject: tales Date: Dec 06 2005 01:04:51 PM Author: THE N Cab Good story. Resources, what the fuck? This isn't a government report you dumb motherfuckers. Stop sitting at your PC masturbating and take a look around. People are shit, we all know that, at least this puts a face on it so one can feel a little empathy. Subject: kenny r. the gimp.. Date: Dec 06 2005 11:38:04 AM Author: wordsmith there were no documented cases of five year olds being sodomized you loser or do you believe everything you read ....like reports of thousands of deaths , none of which were true. kenny you've got to be the sorriest motherfucker ever and just cause you got touched as a five year old try not to flaunt your complete ignorance. but it was nice of you to get off your sister for five minutes to make your intellectual post. Subject: you got to know when to hold 'em Date: Dec 06 2005 05:25:27 AM Author: kenny rogers my favorite part was when the five year old's got r a p e d! oh sorry vice, didn't mean to be too rude for you i meant "sandwiched" yeah, wasn't that just a shining tribute to the ways people "come," together in time of hardship? old men and young girls "coming," together for a better world? holding on to one another, even if they are scared and alone in the back of some parking lot? it's so beautiful that we can find love for another even during times of disaster touching one another, and rubbing, and moving in and out and in and out and in and out of each other filling ourselves with gooey warmth so we all feel like we are melting inside of each other? so much trust, you know? Subject: water slides Date: Dec 05 2005 02:37:57 PM Author: orange there is H2O over there and lots of it and we are going to build a city around it hmmmmmm..... my ancestors were slaves i get my freedom back and decide to live with these assholes again.... oceanside and when shit gets fuck'd up we will be friends again..... get back on prozak america Subject: heather & LHTML Date: Dec 05 2005 07:41:39 AM Author: Ebaneezer McGeezer Thank you. Your complaints that the author used up resources were absolutely ridiculous. You are the type of useless twats who find an invidious angle in everything. What are you doing reading Vice? Go take a look at this world and shut the fuck up. Subject: moe gets it Date: Dec 04 2005 10:25:34 PM Author: westbank area, New Orleans girl it's hard to explain to people exactly why it sucks more that a place like New Orleans got r a p e d [why is that word censored?] the way Katrina did her as opposed to some other place. I am aware of how ignorant and a s sholish i may sound. Frankly i don't care. If HurriKat taught me anything, it's that insensitivity is the only reality i have left to grasp. Anyhow, your allusion to the social climate is almost dead on. While it IS the South and blatant [not that behind closed doors bs you northerners like to hide behind] racism exists, NoLa was Always good for one thing and that was racial/social harmony. that kind of unity extended even beyond our Ashleys and Reggies. somewhere between debauchery and hedonism New Orleanians realize that everyone's efing messed up. the lines there are blurrier. you could get a room of slum Blacks and well-to-do whites and neither side would get jeered. and Vice versa. the output is this amazing, seemingly magical, exceedingly ironic demographic of tolerant, colorful people. boy, i hope She recovers. chicago's getting really old at this point. Subject: fuck 'em Date: Dec 04 2005 04:20:40 PM Author: wordsmith population control...ever heard of it you retarded fucks. nature has its way of thinning the herd. Subject: right Date: Dec 04 2005 02:42:41 PM Author: veronika I don't get it. Why would someone get pissed off by this article? I thought it was worthwhile. Subject: Good article Date: Dec 03 2005 04:39:48 AM Author: Aaron Good article. Subject: waste Date: Dec 01 2005 12:46:23 AM Author: ATLien What the fuck is your point, Moe? You do know that every city has an underworld of people who are mentally ill, addicts, and poor, don't you? Yep, they're all over the place. Hiding away most days, so as to not hurt your pretty eyes or ears. So glad the hurricane shelter could be your zoo-trip for the day. Subject: how nice Date: Nov 30 2005 10:20:27 PM Author: tracey So did you do anything for them Moe? Cause my city has a lot of them and last weekend 14 of them murdered each other. Can you tell them where to get some heroin or pot in Houston? I aint got it. Subject: dd Date: Nov 29 2005 07:45:57 PM Author: ggf wow , this hurricane is fucked up.. reflects the country Subject: shits crazy nigga Date: Nov 29 2005 07:18:30 PM Author: rowr ashley sounds hot, i'd do her Subject: heather Date: Nov 28 2005 01:31:24 PM Author: james you know who made a buck on this story? not the fucking author you cunt. yeah all those valuable fucking resources that could have been used to ... what exactly? and tell me what you did to help hurricane victims, other than cry into your fucking herbal tee and complain how fucked up this country is? i hope you felt superior after that. Subject: Asshole Date: Nov 26 2005 08:42:57 PM Author: LHTML Hear hear Subject: you are an asshole Date: Nov 25 2005 09:44:01 PM Author: heather way to use up resources pretending to be a journalist when there are people who actually needed shelter and food. go exploit somebody who has time and money to be dicked around by some bratty fucking kid who is trying to make a buck. asshole. Subject: well then Date: Nov 25 2005 03:31:35 PM Author: Crackalicious Chick so this story made sense. it made my day, it tells something good that happened from something everyone viewed to be so horrible. maybe thats wut every hole of sin in the earth needs? Subject: Young, dumb, female addicts Date: Nov 25 2005 12:56:12 PM Author: Sodomite Anyone got Ashley's number? I have a weakness for white trash. I will keep her in a box under my bed when I am not using her or changing her diaper. Subject: fuck Date: Nov 24 2005 02:37:13 PM Author: thanksgivingsux this story totally added to my already depressing state of mind. cnn is no longer talking about katrina that much. so why should i care? |
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