|
|
||||||||||||||||||||
|
![]() ![]()
Eine echte Perle unter den Veranstaltungen, auf die ich zufällig im Internet stieß, als ich an meiner noch jungfräulichen Karriere feilte, waren die World Beard and Moustache Championships, die letzten Monat in der Nähe von Berlin stattfanden. Ich machte mich umgehend auf den Weg zum Austragungsort, nicht ohne mir vorher einen kleinen Schnäuzer zu besorgen. Erst einmal etwas Geschichtedie ersten World Beard and Moustache Championships wurden 1990 im deutschen HöfenEnz ausgetragen. Organisiert wurden sie vom 1. Höfener Bartclub, einer von etwa einem Dutzend Bartvereinigungen in Deutschland, in denen Männer zusammenkommen und sich austauschenüber, äh... Bärte. Seitdem wuchs der Wettbewerb zu einem zweijährig stattfindenden Großereignis, bei dem die Bärtigen sich in 17 offiziellen Kategorien messen: 8 verschiedene SchnurrbartStile, 4 Variationen von Backen und Kinnbärten und 5 VollbartVarianten. Netterweise übernahm der Berliner Bartclub dieses Jahr die Organisation des Wettbewerbs mit über 300 beteiligten Bartträgern. Der Club ist Mitglied im Verband Deutscher Bartclubs e.V., und deren offizieller Gruß lautet: „Möge der Bart wachsen!” Ich traf also dort ein, brachte meine Rotzbremse in Position und stürzte mich ins Getümmel. Jawohl, während andere Mädels sich die Augenbrauen zupfen und Unsummen für hautstraffendes Makeup ausgeben, stelle ich meinen EchthaarSchnurrbart zur Schau und hänge mit alten, bärtigen Männern rum. Dabei lege ich eine neue, dezent durchgedrehte Mentalität an den Tag, was wohl daher kommt, dass der auf meine Oberlippe geklebte Streifen Haare mir ein beängstigendes Selbstwertgefühl verleiht. Und während andere Typen von schnellen Autos, Internetpornos oder sonst was besessen sind, stehen diese Barbaren aus den Bartclubs der ganzen Welt stundenlang vor dem Spiegel und schnippeln und zwirbeln ihre Gesichtsbehaarung in Formen, die jeglicher Schwerkraft trotzen, sodass ich mich wirklich fragen musste, wo sie zwischen diesen wuchernden Büscheln noch Platz finden, um mal einen Scotch zu trinken oder eine Zigarre zu rauchen, von Oralverkehr mal ganz zu schweigen. Es hat nur etwas Kleber und einen Rest Haare gebraucht, und schon hatte ich Interviews, Filmangebote und die Bewunderung der weltweiten Bartgemeinde sicher. Scheiß auf die Journale, den ismus, und besonders auf die abgefuckten isten. In diesen Tagen, in dieser Zeit, verehrte Freunde, zählen Taten, nicht Worte. PJMOJO RISING
|
|||||||||||||||||||
|
Comments:
Subject: Keinen gelben Schnee essen! Date: Dec 15 2005 09:37:03 AM Author: Bart Moin! Ich habe auch mal versucht mir einen Che & Fidel Bart wachsen zu lassen. Leider war es eine Ansammlung von Flaum, es gab eitrige Pickel und schlimmen Juckreiz nicht nur im Gesicht. Die einzige Zeit in meinem Leben wo mich sogar Voguemodels gemieden haben. Daher Hochachtung für unsere junge Journalistin sowie tiefe Verbeugung für Deine Schnurrbartstandfestigkeit! Sieht gut aus und solltest Du ruhig öfters mal tragen. Achtung, aber: Nur nicht zu kurz schneiden!a. |
||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||
|
© 2005-2009, Vice Magazine Germany
|
| Site Design: Solid Sender |