NEWSLETTER? HIER ANMELDEN





FEATURES:
VICE MAIL
WAS GEHT, ALTER
SUICIDE GIRLS
MEXICO PRETTY
BÄRTE SIND DIE HÄRTE
STALKING FÜR ANFÄNGER
ZERSCHLAGT DIE IRA
DOWN AND OUT
WIE KAUFE ICH EINE KNARRE
PRETTY BOYS
MAZEL TOV!
DON’T HAVE TO LIVE LIKE A REFUGEE
OH, ARMER PETE
DICKS IN SPACE
PORTLANDS BESTE
HEY JOHNNY!
NEW WAVE CENNET
GODHATESEYE

REGULARS:
DOs & DON'Ts
DAS GLAS DES GRAUENS
ELECTRIC INDEPENDENCE
FASHION 1
FASHION 2
GAMES
GRIMEWATCH
PLANET TEGEL
SKINEMA
TIDBITS
VICE PICS

BACK ISSUES



Vice Magazine - 404 Not Found


Sorry, whatever you're looking for is no longer here. Or maybe you just entered it wrong? Anyway, click the image below to go back to the homepage.






Photo von der Autorin





Jeden Morgen wachst du auf, schleppst dein erbärmliches Selbst aus dem Bett und gehst zu deinem erbärmlichen Scheiß–Job, um deine Karriere als Journalisten–Schlampe zu fördern.

Eine echte Perle unter den Veranstaltungen, auf die ich zufällig im Internet stieß, als ich an meiner noch jungfräulichen Karriere feilte, waren die World Beard and Moustache Championships, die letzten Monat in der Nähe von Berlin stattfanden. Ich machte mich umgehend auf den Weg zum Austragungsort, nicht ohne mir vorher einen kleinen Schnäuzer zu besorgen.

Erst einmal etwas Geschichte—die ersten World Beard and Moustache Championships wurden 1990 im deutschen Höfen–Enz ausgetragen. Organisiert wurden sie vom 1. Höfener Bartclub, einer von etwa einem Dutzend Bartvereinigungen in Deutschland, in denen Männer zusammenkommen und sich austauschen—über, äh... Bärte. Seitdem wuchs der Wettbewerb zu einem zweijährig stattfindenden Großereignis, bei dem die Bärtigen sich in 17 offiziellen Kategorien messen: 8 verschiedene Schnurrbart–Stile, 4 Variationen von Backen– und Kinnbärten und 5 Vollbart–Varianten. Netterweise übernahm der Berliner Bartclub dieses Jahr die Organisation des Wettbewerbs mit über 300 beteiligten Bartträgern. Der Club ist Mitglied im Verband Deutscher Bartclubs e.V., und deren offizieller Gruß lautet: „Möge der Bart wachsen!”

Ich traf also dort ein, brachte meine Rotzbremse in Position und stürzte mich ins Getümmel. Jawohl, während andere Mädels sich die Augenbrauen zupfen und Unsummen für hautstraffendes Make–up ausgeben, stelle ich meinen Echthaar–Schnurrbart zur Schau und hänge mit alten, bärtigen Männern rum. Dabei lege ich eine neue, dezent durchgedrehte Mentalität an den Tag, was wohl daher kommt, dass der auf meine Oberlippe geklebte Streifen Haare mir ein beängstigendes Selbstwertgefühl verleiht. Und während andere Typen von schnellen Autos, Internetpornos oder sonst was besessen sind, stehen diese Barbaren aus den Bartclubs der ganzen Welt stundenlang vor dem Spiegel und schnippeln und zwirbeln ihre Gesichtsbehaarung in Formen, die jeglicher Schwerkraft trotzen, sodass ich mich wirklich fragen musste, wo sie zwischen diesen wuchernden Büscheln noch Platz finden, um mal einen Scotch zu trinken oder eine Zigarre zu rauchen, von Oralverkehr mal ganz zu schweigen.

Es hat nur etwas Kleber und einen Rest Haare gebraucht, und schon hatte ich Interviews, Filmangebote und die Bewunderung der weltweiten Bartgemeinde sicher. Scheiß auf die Journale, den –ismus, und besonders auf die abgefuckten –isten. In diesen Tagen, in dieser Zeit, verehrte Freunde, zählen Taten, nicht Worte.

PJ–MO–JO RISING

Ich und der Berliner Bartclub. Sie baten mich, ihr erstes weibliches Mitglied zu werden. Aufgrund der stinkenden Atemwolke, die mir aus dem Schnauzer entgegenströmte, bat ich um etwas Bedenkzeit. Ich und Willy aus dem US–Team. Wir hatten wenig Gesprächsstoff, er ist ein Landei und ich ein Großstadtkind. Anfassen durfte ich trotzdem.

Hier kommt der ganze verdammte Zirkus—Erinnerungsfoto mit mehr Haaren als Haut. Der Kerl ganz links ist der Sieger des letzten Jahres. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, wie einer der Bärte meinen Schädel anbohrt. Nummer 12—das bin noch mal ich. Ein gefühlter neuer Mensch, aber ein seltsamer. Und inoffizieller Sieger der Female Freestyle Kategorie. Ich spüre meine Medienkarriere immer weiter...wachsen.

Ich an den Wheels of Steel und die Verwandlung ist komplett. Man beachte die Plakate der Sponsoren im Hintergrund. Hey, echt witzig, die sollten mal versuchen, den bartbesessenen Männern eine saubere Nassrasur zu verkaufen. Interview mit einer „hochintellektuellen” und sehr amerikanischen Dokumentarfilmcrew. „So, wie fühlt es sich an, als Frau einen Schnurrbart zu tragen? (kicher kicher)”. „Ja, ich bin eine Frau, und ganz offensichtlich ist dieser Schnurrbart nicht echt, aber wenigstens ist er bedeutend größer als dein dauerschlaffer Schwanz, du zappeliges Stück Dreck von Filmemacher.”



Your email:
Their email:


Comments:

Subject: Keinen gelben Schnee essen!
Date: Dec 15 2005 09:37:03 AM
Author: Bart

Moin!

Ich habe auch mal versucht mir einen Che & Fidel Bart wachsen zu lassen. Leider war es eine Ansammlung von Flaum, es gab eitrige Pickel und schlimmen Juckreiz nicht nur im Gesicht. Die einzige Zeit in meinem Leben wo mich sogar Voguemodels gemieden haben.

Daher Hochachtung für unsere junge Journalistin sowie tiefe Verbeugung für Deine Schnurrbartstandfestigkeit! Sieht gut aus und solltest Du ruhig öfters mal tragen. Achtung, aber: Nur nicht zu kurz schneiden!a.



Post a comment:
(posts that are not on topic will be removed)

Name:
Subject:
Comment:





© 2005-2009, Vice Magazine Germany
| Site Design: Solid Sender