Bikini Missgeschick
Nachdem ich mich von meinem Freund getrennt hatte, fühlte ich mich verletzlich und schwach. Er hatte mich mit irgendeiner fetten Kuh betrogen und es schien, als wäre unsere Beziehung damit am Ende. Etwas Gutes hatte das Ganze: ich hatte so stark abgenommen, dass mir mein Lieblingsbikini wieder passte. Ich hatte ihn auf Ebay gekauft und es war ein Restbestand aus den 70ern; ein tiefsitzender, verblichener, geblümter Blickfänger. Im Ernst, er war wie von Gott persönlich und wurde mir von den Ebay-Engel für den erfreulichen Preis von neun Euro zur Erde geschickt. Nun war es aber so, dass ich nicht nur ein paar Pfunde verloren, sondern richtig heftig abgenommen hatte. Ich hatte den Typen wirklich geliebt, wisst ihr. Ich brachte den Bikini also zu meinem Änderungsschneider des Vertrauens und bat ihn einen neuen Taillengummi anzunähen. Er sagte mir, er wäre in 14 Tagen fertig und das war’s.
Als ich also ich 14 Tage später wieder zu dem Schneider ging, sagte er: „Oh, ähh. Das Stück war so klein, dass wir dachten, es wäre Müll. Es tut mir leid. Wir haben es weggeworfen.“ WAS? Sie hatten meinen Badeanzug weggeworfen und das ist selbst schon eine Geschichte wert, aber es ist nicht DIE Geschichte. Ich weiß, da draußen gibt es jede Menge Leute, die das hier lesen und denen 70er Jahre Retro-Bikinis scheißegal sind, aber für eine modebewusste junge Dame wie mich ist es ein großes Ding. Ich habe an dem Tag (im Laden) nicht geheult, aber euch ist sicher klar, dass dies eine Situation war, in der Tränen angebracht waren. Ich meiner Trauer und Verzweiflung machte ich dann die fette Kuh, die mein Ex gevögelt hatte, verantwortlich, schließlich hatte sie die ganze Misere überhaupt erst ausgelöst.
Also wendete ich mich wieder meinem geliebten, vertrauten Begleiter Ebay zu und hielt jeden Tag ohne Unterlass nach einem neuen 70er Jahre Restbestands-Bikini Ausschau. Und erstaunlicherweise fand ich einen! Er war genau wie mein alter Bikini und ich war die einzige Bietende bei nur einem verbleibenden Tag. Ich gewann das Ding und es kostete mich wieder nur zehn Euro. Ich bezahlte und der Verkäufer schickte mir eine Rechnung und schrieb in der Mail außerdem: „Wie ich sehe, wohnen wir in derselben Stadt. Wenn Sie die Versandkosten sparen wollen, können wir uns gerne treffen.“ Das klang okay für mich, also entschied ich, den Verkäufer Freitag Abend gleich quer über die Straße von meiner Wohnung zu treffen.
Der schicksalsvolle Abend war gekommen und der Verkäufer hatte sich verspätet. Ich wartete und wartete und beschloss dann, noch einmal kurz in meine Wohnung zu gehen und mir eine Zigarette zu holen. Sobald ich die Straße überquert hatte, sah ich die Schlampe, die meinen Ex gevögelt hatte, auf mich zulaufen. Ich blickte sie finster an, um zu zeigen, dass ich sie gesehen hatte, grüßte sie aber in keinster Weise, aber sehr zu meiner Überraschung winkte sie mir zu. Ich blickte völlig verdattert hinter mich, um sicher zu gehen, dass sie wirklich mir zuwinkte. Sie kam sicheren Schrittes auf mich zu und ich wusste nicht wirklich, wie ich reagieren sollte. Sie lächelte. Dann fragte sie: „Bist du die, die den Badeanzug von mir gekauft hat?“
„Du?“, sagte ich. Ich konnte es nicht glauben. Sie war die Verkäuferin des perfekten 70er Jahre Restbestands-Bikini auf den ich so scharf war. „Yep.“
Nachdem wir ein paar Minuten sinnlosen Smalltalk ausgetauscht hatten, lief ich hoch, um den Bikini anzuprobieren. Er war genau wie der alte, nur war er diesmal nicht zu groß. Er passte perfekt.
Ich rief sofort meinen Ex an, ich mus-ste ihm die Geschichte erzählen. Es war die Riesensensation.
LESLEY ARFIN
Ich sagte einem Freund, dass er Aids hat
Ich verdiene mein Geld damit, mich wie ein totales Arschloch zu verhalten. Manchmal fühle ich mich deswegen schlecht, aber es ist allemal besser, als alten Leuten am Telefon Rollstühle zu verkaufen. Ich wohne mit einem Mitbewohner zusammen und wir haben eine Show in Kanada, wo wir gegeneinander antreten. Vielleicht habt ihr ja davon gehört, sie heißt „Kenny vs. Spenny“.
Im Prinzip geht es bei der Show darum, dass ich und mein bescheuerter Mitbewohner, der aussieht wie Jar Jar Brings mit ‘nem Down Syndrom, in ziemlich kranken Wettkämpfen gegeneinander antreten. So’n Scheiß wie: Wer kann sich innerhalb einer Woche am meisten Gewicht anfressen? Wer kann mit den meisten Weibern rummachen und das meiste Bier trinken, bevor er kotzen muss? Eine der Shows, die wir in der letzten Staffel machten, wurde in Kanada als der fieseste, hinterfotzigste Streich bejubelt, der je einem engen Freund angetan wurde. Mein Kumpel Spencer (Spenny) und ich wollten ein für alle Mal rauskriegen, wer von uns lustiger ist. Also beschlossen wir, dass wir beide eine Woche lang für eine Stand-Up-Comedy-Show üben würden, um dann vor irgendeinem großen Comedy-Guru aufzutreten, der entscheiden würde, wer von uns der witzigere Stand-Up-Komiker ist (als wäre es irgendein beschissener Wettkampf).
Ich befolgte die Regeln von Sun Tzus „Kunst des Krieges“, wo es heißt, man solle „seinen Feind niederschlagen und von innen zerstören.“ In Kanada ist das Gesundheitsministerium verpflichtet, einen zu informieren, wenn man Sex mit jemanden gehabt hat, der einen positiven AIDS-Test hatte. Sie schicken dann tatsächlich Briefe rum. Könnt ihr euch vorstellen, einen solchen Brief zu bekommen? Spenny kann es.
Es ist supereinfach hochwertige gefälschte Dokumente anzufertigen. Ich ging auf die Website des Gesundheitsministeriums, packte ihr Logo oben auf ein Worddokument und schrieb dann einen Brief and Spencer Nolan Rice, in dem ich ihm mitteilte, dass er an AIDS sterben würde. Ich sorgte dafür, dass er ihn mitten in der Vorbereitungswoche für den Wettkampf bekam. Nachdem er den Brief bekommen hatte, kotzte er tatsächlich erst mal. Er vergaß den Wettbewerb und teilte mir unter Tränen mit, dass er vielleicht AIDS hat (ich wusste es ja nichtder Brief war ja vom Gesundheitsministerium). Als der tolle Freund, der ich bin, tat ich so, als ließe ich alles stehen und liegen und organisierte Sorgenberatung, Bluttests, Versicherungsangebote, das Verfassen seines Testaments und den restlichen Scheiß, den die Leute so machen, wenn sie denken, dass sie bald sterben.
Spennys Woche vor dem Wettbewerb war voller goldener Momente. Anrufe bei Mädels, die er gelegentlich vögelte, um herauszukriegen, ob eine von ihnen die mit HIV war. Er vermachte mir ein paar seiner besten Sachen und zahlte mir einen Teil des Geldes zurück, das er mir über die Jahre so schuldete.
Das Gute ist, dass es bei einem Bluttest 7-10 Tage dauert, bis man die Ergebnisse bekommtalso eine ganze Weile nach Ende des Wettbewerbs. Einer der AIDS-Berater, die ich für ihn organisierte hattesein Name war übrigens Gaylord (ich schwör’s)sagte Spenny, dass das Beste, was er tun könne, sei, einfach sein Leben weiterzuleben. Also entschied sich Spenny, weiterhin bei dem Wettbewerb mitzumachen.
Ich bekam kurz Schiss, denn eigentlich ist ja nichts witziger als ein total deprimierter, mitleiderregender Komiker, aber dann fiel mir ein, dass wir es mit dem alten Spenny zu tun hatten.
Wir sind also in dem Comedy-Club und Spenny geht als Erster auf die Bühne und fängt an. Ein paar Witze später scheint es, dass die depressive Schiene bei ihm funktioniert. Aber dann bleibt er plötzlich wie versteinert stehen und erzählt dem Publikum, dass er vielleicht AIDS hat und stürmt von der Bühne. Das war das Tollste, was ich je gesehen habe. Echt Gold wert. Er brach komplett zusammen und fing fast an zu heulen.
Ich gab dem Typen, der uns bewertete, eine Kopie des Briefes, den ich Spenny geschickt hatte und er gestand mir den Sieg dafür zu, dass ich so eine fiese Nummer gegen meinen besten Freund abgezogen hatte.
Ich hab mich dann aber doch ein bisschen schlecht gefühlt, weil ich aufpassen musste, dass er keinen Selbstmord begeht und es ist wirklich ziemlich anstrengend, sich um ‘nen Kumpel zu kümmern, der an vorgetäuschtem AIDS leidet. Seine Mutter hatte fast einen Herzinfarkt, aber sie ist eh ‘ne ziemlich blöde Kuh. Das Lustige ist, als er herausfand, dass ich das ganze Ding nur gefälscht hatte, war er so glücklich kein AIDS zu haben, dass er es mir bis zum heutigen Tag nicht heimgezahlt hat.
KENNY HOTZ
CONTINUED:
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