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DOS & DON'TS














Diesen Monat liegt der süSSe Duft von interethni-scher Liebe in der Luft, und wir meinen hier nicht die billige Asia-Porno-Variante. Die Weltmeisterschaft hat Brüder aus allen vier Ecken der Welt in ihrer Liebe für einen wundervollen Sport vereint. Während des Turniers war jede einzelne Bar der Stadt vollgestopft mit verschwitzten Fußballfans, die sich in alkoholinduzierte Liebesaffären mit Leuten begaben, die sie tausende von Jahren gehasst hatten. Inspiriert von diesem Gefühl bedingungsloser Liebe beschlossen wir, unseren kleinen Teil zu den internationalen Beziehungen beizutragen und Israel ins Boot zu holen. Das erste Teil des Puzzles des Grauens ist diesen Monat eine tödliche Qualle aus dem toten Meer, Eigentum einer unserer neuesten Mitarbeiterinnen, die gerade einen Job in Tel Aviv erledigt hat. Sie entdeckte dieses kleine Viech beim Sonnen am Strand, doch statt einfach einen Stock reinzurammen und wegzurennen, packte sie es liebevoll ein und nahm es mit.

Nach einem geringfügig traumatischen, sechsstündigen Flug in einem Bolognese-Glas lebt die Qualle nun ein sorgenfreies Leben in der lieblichen Welt des Glases des Grauens. Zutat Nummer zwei repräsentiert die wohlerzogenen Bastionen der Freundlichkeit, die Engländer. Als wir neulich das Büro verließen, sahen wir zwei englische Fans auf der Straße stehen. Bei näherer Betrachtung mussten wir feststellen, dass einer der beiden gerade auf den Gehweg kackte, während sein Kumpel Schmiere stand. Wir ließen ihn sein Geschäft zu Ende machen, aber am nächsten Morgen war der Haufen immer noch da. Da wir nicht riskieren wollten, dass jemand in diesen kleinen Schoko-Trüffel reintrat, packten wir ihn kurzerhand ein (die Methode mit der umgestülpten Plastiktüte) und warfen ihn ins Glas.

Zutat Nummer drei ist ein direktes Resultat der Hitzewelle, die gerade über unseren Kontinent hinweg zieht. Die hat nämlich zur Folge, dass alles sehr schnell sehr heiß wird, unter anderem auch Käse. Unser gammliger Gouda war letzte Woche noch frisch, hat aber in kürzester Zeit ein haariges grünes Fell gebildet, das etwa wie jene Sorte Frischkäse roch, die man an ungewaschenen Geschlechtsteilen findet. Nicht jeder fühlt sich auf Anhieb in dem warmen, freundlichen Umfeld unseres Glases wohl, und auch die riesige Mutantenbiene brauchte eine Weile, um Fuß zu fassen. Den ganzen Tag war sie im Büro und flog unermüdlich gegen immer dieselbe Stelle an unserem Fenster. Sie begann sich zu ärgern, also packten wir sie ins Glas, zur Abkühlung. Weiter ging es mit einem halben Dutzend benutzter, verseuchter Kondome, die wir nahe dem Berliner Olympiastadion in einem Gebüsch gefunden hatten. Da dank der WM tausende überaufgeregter Männer in der Stadt waren, haben die Prostituierten das Geschäft ihres Lebens gemacht. Wenn man sich aber keine Edelnutten aus dem Van Kampen leisten kann, dann gibt man sich es eben dreckig mit den Transen in den Büschen vor dem Stadion. Wir fanden auch eine Tube Schmieröl (30 verkackte, besoffene Hooligans an einem Nachmittag können zu dezenter Austrocknung führen) in der Nähe und pressten für die Würze etwas davon hinein. Die Qualle und der Haufen verschwanden nach Ankunft schnell in der verwesenden Suppe und wurden seitdem nicht mehr gesehen. Der Käse war etwas hartnäckiger und hielt etwa fünf Minuten durch, bevor er in zwei Teile zerbrach und in dem restlichen Schleim versank. Jetzt ruhen die Kondome auf der Oberfläche des Glibbers wie eine aidsverseuchte Bettdecke, die den Rest des Glases über Nacht warm hält und schwitzen lässt.

VICE STAFF