NEWSLETTER  



DOS & DON'TS









MISS SOUTH AFRICA

FOTOS David Yeo
ASSISTENZ Alexander Benjaminsen
STYLING Saffron Hunt & Eleanor Green
HAIR & MAKE-UP Clair Montgomery

Besonderen Dank an Face Of South Africa. www.faceofsa.com


Kleid von Tom Wolfe, Jeans von Duck and Cover, Tuch von Ophelia Fancy Vintage, Schuhe von PF Flyers, Schmuck stylist’s own

Maruzaan, 24

Heimatstadt:
Johannesburg

Beruf: Sonderschullehrerin

Pro: Wohltätigkeit, Ungerechtigkeit bekämpfen

Con: weg aus Südafrika sein

Ich bin Lehrerin und wie die meisten der Mädels in dieser Fotostrecke, eine Teilnehmerin des Face Of South Africa-Schönheitswettbewerbs. Ich vermisse Südafrika. Ich vermisse das Wetter und den Sand. Ich vermisse meine Freunde und meine Familie. Zurzeit gibt es in England viel mehr Möglichkeiten als in Südafrika, deshalb bin ich hier. Wenn ich den Wettbewerb gewinne, werde ich meine Position nutzen, um mich für Kinder mit AIDS in Südafrika einzusetzen. Ich hasse es, Kinder leiden zu sehen. Ich kenne niemanden mit AIDS, bin also nicht persönlich betroffen, aber ich möchte Menschen helfen. Heutzutage betrifft es alle ethnischen Gruppen.



Kleid von Beyond Retro, Unterhemd von Golddigga, Gürtel von Beyond Retro, Halskette stylist’s own

Marike, 22

Heimatstadt: Amsterdam, SA

Beruf: Nanny und Teilzeitmodel

Pro: Rugby

Con: Fußball

Drei Tage nachdem ich meinen Highschool-Abschluss in der Tasche hatte, bin ich nach London. Jetzt bin ich seit viereinhalb Jahren hier. Erst habe ich in einer chinesischen Fabrik gearbeitet. Es war schlimm. Manchmal begann die Arbeit morgens um drei. Gemüse schnibbeln.

Ich war nachts unterwegs und bin dann direkt zur Arbeit, mit verschmiertem Make-Up. Jede Minute Verspätung wurde mir vom

Lohn abgezogen.

Ich wurde in London schon ausgeraubt, es gibt viel hässliche Kriminalität hier, besonders in bestimmten Gegenden. Aber es ist nicht wie in Südafrika. Da ist es richtig unsicher und ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren, naja, irgendwas machen können. Wir versuchen, die Kriminalität zu senken. Hoffentlich wird’s besser. Ich vermisse meine ganze Familie sehr.

Die Fußball-Hooligans machen mir Angst. Neulich wurden wir in Canada Water von ein paar Kids angegriffen. Sie bewarfen uns mit Eiern und schrieen: „Komm Baby, komm ins Bett mit mir.“


Badeanzug von Beyond Retro, Jeansrock von Levi’s, Unterhose von Ophelia Fancy, Gürtel von Tatty Devine, Ohrringe von ladyluckrulesok.com

Jennifer, 24

Heimatstadt:
Johannesburg

Beruf: Bankkauffrau

Pro: WWE Wrestling

Con: englische Jungs

Ich bin seit vier Jahren hier. In Südafrika hatte ich immer etwas Angst vor den Leuten, die ankommen und einem die Tasche klauen, am Flughafen oder so.

Wenn in London eine Frau vergewaltigt wird, dann gibt das am nächsten Tag eine Schlagzeile. In Südafrika ist das nicht so. Die Chance dort vergewaltigt zu werden, ist etwa eins zu vier. Wenn du Afrikanerin bist, sind die Chancen eins zu zwei. Ich wuchs in einer stressigen Gegend auf. Das war ziemlich hart. Man muss nachdenken: „Ist es sicher rauszugehen?“ Und: „Wozu ist diese Person in der Lage?“

Ich kenne ein Mädchen, die von einem Bekannten vergewaltigt wurde. Er fragte immerzu, wo sie wohnte. Sie sind sogar zusammen aufgewachsen. Das hätte ich ihm nie zugetraut.

Was ich in Südafrika in den letzten Jahren gesehen habe, hat mein Menschenbild verändert. Früher habe ich dem Gerede über die Schwarzen, die nur rauben und stehlen, nie viel Beachtung geschenkt. Aber als ich bei der Bank Of Amsterdam gearbeitet habe, war ich in einen Banküberfall verwickelt und das hat mich total verändert. Danach habe ich komplett zugemacht. Die sind zu Dingen in der Lage, das glaubt man nicht. Sie haben mehr Zeit damit verbracht, uns zu verprügeln, als den Tresor leer zu räumen. Ich war traumatisiert. Wenn mir vorher Leute erzählten, dass sie nach einer Attacke oder ähnlichem Hilfe suchen mussten, dann habe ich sie ausgelacht. Aber danach musste ich auch zum Psychiater.

Hier ist es eine andere Art zu leben. Hier kann man sich auf der Straße frei bewegen.


Badeanzug von Beyond Retro, Jeansshorts von Grab, Gürteltasche von Eastpak, Schuhe von Beyond Retro

Elzane, 26

Heimatstadt:
Johannesburg

Beruf: Musiklehrerin

Pro: Kindern helfen

Con: englisches Wetter

Ich bin im Februar 2003 hierher gezogen. Ich kann nicht sagen, wie lange ich bleiben werde. Das Beste ist, dass ich eine Menge Erfahrungen sammeln kann. Erfahrungen, die ich in Südafrika nicht machen könnte. Da laufen einige Dinge anders. Ich spiele Bratsche und unterrichte Musik. Es kommt immer darauf an, wonach man im Leben sucht. Und was Kriminalität angeht, kommt es darauf an, nicht Teil der Statistik zu werden. Man muss Sicherheitsvorkehrungen treffen. Auch zu Hause muss man aufmerksam sein. Wir haben Überwachungskameras installiert, falls etwas schief geht, können wir das verfolgen.

Wie die meisten Mädchen bei diesem Shooting bin ich eine Teilnehmerin des Face Of South Africa-Schönheitswettbewerbs. Ich möchte Geld sammeln, um Kindern zu helfen, denn sie sind die Zukunft der Erde.


Hemd von J.Lindeberg, Jogginghose und Bodysuit von American Apparel, Gürtel von Pacha, Brosche von ladyluckrulesok.com, Stiefel stylist’s own


Janet, 22

Heimatstadt:
Johannesburg

Beruf: Lehrerin

Pro: Bratsche

Con: verwöhnte englische Kids

Die Kriminalitätsrate in Südafrika bessert sich nicht wirklich. Viele haben keine andere Wahl als zu stehlen, es ist die einzige Art zu überleben. Nichts bessert sich. Ich bin froh hier zu sein, aber nicht froh, dass ich Südafrika verlassen habe und ich würde sofort zurückgehen, wenn sich eine Möglichkeit bietet. Black Empowerment bedeutet, dass man benachteiligt sein muss, um hoch in die Liste der Jobs zu kommen. Weiße sind nicht von vornherein benachteiligt. Wenn es eine Liste gäbe, sähe die so aus: „Schwarz/männlich, schwarz/weiblich, weiß/weiblich, weiß/männlich.“

Wegen der Kriminalität haben die meisten Menschen Hunde und Stacheldraht um ihre Häuser. Am beliebtesten sind Rottweiler und Schäferhunde. Ich habe nur einen Dackel. Ich denke mal, der kann denen in den Knöchel beißen oder so.


Shorts von J.Lindeberg, Top von Duck and Cover, Bikini von American Apparel, Accessories stylist’s own

Redd, 23

Heimatstadt:
Kapstadt

Beruf: Pornofilm-Stylistin

Pro: Freiheit

Con: unfreundliche Menschen

Ich kam hierher, weil ich genug hatte. Einen Monat zuvor hatte mir jemand ein Messer in den Hals gerammt. Da war es endgültig zuviel. Ich wollte nur weg und wusste nicht wohin. Es war mir egal wohin.

Ich steckte während der Rush Hour im Stau auf dem Weg zur Arbeit, und da war dieses Straßenkind, dem ich manchmal Essen gab. Er kam an mein Fenster, um sich zu unterhalten, aber ich sagte ihm, dass ich an diesem Tag nichts dabei hatte, was ich ihm geben konnte. Das Nächste, was ich bemerkte, war, wie er nach meiner Halskette schnappte. Der meiste Schmuck geht nicht einfach ab, wenn man daran zieht, er bekam es nicht hin, also zog er ein Messer und ich bekam es hinten ins Genick.

Normalerweise holen sie dann die größeren Jungs, die Kleinen klauen den Schmuck, geben ihn den Großen und rennen weg. Ich hatte auch schon einen Einbrecher. Dem habe ich mit der PPK ins Knie geschossen. Ich wurde nicht verhaftet. Ich lebte im ersten Stock, er kletterte am Baum hoch, um auf den Balkon zu gelangen. Ich schoss und er fiel aus dem Baum.

Das mag ich an London. Es ist sicherer. Du kannst rumlaufen, vielleicht wirst du auch mal ausgeraubt, aber das war’s. Schlimme Sachen passieren überall auf der Welt, aber in London kann ich mit meinem Schmuck auf die Straße gehen. In Südafrika versuche ich immer, so arm wie möglich auszusehen.


Bodysuit von American Apparel, Hose von Golddigga, Gürtel von Pacha, Schuhe stylist’s own, Brosche von ladyluckrulesok.com

Fiona, 23

Heimatstadt:
Johannesburg

Beruf: Bardame

Pro: der Geruch von gegrillten Würstchen

Con: englische Typen

Ich liebe es, in London zu leben. Ich habe schon in einigen Bars gearbeitet, seit ich hier bin. Ich bin allerdings lieber in Gesellschaft von südafrikanischen oder australischen Männern als von Engländern. Wir haben weitaus mehr mit denen gemeinsam als mit den Engländern.

Um meine Heimatstadt Johannesburg ist es momentan schlecht bestellt. Ich möchte dort nicht auf der Straße unterwegs sein. Deshalb sind auch so viele von uns in London. Ich habe gehört, dass alleine in den Southfields 14.000 Südafrikaner neu zugezogen sind.

Wir hatten ein Haus, allerdings mit hohen Mauern und einem elektrischen Draht. Das beste Geschäft in Südafrika machen die Sicherheitsfirmen. Es ist verrückt. Vor einer Weile wurde meine Freundin in einem Einkaufscenter vergewaltigt. Sie ging auf die Toilette und dort saß ein Mann, der sie gewürgt und vergewaltigt hat. Menschen sind zu so schrecklichen Dingen in der Lage.


Top von Paul Smith, Schuhe von PF Flyers, Shorts stylist’s own, Halskette von Tatty Devine

Candice, 21

Heimatstadt:
Nigel, Johannesburg

Beruf: Empfangsdame

Pro: Spaß haben

Con: Verbrechen

Ich kam hierher, weil ich mich selbst ins tiefe Wasser stürzen wollte, um zu sehen, ob ich schwimmen kann. Außerdem ist man in England nicht ständig in Gefahr, angegriffen zu werden. Zwar ist es in Südafrika auch nicht gerade so, dass man sofort attackiert wird, sobald man das Haus verlässt, aber die Chance, dass es passiert, ist viel größer. Wenn du an einer roten Ampel anhältst, wirst du in fünf von zehn Fällen ausgeraubt. Leute stehen an der Ampel und sehen aus, als wollten sie was verkaufen, aber in Wirklichkeit sind sie hinter deinem Telefon oder deinem Geldbeutel her. In mein Haus wurde schon dreimal eingebrochen. Sie haben alles geklaut, was sie tragen konnten. Sogar die Küchenschränke haben sie zerlegt und alles Wertvolle mitgenommen. Sie klauten meinen Schmuck und all meine CDs. Die Eltern meiner Freundin wurden vor ihrer eigenen Bäckerei erschossen.

Manche Leute haben Laserstrahlen in ihrem Haus, die in jede Ecke des Raumes reichen. Sie werden zum Beispiel im Flur installiert und man muss sie immer ein- und ausschalten, wenn man durch das Haus laufen will.