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DOS & DON'TS









TATTOO STORIES

Fotos Taz Darling
Styling Aldene Johnson
Interviews Kevin Morpurgo
Assistenz Denise Dunstan & Pegah Farahmand

Besonderen Dank an Demian von Blood Brothers Tattoos, Holloway Road London und Tom Hooper von Frith Street Tattoos, Soho, London.

Skip: Jacke von Jack & Jones, T-Shirt model’s own

Skip: Das Spinnennetz in meinem Gesicht überdeckt ein altes Spinnennetz, das meine Schwester gestochen hat. Vorher war es ein ziemliches Durcheinander. Es war ein ganz anderes Netz. Die auf meinem Kopf sind auch von meiner Schwester. Damals war ich Punk. Ich hab sie mit 17 machen lassen, jetzt bin ich 42, das ist ne lange Zeit. Im Genick habe ich eine Knarre. Die hab ich seit acht Jahren. Ich habe mir auch „Skins“ tätowieren lassen, das war eine Wette. Ich hab einen Fünfer gewonnen. Keine Ahnung, warum ich die alle habe, ehrlich. Ich mag sie halt.



Frank: Jeans von Levi’s, Unterhose von Jack & Jones, Hut Vintage

Frank: Ich habe mir selbst eine Pistole auf die linke Seite meines Bauchs tätowiert. Das war vor viereinhalb Jahren in der Küche eines Freundes. Ich benutzte eine selbstgebaute Tätowiermaschine. Damals hatte ich eine Band mit einem Kumpel und er fing an zu tätowieren. Ich hing bei ihm ab und meinte irgendwann: „Ich will ein Tattoo auf meinem Bauch, das kann ja nicht so schwer sein.“ Also zeichnete ich es mit einem Kuli vor und dann dauerte es etwa zwei Stunden. Ich wusste nichts über Tattoos, deshalb musste ich es zweimal machen. Es war die Hölle.


Demian von Blood Brothers Tattoos: T-Shirt von MA, Jeans model’s own, Cap model’s own
Phil: Shirt von SkunkFunk, T-Shirt von Hot Tuna, Jeans von Franklin & Marshall

Phil: Ich hatte „Mom“ auf dem Arm tätowiert. Eines Nachts kauften mein Tätowierer-Freund und ich einen Haufen Crack und PCP und wir beschlossen, das Tattoo etwas zu modifizieren. Was eine simple, klare, Ich-liebe-Mami-Rose war, wurde zu einem knurrenden, blutenden Dornen-Monster mit ins Design eingearbeiteten Blitzen, damit es aufregender aussah. Das ist einer der Gründe, warum ich kein Crack mehr rauche.


JJ: T-Shirt von Rainy Day Fuck Parade, Cap von New Era, Shorts von Jack & Jones, Schuhe von PF Flyers

JJ: Meine Freundin hatte noch nie tätowiert, aber sie war ein großer Fan von Tattoos. Wir gingen zu mir, ich hatte eine Tätowierpistole und etwas Ketamin. Sie tätowierte mich die ganze Nacht, bis fünf Uhr morgens. Damals fand ich, dass es alles ganz gut aussah, also ließ ich sie weiter machen. Sie machte erst einen Totenkopf, der steht für „Taking Care Of Business“ und dann ging’s richtig los. Ich habe währenddessen Videospiele gespielt.


Eric: Top Vintage, Hose model’s own, Schuhe von Cushe

Eric: Diese Frau auf meinem Arm ist ein berühmtes Model aus den 1930ern/1940ern. Ich hatte mich gerade von meiner ersten Frau scheiden lassen, also war ich sehr glücklich. Meine Freundin fing gerade an zu tätowieren und wollte mich als Versuchskaninchen. Ich ließ sie machen, was sie wollte. Sie war ein großer Sid Vicious-Fan, also tätowierte sie sein Gesicht auf meinen Arm. Mein chinesisches Sternzeichen ist ein Holzdrache, daher machte sie noch einen Drachen, umgeben von Totenköpfen. Ich mag Totenköpfe. Ich arbeite auf einem Friedhof.


Andrew: Unterhemd von Hot Tuna

Andrew: Ich habe ein Anarchie-Symbol mit einer selbstgebauten Tätowierpistole gemacht. Es gibt einen alten, einfachen Weg, eine Tätowiermaschine zu bauen. Man schneidet das Ende eines Kugelschreibers ab, schiebt einen Draht durch und verbindet ihn mit einem elektrischen Rasierer. Dazu nimmt man den Kopf eines alten Braun-Rasierers ab und benutzt ihn als Motor. Russische Punks nehmen das Ende einer Gitarrensaite als Nadel. Viele meiner dänischen Freunde haben auch so ihre Tattoos gemacht. Einige von ihnen haben sich aus irgendeinem Grund „Shit“ auf den Arsch tätowiert.


Tony: Unterhose und Tanktop von American Apparel, Ring von Tenderloin

Tony: Dan Higgs von Lungfish hat mir eins auf meinen linken Arm gemacht. Es war ein brütend heißer Sommertag in Baltimore, aber er trug einen Pullover, eine Wollmütze und einen Bart. Wir haben dieses Tattoo zusammen gestaltet. Es ist ein Buch mit einem Kerzenhalter mit Hühnerfuß, der eine Kerze mit Flügeln hält und sieben weitere Kerzen. Da steht: „As Above, So Below“. Als er fertig war, trat Dan einen Schritt zurück und meinte: „Hmm. Yeah, es sieht aus, als bedeutet es was.“


Scott: Jacke von Religion, Shirt model’s own

Scott: Mit 16 habe ich einen Freund zum Tätowierer begleitet. Er lieh mir etwas Geld. Der Tätowierer sagte, dass er mir für eine gewisse Summe was auf die Brust zaubern könnte, also ließ ich mir Iron Maiden draufmachen. Im Nacken habe ich noch eine Fledermaus. Skinheads haben dort oft eine Schwalbe, ich wollte das unterwandern, also machte ich ne Fledermaus direkt über dem Vice Squad-Logo.


Johnny wears T-shirt by Duck and Cover, jeans by Wrangler, shoes by PF Flyers
Dante: Jeans von Levi’s, T-Shirt von Carhartt, Gürtel von Jack & Jones, Unterhose von Calvin Klein

Dante: Vor acht Jahren habe ich mir das auf den Bauch stechen lassen. Ich wollte immer ein Tattoo von diesem Typen. Er ist ein Künstler aus Zürich namens Mick. Ich dachte, ein Tattoo auf dem Bauch geht echt einfach. Er brauchte ungefähr zwei Minuten, um die Schlange zu zeichnen, dann legte ich mich hin und er zog die erste Linie, dann noch eine, dann noch eine. Ich sagte: „Warte mal, ich möchte das nicht mehr. Es tut viel zu weh.“ Er brauchte anderthalb Stunden, um mich zu überzeugen, es doch zu tun.