NEWSLETTER  



DOS & DON'TS











Skorbutjunge
Ich war 19 und wohnte mit zwei Kumpels in einer Art besserem Klohäus-chen. Obwohl ich fast ausschließlich schon getragene Klamotten trug, beschloss ich, dass ich neue Schuhe brauchte. Das Problem war, dass meine Stütze komplett für Miete, Essen und das Saufen draufging. Ich brauchte definitiv neue Schuhe, aber auch neue Klamotten, ein Bett, eine Zahnbürste usw. Und nachdem ich mir eine Woche lang den Kopf zerbrochen hatte, hatte ich den perfekten Plan. Falls es mir gelänge, einen Monat lang kein Essen mehr zu kaufen, könnte ich die 150 Euro oder so, die ich brauchte, ansparen. Die nächsten paar Wochen reduzierte sich meine eh schon ziemlich beschissene Ernährung auf das, was ich so klauen konnte und Mehl und Wasser, das ich anbriet und mit Tomatensoße aß (so sparte ich mir auch das Klopapier). Das Geldsparen ging gut voran. Das Komische ist, dass es mir bis zu dem Moment, wo der Skorbut anfing, gut ging. Es war zwei Uhr morgens und ich schaute fern und holte mir auf Liams Matratze einen runter. Nachdem ich gekommen war, fühlte ich mich schwach. Ich versuchte aufzustehen, aber meine Beine trugen mich kaum. Ich stolperte in mein Zimmer, kollabierte auf meinem Bett und schlief ein. Am nächsten Tag konnte ich, wenn ich meine Zunge gegen den Gaumen drückte, Blut und Eiter ausspucken. Ich hatte damals das ganze Gesicht voller Piercings (es war Mitte der 90er) und alle Löcher entzündeten sich über Nacht. Nach ein paar vergeblichen Versuchen aufzustehen, kroch ich ins Wohnzimmer. Ben, der rumfurzte und Margarine direkt aus der Dose fraß, warf mir einen bösen Blick zu und rückte von mir weg. Er würde mir ganz offensichtlich keine Hilfe sein und das Telefon war seit Monaten gesperrt. Ich kroch also wieder in mein Zimmer und lag einfach da und spuckte Blut und verlor gelegentlich das Bewusstsein.


Am nächsten Tag kam dieses Mädchen, mit der ich gerade was hatte, vorbei. Leider hatte dieses Mädchen nicht nur ein Drogenproblem, sondern war auch noch eine totale Sadistin. Sie stand in der Tür und sah mich missbilligend an. „Was ist los?“, fragte sie mich, als ob meine Krankheit eine persönliche Beleidigung wäre. „Ich weiß es nicht, aber ich hab das Gefühl, ich sterbe gleich.“ Sie wühlte in ihrer Tasche rum und zog ein paar Fläschchen raus.

„Nimm die hier.“

Ich nahm ein Paar von jeder Sorte.

„Kannst du meine Mutter anrufen?“, fragte ich in einer so kläglichen Stimme, dass ich sie fast selbst nicht mehr erkannte.

„Klar, wenn ich zu Hause bin.“

Ich konnte fühlen, wie die Pillen anfingen zu wirken und das erste Mal seit 24 Stunden hatte ich nicht mehr ganz so höllische Schmerzen. Alles war okay ... bis die Drogen nachließen. Dann bekam ich Riesenpanik. Ich dachte schon darüber nach, Ben Anweisungen für meine Beerdigung zu geben, da tauchte meine Freundin wieder auf. Sie sah völlig fertig aus und rollte unkontrolliert mit den Augen. Wenn sie redete, klang es wie eine Platte auf der falschen Geschwindigkeit.

„Bist du krank?“

„Ich muss zum Arzt, hast du meine Mutter angerufen?“

„Nee, hab ich vergessen“, sagte sie und ließ sich auf das andere Ende vom Bett fallen.

Ich zwang mich, mich aufzusetzen, um meinen Worten etwas mehr Kraft zu verleihen.

„Bitte, ich bin wirklich krank. Du musst jemand holen, der mich zum Arzt bringt.“

Sie saß mit ausdrucksloser Miene da und sah mich an, während diese neue Information zu ihrem zugedröhnten Gehirn durchsickerte.

Nach zehn Sekunden sagte sie: „Okay.“

Meine Mutter kam am nächsten Tag vorbei und erzählte, dass irgend so ein komisches Mädchen bei ihr aufgetaucht sei. Ich glaube, sie dachte am Anfang, ich wäre einfach nur auf Drogen; ich hatte die Pillen wie Bonbons geschluckt und faselte wohl ziemlich zusammenhangloses Zeug. Aber als sie das Blut und die Beulen sah, fing sie an mich ernst zu nehmen. Die Ärztin war völlig schockiert. Nachdem sie ein paar Bücher konsultiert hatte, sah sie mich mit einer Mischung aus Besorgnis und Belustigung an und sagte: „Ich glaube, du hast Skorbut.“ Wir saßen beide da und konnten es nicht glauben. Das war der erste Fall, von dem sie gehört hatte, seitdem vier Studenten nach einer monatelangen Dauerernährung von Chips und Bier starben. Anscheinend wäre ich auch gestorben, wenn ich noch eine Woche länger gewartet hätte. Die Ärztin gab mir ein Rezept für extra starke Vitamin C-Tabletten und Schmerztabletten.

DOMINIC MONAGHAN


Hund frisst Tampon
Es war am Heiligabend 2001 und mein Freund war vorbeigekommen, um mich bei meinen Eltern zu besuchen, während sie auf einer Party waren. Wir fingen an, in meinem Zimmer rumzumachen und nach ein paar Minuten begann er, die Hand unter meinen Rock zu schieben. Ich sagte ihm, ich hätte keine richtige Lust, weil ich meine Tage hatte. Das schreckte ihn aber nicht ab—er sagte, es würde ihm nichts machen, wenn es mir nichts machen würde, also sagte ich „Okay“. Bevor ich noch dazu kam, da unten alles in Ordnung zu bringen, hatte er schon die Tamponschnur in der Hand, zog ihn raus und schmiss ihn ganz romantisch quer durchs Zimmer.

Meine Eltern kamen früher als erwartet nach Hause und wir mussten uns schnell anziehen. Ich guckte kurz nach dem Tampon, sah ihn aber nicht, also ließ ich ihn liegen.

Am nächsten Abend saß ich betrunken und mit Truthahn vollgestopft im Wohnzimmer und sah mir das furchtbare Weihnachtsprogramm an, als mich meine Mutter plötzlich in die Küche rief. Ich stand widerwillig auf, weil ich dachte, sie wollte, dass ich ihr beim Spülen helfe. Als ich aber in die Küche kam, erwartete mich der Anblick meiner Eltern, wie sie auf dem Küchentisch den Anus unseres Hundes untersuchten.

„Du wirst es nicht glauben, Kate“, sagte mein Vater, „aber der Hund hat einen Faden aus seinem Hintern hängen. Er muss ein Tischfeuerwerk oder so was gegessen haben. Er hat davon scheinbar geblutet, denn da ist Blut an der Schnur. Hast du den Hund ein Tischfeuerwerk fressen sehen?“ Mir wurde plötzlich klar, was gleich passieren würde, also stammelte ich schnell: „Oh ja, das macht er immer. Gebt ihn mir mal, ich hab das schon oft gemacht. Glaubt mir, das wollt ihr nicht sehen.“ Ich schnappte mir den armen, kläffenden Hund, scheuchte ihn die Treppe hoch und widmete mich dort in schönster Abgeschiedenheit der unangenehmen Aufgabe, ihm meinen eigenen Tampon aus dem Arsch zu ziehen.

KATE CARS


CONTINUED:
EWWW!!
| 1 | 2 | 3 |