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DOS & DON'TS












DC Emperor Machine Mountain Of One Emperor Machine, again



Halleluja. Nach elfjährigem Erforschen musikalischer Randbezirke haben DC Recordings, eines von Englands führenden Indie-Labels, es endlich geschafft, ihre erste Compilation zu veröffentlichen. In geschickter Abstimmung mit dem gegenwärtigen Trend, zu allem was kaputt und abgespaced ist, heißt sie Death Before Distemper und darauf findest du alle deine neuen britisch-exzentrischen Lieblings-Psych-Rock- und Cosmic-Disco-Bands, zum Beispiel Emperor Machine, Padded Cell und White Light Circus, sowie einige frisch gepresste elektronische Seltsamkeiten von Kelpe und Depth Charge, die DC 1995 gegründet haben. Kürzlich verbrachte Vice einen Morgen mit Depth Charge AKA Jonathan Saul Kane und DCs Labelmanager James Dyer, der unter dem Namen Stromba auch abgeschossene Dub-Mucke macht, in ihrem unordentlichen Büro über dem Intoxica Plattenladen auf der Portobello Road. James ist eigentlich sehr gesprächig, sagte diesmal aber kaum was. Er überließ Jonathan das Reden.

Vice: Hast du ein paar Stories aus der „guten alten Zeit“ auf Lager?

Jonathan:
In den frühen 80ern gab es hier gar nichts. Wir holten uns alles aus New York oder Jamaika und interpretierten es dann London-Style, was ziemlich interessant war. Die Warehouse-Szene war spannend: die Leute mussten ihren Arsch hochkriegen und die Party erstmal finden. Jetzt geht man einfach vorbei und darf umsonst trinken. Alles ist umsonst. Musik ist umsonst. Man bezahlt überhaupt nichts mehr. Deshalb ist es heute so schwer für Labels, weil alles umsonst ist. Wenn du unsere Sachen umsonst runterladen willst, kannst du auf irgendeine Seite gehen und das machen.

Also ist alles etwas zu einfach heute?

Heute kann man alles mit einem Mausklick bekommen. Das ist witzig. Sehr unenglisch. All die großen englischen Künstler, Sportler oder sonstwie wichtigen Menschen haben immer gelitten, sie bekamen keine Unterstützung. Seb Coe und diese Leute hatten nie einen Sponsor, sie standen einfach auf und rannten, weil sie ihr Bestes geben wollten.

Nicht viele Leute wissen, dass du bei Bomb The Bass warst, auf dem Gipfel ihres Ruhms in den späten 80ern.

Damals verwendete ich den Namen Grimm Death. Ich habe ein Remix von „Beat Dis“ auf dem ersten Album gemacht und dann eine Menge für das zweite Album. In Europa habe ich auch live mit ihnen gespielt, würde aber sagen, dass es nicht so richtig Spaß gemacht hat. Ich bin froh, es gemacht zu haben, möchte aber nicht mehr in einer Band spielen.

Von den 70 Veröffentlichungen auf DC kommt nur eine von einer Frau, und das ist „Bad Ass Reputation“ von Crazy Girl, die ziemlich crazy ist. Warum ist das so?

Hmm, darüber hab ich noch nicht nachgedacht. Vielleicht haben Frauen Angst vor DC.

Ein sicheres Zeichen, dass eine Band es ernst meint, mit dem was sie macht, ist wenn sie mir nach einem Interview eine kurze Liste mit ihren „musikalischen Referenzen“ zuschicken, nur für den Fall, dass man was nicht kapiert hat. Besagte Band ist A Mountain Of One, ein grandioses neues Ensemble aus London, deren 5-Song-EP 1 an jenen blumigen Cosmic-Electro-Prog anknüpft, der mit der ersten Inkarnation von Pink Floyd begann und auch schon durch Fleetwood Mac, Vangelis, Santana und Steely Dan geflossen ist.

Der Text von Mo Morris, ehemals Kurator protziger Partys, Simon Pegg-Double und eben A Mountain Of One’s Keyboarder und Programmierer, liest sich wie folgt: „Alan Parsons Project, Talk Talk, Ashra Temple, Peter Gabriel sind gute Referenzen.“ Das ist allerdings schon nach dem ersten Hören von 1 offensichtlich. Die ersten 600 silbernen 12-Inches waren schnell weg, aber eine Neuauflage ist bereits in Planung. Eine zweite EP, 2 , erscheint nächsten Monat, gefolgt von 3 und einer CD Anfang nächsten Jahres. Drei ihrer Songs, „Ride“, „Warping of the Clock“ und „Can’t Be Serious“ (ein Cover eines Baldelli-Lieblingssongs, gesungen von Martina Topley-Bird), klingen bereits nach alten balearischen Klassikern. „Es geht um Realitätsflucht“, sagt Morris, der gemeinsam mit den alten Hasen Leo Ellstob und Zeben Jameson die Musik schreibt.

THEYDON BOIS