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DOS & DON'TS













Stangensitzen auf Pilzen
Zwischen High School und College ging ich für eine Weile nach Japan und landete dort in einem ziemlich coolen billigen Hotel. Es war am Rand von Tokio, aber in der Nähe der U-Bahn, also war es ein fairer Deal. Allerdings waren alle anderen, die da wohnten, Ausländer—hauptsächlich Backpacker, die nur ein paar Tage blieben, bevor sie weiterfuhren. Nach ca. einer Woche fing ich an, mich mit diesem Typen aus Ägypten zu unterhalten, der für länger da war. Er verdiente sein Geld mit dem Verkauf von so kleinem ägyptischen Schnickschnack, den er am Straßenrand verkaufte. Er hatte einen ganzen Stapel kleiner Papyrusrollen mit einer Pyramide und so ‘nem typischen Hieroglyphen-Mann drauf, wo unten auf Englisch Muhammed Ali draufstand (ich weiß, dass das irgendein bedeutender ägyptischer Moslemtyp ist, aber es ist trotzdem ziemlich lustig). Die kaufte er in Alexandria für so was wie 40 Cent und verkaufte sie dann reichen japanischen Geschäftsleuten für um die 20 Euro. Als ich dort war, waren Magic Mushrooms in Japan noch nicht verboten, es war also völlig legal, sie am Straßenrand zu verkaufen. Dieser Ägypter verkaufte also als eine Art Nebengeschäft noch Pilze, die er direkt neben der Decke voller Papyrus-rollen feil bot.

Ich fing eines Abends an, mich mit ihm zu unterhalten und er lud mich ein, ihm beim Verkaufen der Rollen zu helfen—er sagte, es wäre gut, um Leute zu beobachten und so weiter. Ich fand, dass das eine nette Abwechslung von dem war, was ich normalerweise tat, nämlich den ganzen Tag wirklich unsinnige Mengen Geld auszugeben, also ging ich mit. Ich „half“ ungefähr eine Woche lang mit, seinen Scheiß zu verkaufen und jeden Abend gab er mir eine kleine Tüte Pilze, sozusagen als Belohnung. Also war es die ganze Zeit so, dass ich, wenn er abends zusammenpackte, einfach loszog und trippend durch die Stadt lief.

An einem dieser Abende lief ich zum Hotel zurück und fand plötzlich, dass es eine ganz tolle Idee wäre, den Telefonmast gegenüber dem Hotel hochzuklettern—obwohl ich totale Höhenangst habe. Ich hatte eine kleine Canon Automatikkamera dabei und—sicherheitsbewusst wie ich so bin—wollte nicht, dass sie mir beim Klet-tern aus der Tasche rutscht. Ich nahm sie aus der Tasche und sah mich nach einem guten Aufbewahrungsort um. Als ich gerade in Japan angekommen war, hatte ich ein gutes Erlebnis mit einem japanischen Obdachlosen: Ich hatte ihm eine Dose Kaffee für 40 Cent aus einem Automaten geholt und er drehte sich um und gab mir 10 Euro in Yen für meine Umstände; also war ich davon überzeugt, dass die Obdachlosen in Japan alle äußerst feine Typen sind. Unter dem Mast, den ich hochklettern wollte, saß einer, also gab ich ihm meine Kamera und machte ihm ohne Worte klar, dass ich den Mast hochklettern würde und bald zurück wäre; dann fing ich an hoch zu rutschen.

Ich schaffte es ganz nach oben, wo es mir gelang, mich irgendwie auf den Querbalken zu setzen und es war supergeil. Ich chillte da oben also ‘ne Weile und genoss die Aussicht, bevor ich mich wieder auf den Weg nach unten machte. Als ich unten ankam, war der Typ mit meiner Kamera verschwunden. Ich sagte nur: „Ohhh, Mann.“ Dann schaute ich auf eine Uhr, um zu sehen, wie lange ich da oben gewesen war. Ach, nur an die drei Stunden.

DAVID SPECHT


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CHEMICALS
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