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DOS & DON'TS











Die Geschichte vom Glas des Grauens geht diesen Monat in die zweite Runde: mit dem Zusatz einer ordentlichen Ladung Sperma.

Ein Vice-Redakteur, der anonym bleiben möchte, hat sich für die Belegschaft geopfert und das Glas von der Fensterbank geholt. Anschließend begab er sich ins Badezimmer und schraubte den Deckel ab, woraufhin sich ein so übler Geruch entfaltete, dass man ihn noch bis ins Büro riechen konnte (also 10 Meter entfernt durch die geschlossene Tür und eine Wand). Dann kniete er sich über die klebrige Masse aus zerfleddertem Hühnchen, Blut, Eiern, Milch und Spucke... und wichste mitten rein.

„Es war wirklich hart”, sagte er später. „Ich habe nur durch den Mund geatmet, und trotzdem war es, als könnte ich den Gestank schmecken. Ich schwöre, dass die Luft direkt über dem Glas irgendwie dicker war.”

Trotzdem lieferte er eine ordentliche Portion Sperma ab. „Ich bin anderthalb Tage nicht gekommen, weil ich wusste, was wir vorhatten. Es sollte ja auch nicht so aussehen, als ob jemand nur ein paar Tropfen Handseife dazugekippt hätte.”

Zu Beginn blieb die Wichse auf den anderen Zutaten liegen, wie Zuckerguss auf einem Kuchen. Nach etwa zwei Stunden sickerte sie langsam durch die obere Schicht aus Fleisch und milchiger Flüssigkeit. Jetzt erinnerte das Ganze an eine Eiersuppe mit Huhn aus einem richtig beschissenen China-Restaurant.


Nach einer Woche Ruhezeit hat sich das Sperma komplett in der schwabbeligen Masse aufgelöst. Als wäre niemals Wichse darin gewesen. Es war fast, als hätte der Typ nicht mal einen Schwanz gehabt.

Die wissenschaftliche Erkenntnis, die wir an diesem Punkt gewinnen können, ist die, dass sich Sperma wesentlich schneller in seine Bestandteile auflöst als Blut, das immerhin drei Wochen lang seinen pinken Farbton beibehalten hat. Folglich ist Blut nicht nur dicker als Wasser—es ist auch wesentlich hartnäckiger als Wichse—sicher eine Überraschung für die meisten Männer, die beinahe täglich ihre Mühe haben, dieses Zeug irgendwo wegzuwischen.

Im Durchschnitt erreichen uns täglich zehn Briefe mit Vorschlägen für neue Zutaten zum Glas des Grauens. Auf unserer Liste findet sich das ganze Programm von toten Mäusen bis Zitronenmarmelade. Die überwältigende Mehrheit forderte aber, wie zu erwarten, einen Haufen menschlicher Scheiße. Und genau das könnt ihr dann nächsten Monat erwarten.

VICE STAFF