Destroy All Humans
Genre: Alien shooter
Developer: THQ
Platform: PS2, Xbox

Abgesehen davon, dass in den frühen 90ern so coole Dinge wir experimentelle Bisexualität, Funk Metal, Prodigy und Dreadlock-Bärte erfunden wurden, waren sie auch gut dazu, auf UFOs zu warten und sich von Aliens entführen zu lassen. Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit sind so viele Fälle von paranormaler Aktivität verzeichnet worden. Komischerweise sind die ganzen „Greys“ ungefähr um die Zeit verschwunden, als Akte X gerade dem Ende zuging.

Ich vermisse diese abgefuckte Zeit mit Airbrush-Postern von kiffenden Aliens, Billigschmuck mit Alienköpfen an Lederhalsbändern und Erotik-Websites über Alien-Love Storys, die mittlerweile durch Hentai- und Kotz-Pornos ersetzt wurden.

Obwohl ich nie selbst irgendwelche Aliens gesehen habe, habe ich es geliebt, in den Unmengen an verschiedenen UFO-Magazinen, die damals plötzlich überall aufgetaucht sind, über sie zu lesen. Aus den Zeitschriftenläden sind ganze Regale mit weniger beliebten Fetischpornos und Anglermagazinen verschwunden, um Blättern wie Sightings und UFO Monthly Platz zu machen, die in Photoshop 1.2 zusammengebastelt und von schnurrbärtigen Männern mittleren Alters mit komischen Brillen und Gesichtsbehaarung im Ming the Merciless-Style geschrieben wurden. Diese Zeitschriften waren immer voll mit älteren Typen aus Orten wie Oklahoma, die sich zu Experten in Sachen Außerirdischenaktivität erklärt hatten. Die haben dann Werbung für Events gemacht, bei denen sie irgendwelchen Idioten 1500 Euro für die Teilnahme an einem Wochenendseminar im Konferenzzentrum eines kleinen Küstenorts abgenommen haben, wo sie sich dann über Außerirdischensichtungen unterhalten, Akte X-Autogramme getauscht und über ihre anderen Hobbys wie Beanie Babies und Frauentausch geredet haben.

In dieser Zeit habe ich bei einer Zeitung in einem dieser Küstenorte gearbeitet, wo wir aus der Akte X/Invasion-der-Außerirdischen-Explosion Mitte der 90er Gewinn schlugen, indem wir eine Kolumne über die ganze paranormale Aktivität, die in unserer Gegend so am Start war, schrieben. Das Meiste davon (ca. 99 Prozent) war komplett erfunden, aber die Kolumne kam ein ganzes Jahr lang jede Woche heraus. Zweimal haben wir Storys über Underground-Satanskulte veröffentlicht, die wir angeblich in unserer Gegend entdeckt hatten. Beide Male waren nur meine Freunde und ich auf den Bildern, in Ledersesseln, maskiert in Pose geworfen und mit Ausgaben von Helter Skelter und Apocalypse Culture auf den Büchertischen neben uns.

Einmal schrieben wir, dass der Fotograf unseres Blattes ein Wünschelrutenexperte sei, und einen Goldschatz unter seiner Veranda gefunden hätte. Ungefähr eine Woche später druckten wir Bilder von einer Gläserrück-Session im Haus von genau dem selben Typen, während der wir Kontakt zum toten Verwandten hergestellt hatten, der angeblich der Besitzer des viktorianischen Goldes gewesen ist. Die Zeitung brachte diese Storys jede Woche ohne abzuchecken ob sie stimmten.

Das coolste Erlebnis war, den Besitzer des Comics-Ladens um die Ecke über seine ganzen Trips nach Schottland zu interviewen, die er immer machte, um sich das Monster von Loch Ness anzuschauen. Das kam sogar auf die Titelseite der Zeitung. Unsere Auflage war 75.000. Will heißen, dass ein Jahr lang jede Woche 75.000 Leute diese erfundenen Geschichten lasen, und es hat noch nicht mal EINEN Beschwerdebrief gegeben.

Was ich aus dem Ganzen gelernt habe, ist, dass eine ganze Menge Leute alles glauben, was sie lesen. Und ziemlich viele bereit sind, den Lügnern, die die Scheiße verbreiten, Geld zu bezahlen, so dass der ganze Dreck noch glaubhafter wird. Scheißegal was man sagt, Hauptsache die Leute kriegen damit die regnerischen Tage schneller rum.

Wenn ihr auch—genau wie ich—die Zeit vermisst, als Außerirdische noch unter uns waren, dann solltet ihr dieses Spiel abchecken. Es ist das Witzigste, was wir seit Monaten besprochen haben.

Du spielst diesen kleinen, Scheiße labernden Alien namens Crypto, der so redet, als wäre er in den 50ern in einer abgefuckten Gegend in Brooklyn aufgewachsen, das Ganze spielt auch im Amerika der 50er Jahre. Lauter Diner, Rock‘n’Roll-Partys und Politiker, die wie JFK reden.

Das Ziel des Spiels ist die gewaltsame Übernahme der Erde, um sie für Deine Kumpels zu kolonisieren, dazu musst Du riesige Teile von ihr mit verheerender, unversöhnlicher Brutalität auslöschen. Eine der besten Sachen an diesem Spiel ist das „Mind Control“-Feature. Du verkleidest Dich dabei als ein Drecks-Menschlein und schießt ihnen dann Hypnosepfeile ins Hirn. Wenn man sie erst mal im Griff hat, kann man sie den Affen machen lassen oder sie hundert Meter hoch über Gebäude oder gegen Wände schmeißen. Es ist auch verdammt witzig, das gleiche mit Kühen zu machen.

Außerdem kann man den Menschen auch das Gehirn aussaugen und essen, damit man DNA bekommt, die man dann gegen neue Waffen und Upgrades für seine fliegende Untertasse eintauschen kann. Das Spiel hat zwei Level. Zuerst läuft man zu Fuß rum und macht Menschen, riesige Roboter und Geheimdienstagenten à la Men in Black platt, die hinter einem großen Plan mit Außerirdischen, Robotern, Menschen und irgendwelchen DNA-Seifenblasenmaschinen stecken.

Das Beste ist, dass man wahllos Dinge verstümmeln, umbringen und in die Luft sprengen kann, ohne dass man sich dabei von der Realität bedroht fühlen müsste.

SYRUP DAVIES



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Subject: destroy all humans
Date: Aug 04 2005 11:46:50 AM
Author: bodo

hahahahahahahahahahahaha



Subject: 3 sätze zum spiel reichen vollkommen
Date: Jul 26 2005 07:19:03 AM
Author: auweia

vielleicht schreibst du beim nächsten mal erst 3 seiten lang über deine briefmarkensammlung bevor du zum thema kommst

kotz



Subject: games
Date: Jul 25 2005 12:59:06 PM
Author: gamer

die wohl beste games review die ich je in deutschland gelesen habe.



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