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DOS & DON'TS
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Ist Dir aufgefallen, dass noch niemand Vitalic geremixt hat, während er jedes Mal, wenn er einen Remix von jemandem macht, immer eine bessere Version abliefert? Das passiert nicht oft, aber es ist heutzutage ein Anzeichen für wahres Talent. Der Basement Jaxx „Kontrol“-Remix von „Technologic“ ist auch grossartig - das Beste, was sie seit langem gemacht haben. Mit dem ganzen Hype und allem wird es schwer sein, das neue Album dieser Tiefschwarz-Jungs, Eat Books (Fine), zu verpassen, aber es wäre einen Versuch wert. Die Schwarz Brüder nennen das, was sie machen, „moderne Tanzmusik“, und ihr Album macht mit seinen coolen Electro-House Bleeps und trendig-kantigem Punk-Funk-Vibe in jedes Kästchen das richtige Kreuzchen. Wenn man ihre annehmbaren Remixes von Spektrum oder wem auch immer hört, merkt man, dass sie sehr wohl in der Lage sind, so richtig die Sau rauszulassen, aber Eat Books trottet so konservativ und brav vor sich hin, als ob sie versucht hätten, ein größeres Publikum anzusprechen, durcheinander geraten wären und schließlich ihren Stil verwässert hätten. Der Track „Damage“, könnte von Everything But The Girl sein. Die Tracks, auf denen der Typ von Chikinki singt, klingen nur nach Chikinki, und die Welt braucht sicher nicht noch mehr Chikinki. Wie die von Mylo, ist es nur eine mittelmäßige Platte, gemacht von ein paar mittelmäßig talentierten Typen, die nichts auch nur annähernd interessantes zu sagen haben, die jenseits aller Vernunft gehypt und sich stapelweise verkaufen wird. Ich bin mir beim Versuch, darüber zu schreiben, sogar selbst langweilig geworden. Besorg dir lieber die neue Traum-Compilation, Elektronische MusikInterkontinental 4; ein weiterer Vorwand für dieses fantastische Label, ein Dutzend ihrer aktuellen Releases zu versammeln (nicht, dass sie einen bräuchten). Die haben bei Traum eine schöne Moll-Ästhetik am Laufen, die sie hier weiter ausbauen, sanft und subtil, mit saftigem Minimalismus von Zentex, Terrae, Jesse Somfay und anderen, von denen man noch nie gehört hat (jedenfalls ich nicht). Sie haben mittlerweile ein beneidenswertes Mitgliedsverzeichnis, Oliver Hacke, Dominik Eulberg und der polnische Sonderling Off Pop sind auch dabei, ausserdem ist es erfrischend zu hören, dass Nathan Fake, der einzige Engländer am Start, das Highlight der Disc mit seiner ruhigen und gelassenen „Dinamo”-Odyssee ist. In direkter Konkurrenz hierzu haben Fakes Border Community-Labelkollegen, The MFA (was für The Motherfucking Allstars steht - genial) aus Oxford, gerade einen völlig abgedrehten Remix von Ellen Alliens „Lava“-Single auf BPitch Control veröffentlicht. Alles, was sie machen, ist gut. „Dinamo“ taucht auch auf als das Prunkstück auf Today, Superpitchers erstem DJ-Mix-Album für Kompakt. Geleckt wie Aksel Schauflers eigene stromlinienförmige Produktionen, kreuzt Today atmosphärisch, aber mit einem satten Klatschen durch Lawrence, DJ Koze und die Wighnomy Brothers und läuft mit Sebastien Telliers großartigem „La Ritournelle“ seinen Höhepunkt entgegen, mit dem ab jetzt jedes DJ-Mix-Album enden sollte. Das sollte Gesetz sein. Es ist schön, The Emperor Machine mit zwei DC Recordings 12-Inches so schnell und sci-fi-mäßig nachlegen zu sehen. Die Rückseiten der Hüllen ergeben, wenn man sie nebeneinander legt, ein goldig gekritzeltes Bild von Robotern, die einen riesigen Außerirdischen umlegen. Die neuen Tracks sind auf eine heftig percussive Freestyle-Art rauer und trippiger als die poppigen Nummer auf diesem Album und man braucht ein bisschen, um sich reinzuhören. Es gibt auch noch einen glänzenden 13-minütigen Frontalangriff auf den LP-Track „Front Man“ von den Königen der Nostalgie, den Idjut Boys. UND dann taucht da noch Emperors Partner in Big Two Hundred und Chicken Lips, Dean Meredith, als White Light Circus mit zwei freakigen nouveau-Italo narco-Funk Mutationen namens „Marching Orders“ und „The Shot!“ auf (auch bei DC), die sich stundenlang auf höchst angenehme Weise steigern. Andere heiße Disko-News besagen, dass der todschicke Finne Sami Liuski wieder als Bangkok Impact rumschleicht, mit zwei unmöglich glatten 12-Inches für Crème Organization, „Taboo“ und „Do It“. Und wenn Du denkst, Liuski könnte nicht noch frecher werden, check den neuen Putsch ’79 Release auf Clone, „Arpeggio Life“, der klingt wie eine sehr schwuchtelige Version von „The Lion Sleeps Tonight“aber gut. PIERS MARTIN |