
In der guten alten Zeit war Kopenhagen mal die Tätowier-Hauptstadt Skandinaviens. Im frühen 19. Jahrhundert ließen sich total betrunkene Seemänner von wahrscheinlich genauso betrunkenen Tätowierern einen zusätzlichen Adler, oder Anker oder was auch immer zu ihrer Tattoo Sammlung dazu stechen, die sie in den Häfen von New York, Hamburg, im Fernen Osten, und so weiter angefangen hatten. Obwohl es Nyhavn 17, das älteste Tätowierstudio der Welt, immer noch gibt, ist die Welt der gestochenen Tinte ganz schön blass geworden, wenn man sie mit ihrer früheren Pracht vergleicht.
Wenn man diese schreckliche Ink Show sieht, könnte man denken, dass neun von zehn Kunden ein Bild von ihrem verdammten toten Haustier wollen. Heilige Maria, ihr traurigen, langweiligen Idioten, kein Wunder, dass euer „fast menschlicher“ Kanarienvogel jetzt den Radieschen von unten beim Wachsen zusieht. Zusammenfassend kann man sagen, dass Tattoos auch nur ein weiterer Eintrag auf der „Sachen die früher viel cooler waren“ Liste sind. Vor kurzem hat uns John Nordstrom sein wunderschönes Buch Danish Tattooing geschickt, das genau das nochmal beweist. Das Buch behandelt mehr als ein Jahrhundert, aber die Bilder, die wir hier zeigen, sind aus den Sechzigern, bevor alberne Biker, ehemalige Tierbesitzer und Werbeagentur-Manager es für alle versaut haben. Genieß es.


Tinten-Hans ist Dänemarks erster professioneller Tattoo-Künstler. Er fängt etwa um die Jahrhundertwende im Nyhavn 17 an und 1902 lässt er von einem örtlichen Schmied eine Tätowiermaschine bauen, basierend auf der Beschreibung eines ausländischen Kunden.

Pussy-Holger mochte Mädchen ganz gerne. Unglücklicherweise waren die meistens ein bisschen zu jung, und seine Tätowier Karriere wurde wegen eines Gefängnisaufenthalts auf Eis gelegt. Angeblich wurde er früher entlassen, weil andere Insassen seine Eier abschnitten.

Tattoo Jack arbeitete unter der finanziellen Oberaufsicht seiner Frau, aber er schafft es dennoch, irgendwie Geld an ihr vorbei zu schmuggeln, das er für die Prostituierten ausgab, mit denen er im Hinterzimmer verschwand.

Der coolste Monarch überhaupt, der dänische König Frederik IX, mit Tinte, abgebildet im Life Magazine 1951.

Ole der Tätowierer. Seine selbstgebauten Tätowiermaschinen zählen heute zu den teuersten Sammlerstücken. Er gewann ‘82 die inoffiziellen Tätowierweltmeisterschaften und starb sechs Jahre später.

Tattoo-John aka John Bimbo-Banger errang viel Aufmerksamkeit als er anfing die Brüste von 16-jährigen Mädchen zu tätowieren. Er trank täglich zwei Flaschen Whiskey und war immer besoffen, was zu verschiedenen Missgeschicken führte, wie Adlertattoos mit zwei Schnäbeln und seinem Tod ’82.

Tattoo-Peter—hier zu sehen wie er einen Peter tätowiert—war ebenfalls ein berüchtigter Trinker, dessen Laden am Anfang seiner Karriere eine Kombination von Tattoostudio und Bordell war. Er starb ’72 in seinem Tätowierstuhl sitzend, was aber zwei Tage lang niemandem auffiel.

Tattoo-Jim in seinem Studio in Århus, das als Dänemarks schönstes galt. Er behauptete Tattoos entfernen zu können und tat genau das, während er herumreiste und immer genau dann die Stadt verließ, wenn seine Kunden bemerkten, dass er sie komplett verarscht hatte.




