
At home he’s a tourist. Urlaub in Europa, das ist für die Amis immer ein bedeutungsschwangerer Trip in die Oberklasse und Geschichte. Die filmische Aufarbeitung dieser Faszination hat durchaus für einige Höhenflüge der Filmgeschichte gesorgt, so etwa geschehen mit ‚Hilfe, die Amis kommen‘ aka ‚European Vacation‘ der Chevy Chase’schen National Lampooon Reihe. Dass die Pseudo-Spionage-Screwball-Comedy ‚The Tourist‘ sich da nicht einreihen kann überrascht natürlich wenig.






Das Dream Team Burton/Depp hat wieder zugeschlagen, und eigentlich wundert man sich, warum nicht gleich der Johnny die Alice spielt. Uns hätte das sicher gefallen. Und Zweifel daran, dass er das hingekriegt hätte, kann es wohl keine geben. Stattdessen setzt Disney auf die mindestens genauso skurrile Variante neuer Filmwahrnehmung, die es vom Publikum abverlangt, sich so komische Sehvehikel aufzusetzen, dass sie selbst aussehen als wären sie aus einem Sci-Fi-Debakel der 50er Jahre entsprungen. Nach nur wenigen Minuten muss ich auch schon herumruckeln an dieser komischen Brille, weil irgendwie verkraft’ ich das grad gar nicht. 3D Wonderland gives me a headache! Jetzt mal ernsthaft, whatever happened to the powers of Technicolor?
Im Blockbuster-Kino ging es ja immer um das Drumherum, das das Erlebnis ausmachte, nicht nur den Film. Dank Internet-Piraterie gewinnen auch Pressevorführungen immer mehr an Charme einer terroristischen Geiselnahme. Nach der Unterzeichnung der zweiten Sperrfrist-Vereinbarung geht es weiter zum Security Check, wo man sein Handy, diverse MP3-Player oder Kameras abgeben darf. (Weil mit meinem Uralt-Billig-Nokia hätt’ ich sicher gut mitfilmen können.) 



