MÜLLBERG VARIATIONEN: AUSTROKRAUT VOL. 1

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Ende der Siebziger noch in eine Kommune zu ziehen, ist ungefähr so, als würden wir heute Glowsticks für das nächste große Ding erklären. Das wussten die Krautrocker von IXTHULUH bestimmt selber und nannten die 2-Zimmer-Waldhütte, die sie 1977 mit 8 1/2 Menschen bezogen, „Kollektiv“. Das klang ihrer Meinung nach besser und beweist, dass Österreich schon damals ein bisschen dem Trend hinterhergelebt hat. Immerhin: Auch hierzulande gab es in den Siebzigern musizierende Langhaarige, die ihre Nazieltern gehasst haben.

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Was die Band mit dem szenetypisch hirnverbrannten Namen in Waldviertler Scheunen und Wiener WGs aufgenommen hat, klingt jedenfalls besser als vieles, was man damals sonst für veröffentlichungswürdig hielt. Hits sucht man vielleicht vergeblich, dafür war anscheinend aber die richtige Dosis Naturdrogen im Spiel. Alles klingt angenehm verharzt und die 20-Minuten-Jams sind nicht einmal ansatzweise nervtötend. Das beste Album ist wahrscheinlich „Tea at two“, das allerdings erst aufgenommen wurde, nachdem sich das rechte Schlafzimmer des „Kollektivs“ mit dem linken zerstritten hatte und eigentlich nur noch zwei Leute übrig waren. Schlagzeuger Ernst Matscheko hat auf seiner drolligen Website mehr zur Bandgeschichte und hält sämtliche Alben zum kostenlosen Download feil.

MP3: Ixthuluh - The Long Trail to Gila Bridge

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Eindeutig früher dran und damit Wegbereiter des Austrokraut waren PATERNOSTER. Das einzige Album dieser Wiener Kollegen stammt von 1970 und ist gegen den meist instrumentalen Scheunen-Psych-Rock von Ixthuluh extrem hitlastig. Eigentlich kann man sie als die österreichische Kraut-Goth-Version von Pink Floyd bezeichnen, mit einem leichten Can-Einschlag. Trotzdem bin ich mir sicher, dass ich die Musik nicht schlechter fände, wenn sie sich bei der Auswahl des Sängers mehr Mühe gegeben hätten. Aber einem Mann zu sagen, dass er sich anhört wie ein kastriertes Gnu und er sich schleichen soll, ist bei Gott kein Kindergeburtstag, das kann ich bestätigen. Falls eines eurer altlinken Elternteile in einer der Bands mitgespielt hat, schickt uns bitte Beweisfotos. Die finden wir komisch.

SCHRINGO PELZ



04/05/2010 at 09:03
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  1. [...] This post was mentioned on Twitter by Vice Schweiz. Vice Schweiz said: Hier gibts hochspannende Musikhistorie über Ixthuluh und deren Alben zum kostenfreien Download. Lesen. Hören. Jetzt. http://is.gd/bUUXv [...]

  2. [...] der darauf folgenden Jahre stand. In den besten Momenten klang das dann so, als hätte man Can oder Ixthulu einen Eimer kaltes Wasser in die Visage gekippt. Eindeutig zu früh ist vor nicht ganz zwei Wochen [...]