
So viel Musik auf dieser Welt. Weil uns vier Seiten im Heft zu wenig sind und wir außerdem ja gerade Musikwoche haben, haben wir uns ein paar extra Scheiben für Euch zu Gemüte geführt. Vielleicht fragt Ihr Euch in ein paar Minuten dann auch: Kannte Alison Goldfrapp Jimis Platte schon, als sie ihr Cover designte? Das oben ist übrigens ein zusammenhangsloses Bild von Biggie, der vorgestern vor 13 Jahren verstarb.
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JIMI HENDRIX
Valleys of Neptune
Sony Music/Edel
Kennt Ihr das: Die alten Turnschuhe, die schon so hin sind, dass Mutti jedes Mal mit den Augen rollt, wenn ihr damit zur Tür hinaus geht? So verhält es sich auch mit dieser Ausgrabung. Kaum Neues, aber viel Ungehörtes. So wie es eben ist, wenn alte Studienbänder auftauchen. Außer bei Falco. Doch bei unserem karamellbraunen Lieblingslockenkopf spielt das alles keine Rolle. Jedes Feedback-Fiepen, jeder Hauch aus seinem Goldkehlchen ist wie ein Tropfen Wasser auf den Boden der verdörrten Sahelsteppe. Jimi, unser viel zu früh durch einen Unfall bei der Ausübung seiner Tätigkeit als Hobbyprobant der Pharmaindustrie Umgekommener, hat bei einem seiner Trips ein Band zu viel in irgendeinem Studio zurück gelassen. Danke! Nicht vergessen: Jeder 1. Euro geht an die „Acid! Consumers with responsibility - Foundation“!
ALBI H-MAN

BAUCHKLANG
Signs
Monkey Music
„Ich will die Musik von den Leuten, die das nur mit dem Mund machen, hören“, sagt die Vierjährige. Ok, ich schalte das Autoradio lauter. „Bist du wahnsinnig? Was is das für ein Schrott. Was ist das für eine Aussprache? Warum singen die nicht deutsch, wenn sie so schlecht englisch sprechen? Schalt das ab. Ich dreh durch“, faucht mich der Beifahrer an. So. Dem Vierjährigen Kind gefällts gut, was die Jungs da mit ihrem Gemäul machen. Dem erwachsenen Native Speaker nicht. Ich persönlich hab es immer faszinierend gefunden, wie die 3 Stunden auf der Bühne stehen können und absolut ohne Instrumente eine Crowd rocken, wie kaum wer anderer. Damals. Signs ist jetzt nicht soo schlecht, aber überhaupt keine Weiterentwicklung.
ELLA PROPELLER

GOLDFRAPP
Head First
Emi
Mein erster Gedanke: „Was isn mit denen passiert?“ Das ist genau das, was La Roux gern gemacht hätte, leider aber total versemmelt hat. Die haben sich auf diesem Album so was von ausgelebt. Retro ohne Ende. Alison Goldfrapps sexy Hauchen ist mit einem „Take my breath away“ – Filter belegt. Hat mich gerade Annie Lennox gerufen? Ich kann irgendwie nicht abschalten. Ich bin total fasziniert von ihrem neuen Arrangeur Dieter Bohlen.
BONNIE STEWARD

SLASH
Slash
Roadrunner Records
Slash sind wieder zurück! Sechzehn Jahre nach ihrem ersten Auftritt im Litzelsdorfer Gasthaus Gumhalter stehen sie kurz vor ihrer Comebacktour. Kurz bevor die Burgenländer Halt machen werden in den Arenen von Oberpullendorf und Kulm, sowie auf dem legendären Fuchsgrabenfest in Grosspetersdorf, werfen sie ein neues Album auf den Markt. Den Ausstieg von Sänger Axel versuchen sie mit Hilfe solcher namhafter Größen wie Chris Cornell, Fergie, Ozzy und Kid Rock zu kompensieren. Die Namen sind Programm: Wie eh und je wird melodiebetonte Partyhardrockmusik zelebriert, die so wertvoll ist, wie eidesstaatliche Erklärungen von Barbara Rosenkranz. Da helfen auch die Stimmorgane von Lemmy, Dave Grohl und Iggy Pop nicht das Leid auf ein erträgliches Level zu hieven.
ZAKSPEED




