DIE MEISTGEHASSTE PERSON IN DER GEFÄHRLICHSTEN STADT DES IRAKS

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Letzten Sonntag fanden im Irak die zweiten, allgemeinen Wahlen seit der Befreieung/Vernichtung durch die USA und deren Alliierten im Jahr 2003 (Ihr erinnert euch noch, oder?) statt. Vice Korrespondent Karlos Zurutuza hat sich mit Khasro Goran, dem kurdischen Kandidaten für Mosul in dessen Beton-Festung getroffen, die seiner Partei als Hauptquartier dient.

Vice: Wieso wirst du von jedem gehasst?

Khasro Goran: Weil ich Kurde bin und der Repräsentant meiner Volksgruppe in Mosul.

Und das ist etwas schlechtes?

Kurden sind nach den den Arabern die zweitgrößte, ethnische Gruppe hier. Die Al Quaida und auch die Baathisten mögen das nicht besonders.

Al Quaida?

Ja. Aber hier nennen sie sich Islamische Republik des Iraks. Die Gefängnisse sind voll mit Terroristen aus Pakistan, Jemen, Saudi Arabien…

Und alle wollen dich töten?

Ja, aber nicht nur mich, sondern auch jeden, der mit mir in Verbindung steht.

Wie geht deine Familie damit um?

Meine Frau und meine Kinder leben in Erbil (die Hauptstadt des kurdischen Irak). Das liegt ungefähr eine Stunde von hier entfernt. Ich pendele zwischen Erbil und Mosul jeden Tag.

Ich nehme mal an, dass du mit riesigen Begleitschutz reist.

Natürlich.

Wieviele Bodyguards hast du?

Ich weiß es nicht genau. Einige.

2? 3? 10?…20?

So zwischen 20 und 25.

Schonmal daran gedacht den Beruf zu wechseln?

Hoffentlich werde ich am Sonntag ins irakische Parlament gewählt.

Und in Baghdad wird es dir besser gehen?

In Fragen der Sicherheit, ja. Dort ist sie Situation viel besser.

Glaubst du übrigens, dass Amerika seine Truppen noch in diesem Jahr aus deinem Land abziehen wird?

Das bezweifele ich. Unglücklicherweise ist die Sicherheitslage hier sehr unstabil. Mosul wird jedenfalls der letzte Ort sein, aus dem sie abziehen werden.

Fots und Text: Karlos Zurutuza



10/03/2010 at 14:45
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