PUTTIN´ON THE RITZ

ritzDeprimiert und übernachtig wandere ich über den Naschmarkt. Hoffentlich sieht mich keiner in dem Zustand. Fettige Haare, schmutzige Schuhe und eine rotzige Nase. In den Delis und Doans Wiens sitzen sie und starren bei den Fenstern hinaus. Das ist auch der einzige Zweck eines Aufenthalts ein einem der Schaufenster-Lokale Wiens: Beim Fenster hinaus schauen und hoffen, dass man mindestens so oft gesehen wird, wie man sieht. fred_astaire4So gut es geht, krieche ich unter den Fenstern durch. Soll ja keiner merken, dass heute morgen die Müllabfuhr mein Taxi war. Und plötzlich sitze ich in einem teuren Designerstuhl direkt an einem Fenster, das mir einen wunderbaren Blick über den gesamten Central Park gewährte. Meine in fleischfarbene Seidenstrumpfhose gepackten Beine sind übereinander geschlagen, die Satin-Pumps mit Riemchen gut zu sehen. Alle beide. Ich fühle mich schon viel besser und träume von Gary Cooper. Auf meinem Kopf thront ein Glockenhut, der meine Augen gerade noch heraus schauen lässt. Meine Nase zeigt nicht mehr auf den Boden, sondern ragt hoch in die Luft. Erstens ist sie lang, zweitens wegen dem Hut, aber drittens, weil man dadurch wohl irgendwie aussieht, als hätte man ganz was Tolles im Leben erreicht. Lauter schöne Menschen gehen an mir vorbei und sitzen rund um mich herum. Man kann die Dollarnoten in ihren Taschen förmlich riechen. Was man noch riechen kann, ist mein Parfum. Chanel No. 5. Wirkt aber irgendwie anders. Innovativer und richtig anziehend. Klapper, klapper. Fred Astaire steppt sich vor meinem Hut einen ab. Er schwebt einen halben Meter über dem Boden, schwingt seinen Gehstock durch die Luft und wackelt mit den Knien hin und her. „Puttin´on the Ritz“ singt er und er scheint seinen Spaß dabei zu haben. Naja. Damals wars doch auch nicht anders als heute. Klapper, klapper.

Vielleicht kommt er ja am 16.01. dann ja auch. Fred Astaire wird auf jeden Fall lieber gesehen als Fidel Castro, der im Gegensatz zu dem beliebten Star wirklich noch kommen könnte. Hineinlassen würden wir ihn freilich nicht, weil er uns 1960 fast um unseren feinen Bacardi gebracht hätte, als er die Familie enteignet hat.




29/12/2009 at 16:49
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  1. [...] gut, aber Avatar ist trotzdem ein Scheiß), wir haben viel dazugelernt und manchmal auch selbst nicht so richtig verstanden, worums jetzt geht. Der einzige, der sich beschwert hat, ist der für Games zuständige Kamp. Zur Aufheiterung, bevor [...]