Vor allem jetzt, in dieser kalten und ekelhaften Weihnachtszeit, sollte man sich das Leben mit kleinen Exzessen versüßen. Ausgehen und dabei ekstatisch tanzen ist eine willkommene Abwechslung zu Geschenkestress und Familienfrust. Damals in den 20er Jahren hat man Kuba, die Heimatstädte Bacardis als quasi inoffiziellen Saloon Amerikas bezeichnet, weil man dort ungestört dem wahren Genuss fröhnen konnte. Unser Saloon ist nicht ganz so groß, aber ebenso gut ausgestattet. Und getantzt wird dort wild wie, hmm, ja, wie schon 90 Jahre nicht mehr.
Die meisten denken nun natürlich wieder an Ravehörnchen Fiesta mit exzessivem Saufen, Pillen einwerfen und Landebahnen in irgendeinem Kellerloch, um dann solange einen epileptischen Anfall auf der Tanzfläche zu simulieren, bis man über der Kloschüssel endet. Also an den alltäglichen Weg unserer Zeit. Doch solltet ihr bedenken, dass einerseits die Nostalgie in der Weihnachtszeit nicht zu kurz kommen darf und es andererseits auch wesentlich stilvollere Methoden gibt, um sich den Frust von den Hüften zu schütteln. Es ist also nicht schlecht ein paar Jahrzehnte zurückzugehen und zu schauen was unsere Urgroßeltern so getrieben haben. Schließlich mussten die auch mal Party machen um ihr hartes Leben ertragen zu können. Die hatte ja damals auch sonst nichts und die Sonne ging auch nie auf und zu Essen gab es nur ausgekochte Zeitungssuppe. Harte Zeiten.
Trotz all dem war die essentielle Tätigkeit auf Partys damals nicht die Vernichtung, sondern der Tanz. Aber nicht so wie heute, wo sich die Bitches mit gierigem Blick auf der Tanzfläche durch ihre blondierten Haare fahrend nach dem nächsten Fick umsehen und denken, sie seien auch nur annähernd sexy dabei. Damals ging es darum, den potenziellen Partner mit Können und Eleganz zu beeindrucken. Der Erotikfaktor ergab sich so ganz nebenbei und war somit wesentlich authentischer als heutzutage. Vor allem ein Tanz war es, der die Abendgestaltung der goldenen 20er revolutionierte:
Vorangestellt sei ein Zitat aus einer Tanzbeschreibung. Diese gab es zu jener Zeit auf vielen Plattencovers zu lesen. Der Torso zittert, dazu Bewegung der Hüften, Schenkel und Hinterbacken. Auch die Hände sind aktiv, sie berühren alle Teile des Körpers wie in Ekstase. Dazu kommen die abwechselnden X- und O-Beine … Der Tänzer kann seinen Rücken beugen oder gar in Hockstellung gehen.
Das sieht dann in etwa so aus.

Wenn das nicht Lust auf mehr macht, wissenw ir auch nicht was euer Problem ist. Doch auch heutzutage finden sich Charleston-Elemente im modernen Tanz. Auch der Jumpstyle hat seine Wurzeln hier.
Entstanden ist dieser Tanz übrigens schon wesentlich früher als in den 20ern. Nämlich um 1900 in Charleston. Und wer hat‘s gemacht? Die Schwarzen natürlich, so wie alle guten Dinge, die mit Bewegung und Musik zu tun haben. Durch Broadway-Musicals wurde der Charleston dann auch unter der weißen Bevölkerungsschicht bekannt und salonfähig gemacht.
Leider hielt die Euphorie nur kurz an. Mit der Weltwirtschaftskrise konnten sich die Leute den Spaß nicht mehr leisten und der Charleston verlor an Bedeutung. Grund genug um ihn zu Zeiten der neuen Krise wieder aufleben zu lassen. Für den Fall, dass in naher Zukunft eine Party stattfinden sollte, die zum Charleston-Tanz einlädt, gibt es hier noch eine kurze Anleitung zum Grundschritt.
JOSEPH BAKER





[...] names Zombies, Ninjas & Hans Moser sehr gut, aber Avatar ist trotzdem ein Scheiß), wir haben viel dazugelernt und manchmal auch selbst nicht so richtig verstanden, worums jetzt geht. Der einzige, der sich [...]
[...] Ihr Euch schon seit drei Wochen darauf, endlich die Charleston-Tauglichkeit Eurer Knie testen zu können? Dann müsst Ihr auch die Achseln schützen, damit die Leute mit Euch [...]