DAS JÄHRLICHE LITERATUR-SPECIAL
HIER EINE AUSWAHL DER AUTOREN DES JÄHRLICHEN VICE-LITERATUR-SPECIALS
FASHION FICTION - PART 6
TRAILER (Part 2)
TRAILER (Part 1)
DOLGIER (Part 2)
DOLGIER (Part 1)
SCRATCH
FASHION FICTION - PART 5
ASSASSIN
FASHION FICTION - PART 4
COLLEGE TOWN (Part 4)
COLLEGE TOWN (Part 3)
COLLEGE TOWN (Part 2)
COLLEGE TOWN (Part 1)
FASHION FICTION - PART 3
WOMEN HOLDING STRANGE CREATURES
IN CRETACEOUS SEAS
FASHION FICTION - PART 2
VOICE OF AMERICA - Part 2
VOICE OF AMERICA - Part 1
MY MASSIVE FEELINGS - Part 2
MY MASSIVE FEELINGS - Part 1
FASHION FICTION - Part 1
THE ARM
A MOTHER'S FAREWELL
INCIDENT AT SOKOLNIKI
ABSINTHE (Part 3)
ABSINTHE (Part 2)
ABSINTHE (Part 1)



Newsletter? Hier Anmelden




Das hier ist ein Cobol im BBRC. Normalerweise schlafen drei Gefangene gleichzeitig in so einem Ding. Cobols können von Paaren für 20 bis 50 Euro pro Stunde gemietet werden. Diese Gefangenen sehen so entspannt aus, weil sie es einfach sind. Sie dürfen so viel Besuch empfangen, wie sie wollen, und solange sie nicht versuchen, aus dem Knast auszubrechen, können sie im Prinzip tun, was sie möchten. Vor ein paar Jahren ließ einer von ihnen hier im Gefängnis eine selbstgebaute Bombe hochgehen. Als der oberste Wärter versuchte, ihn in Einzelhaft zu stecken, lachte er ihn einfach aus.







uf der Insel Cebu auf den Philippinen gibt es zwei Gefängnisse. Das eine ist eine Dritte-Welt-Albtraum-Hölle voll mit glücklichen, entspannten Leuten. Das andere ist eine hochmoderne Einrichtung, deren Insassen boshaft, nervlich völlig am Ende und schlichtweg traumatisiert sind.

Das Bagong Buhay Rehabilitation Center (BBRC) ist ein 30 Jahre alter Knast, der für eine Kapazität von 250 Gefangenen gebaut wurde. Momentan beherbergt er um die 1600. Das Gefängnis ist so voll, dass der Platz nicht ausreicht, dass sich alle gleichzeitig hinlegen können.

Weil es zu voll ist, um die Türen innerhalb des Gefängnisses zu schließen, laufen die Gefangenen dort rum, wie es ihnen gefällt—Mörder, Betrüger, Banditen und Perverse leben auf engstem Raum zusammen und geben einander Spezialunterricht im Kriminellsein. Es soll aber schon wesentlich ruhiger geworden sein, seitdem etwa 900 Drogenabhängige ein paar Häuser weiter in einer separaten Einrichtung untergebracht wurden.

Wie viele philippinische Gefängnisse, baut das BBRC auf dem alten kolonialen Modell auf: ein staubiger Platz mit einer großen Mauer drum herum. Es ist ein totales Irrenhaus. Die Wachen betreten das Gebäude nur, wenn sie mindestens zwanzig Mann sind und von den auf Mauern postierten Scharfschützen bewacht werden.

Das CPDRC (Cebu Provincial Detention and Rehabilitation Centre) liegt ein paar Kilometer den Berg hoch, und hier herrscht eine komplett andere Atmosphäre.
Es gibt so gut wie keine Sanitäranlagen. Es gibt nie genug zu essen und die beste Zeit, um zu duschen, ist, wenn es regnet. All das klingt wie das Paradebeispiel für das schlimmste Gefängnis auf Erden. Aber in Wirklichkeit ist es gar nicht so schlimm. Weil es keine Wachen gibt—wirklich!—müssen die Gefangenen alles selbst regeln. Sie haben sich also entlang der Zellblockreihen organisiert. Obwohl die Zellentüren nie geschlossen sind, sind sie in 13 Zellblöcke, oder Brigaden, untergliedert, etwa 100 bis 200 Mitglieder gehören zu solch einer 100 qm großen „Heimzelle“.

Jeder Zellblock wählt seinen eigenen boyso, eine Art Bürgermeister. Er besorgt Medizin für die Kranken, hilft dabei, Formulare auszufüllen und organisiert rituelle Disziplinarmaßnahmen für Gefangene, die Regeln gebrochen haben.

Einer der boyso hat das einmal sehr schön auf den Punkt gebracht: „Wenn sie aus der Reihe tanzen, gibt’s auf die Fresse.“

Die höchste Autorität innerhalb der Gefängnismauern hat der mayor de mayoris inne. Er wird von einem Beirat aus Zellenführern gewählt. Alle Streitigkeiten zwischen den Brigaden schlichtet er. Er hat seine eigene separate Polizei im Gefängnis, inklusive Spezialeinheit zum Schutz von Besuchern. Ihm untersteht ein Sekretär und darüber hinaus genießt er den unglaublichen Luxus einer Radiouhr und eines eigenen Zweiquadratmeterzimmers.

Das Regional Detention and Rehabilitation Centre in Cebu ist dagegen etwas völlig anderes. Es ist ein nagelneues Gefängnis, das nach amerikanischem Modell gebaut wurde: mit Fingerabdruck-Scannern, Überwachungskameras und orangefarbenen Uniformen. Es wird von Byron F. Garcia geleitet, und weil er findet, dass es eine ganz tolle Einrichtung ist, machte er eine Führung mit mir und ließ mich alles fotografieren, worauf ich Lust hatte. Hier seht ihr ein paar Bilder von beiden Gefängnissen.

ADAM JASPER


CONTINUED:
SCHMEISST DIE WÄCHTER RAUS!
| 1 | 2 | Next>


Your email:
Their email:






 VBS.TV 
Art Talk!: Misaki Kawai Pt1
Thumbs Up!: Reno To Susanville
Epicly Later'd: Peter Hackett
VBS News: Inside Sudan
Palestine vs. Israel: Pt3
 PARTYS 

Fotos und Videos von Partys:
München: Vice Party Video | Fotos
Germany: EA Skate Release Tour
Kassel:
Vice Photo Tour
Frankfurt:
Vice Photo Tour

  MAGAZIN  

ABSINTHE
Diese Geschichte basiert auf einer Reihe von Besäufnissen, an denen ich dankenswerterweise teilhaben durfte …
von William T. Vollmann

INCIDENT AT SOKOLNIKI
Die Reihe Songs of the Eastern Slavs ist eigentlich eine Art literarische Täuschung …
von Ludmilla Petruschweskaja

MY MASSIVE FEELINGS
Dieser Text beginnt als ein einseitiges Fragment, das zunächst für mehrere Jahre in die Schublade „Scham und Selbsthass“ verbannt wurde …
von Laurie Weeks

  FASHION  
FICTION FASHION
Fotos von Nick Zinner, Patterson Beckwith, Jonnie Craig, Patrick Tsai, Rosalie Knox und Stacey Mark
  MUSIK  
DAS GOLDENE DREIECK
Cleckhuddersfax sind etwas Besonderes …
FRAT ATTACK
Vampire Weekend promovieren zur echten Band …
 ARCHIV 

WORKING GIRL
Wie Frau sich kiloweise verkauft

  PHOTOBLOG  

London: 5 Years Vice UK
München:
Vice Party
Stockholm: Dizzee Rascal
Old Blue Last: Les Savy Fav
Stockholm: The Block Party

Comments:

Post a comment:
(posts that are not on topic will be removed)

Name:
Subject:
Comment:


© 2005-2007, Vice Magazine Germany | E-mail:
info@viceland.de | Site Design: Solid Sender